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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Maite Sinclairs drittes Leben (1)
Eingestellt am 24. 07. 2017 12:22


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pierremontagnard
Wird mal Schriftsteller
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Maite Sinclairs drittes Leben
© von Pierre Montagnard
Teil 1

Sie war nun 12 Jahre alt. Maite. Ihr Leben bei ihrer Ersatzmutter Ottilie mit ihrem Rabenmann Volker war in eine neue Phase getreten. WĂ€hrend die Ersatzmutter zwar streng, aber auch einfĂŒhlsam mit ihr umging, begann Volker an Maite herumzufingern. Er tat dies bei fast jeder Gelegenheit. Maite, total verunsichert, fĂŒhlte sich furchtbar. Konnte sich nicht dagegen wehren. Als sie sich einmal aus seiner lĂ€stigen Umklammerung löste, weil er an ihre sprießenden BrĂŒstchen fasste, sagte er erbost; „Du hast das geschehen zu lassen, das gehört zu deiner Erziehung, es ist meine Aufgabe dich auf das Leben richtig vorzubereiten, meine Frau kann das nicht!”
Maite hatte keine Ahnung wie es ihren MitschĂŒlerinnen erging, ob sie auch auf diese Weise erzogen werden doch sie war weit davon entfernt, jemals jemand darĂŒber zu fragen. DafĂŒr schĂ€mte sie sich zu sehr.

Mit drei Jahren kam Maite in ein Kinderheim, nachdemn sie ihre Eltern bei einem Flugzeugabsturz verloren hatte. Das bedeutete zwar auch kein paradiesisches Dasein fĂŒr sie, aber wenigstens wurde sie gleich behandelt wie alle anderen. Sie wurde weder diskriminiert noch sonst schikaniert, sehnte sich aber nach einem richtigen Heim mit Vater und Mutter, konnte es dann kaum fassen, als sie darauf vorbereitet wurde, dass sie bald das Heim verlassen dĂŒrfe und bei einem sehr netten Ehepaar leben könne. Als Maite sieben Jahre alt war, wurde sie von Ottilie und Volker Grau adoptiert. Bei den vielen Besuchen, die Ottilie und Volker im Heim machten, schaute Maite ihrer Zukunft zwar mit etwas gemischten GefĂŒhlen entgegen, doch war sie fast sicher, dass sie es gut haben wĂŒrde mit den beiden. Zu Beginn war das auch so, sie freute sich, dass sie nun ein eigenes Zimmer hatte und besonders freute sie sich, dass sie auch eine richtige Schule besuchen durfte.

In der Schule war sie eher zurĂŒckhaltend und schĂŒchtern, hatte in Rolf Bamert, ein Nachbarsohn und MitschĂŒler einen BeschĂŒtzer, der sie mehrmals vor dem aufdringlichen GebrĂŒderpaar Tarasic verteidigte. Bei den Jungen war Maite die allgemeine Favoritin. Sie war hĂŒbsch, hatte dunkles krauses Haar, dunkelbraune Augen, sie war groß und schlank, leicht morena ihre Hautfarbe. Eine typische Schönheit aus einer Verbindung zwischen einer sĂŒdamerikanischen Hochlandindianerin und einem Weißen.

Am Tage ihres zwölften Geburtstages saß sie traurig und schluchzend auf dem niedrigen Mauervorsprung vor dem vierstöckigen Haus, wo sie wohnte, guckte auf die Straße, die einigermaßen belebt war und schmiedete FluchtplĂ€ne. Volker hatte sie vor zwei Stunden in ihrem Zimmer aufgesucht, sie mit fadenscheinigen Argumenten gezwungen, sich auszuziehen und auf ihr Bett zu legen. Sie wollte es nicht, weigerte sich, doch er hatte sie – unter Handanlegung – gezwungen. Strich ihr ĂŒber die Schenkel und griff ihr unsanft zwischen die Beine. Sie zitterte, schrie auf und es gelang ihr, in einem panischen Anfall von Verzweiflung aus dem Zimmer zu entfliehen. Sie schloss sich im Badezimmer ein. Wartete dort fast zwei Stunden, bis sie hörte, dass Ottilie zurĂŒck war. Danach schlich sie in ihr Zimmer, zog sich an, nahm ihre Jacke, ging nach draußen und setzte sich auf ihren Lieblingsplatz vor dem Haus.

Ottilie war nicht in der Wohnung als es passierte. Wenn dieses Scheusal nur tot wĂ€re, dachte Maite. Mit Ottie wĂŒrde ich klar kommen, resĂŒmierte sie weiter. An den Sonntagen bereitete sie mit ihr jeweils Pfannkuchen zu. Maite gefiel es und eines Sonntags fragte sie Ottie ob sie heute die Pfannkuchen alleine zubereiten dĂŒrfe. Ottilie willigte ein. Als sie spĂ€ter zu sechst am Tisch saßen – es waren noch Verwandte von Ottie zu Besuch gekommen – schwĂ€rmten alle ausgelassen ĂŒber die köstlichen Pfannkuchen. Sogar das Scheusal Volker war hingerissen und machte große Komplimente. Von diesem Sonntag an wurden die Pfannkuchen nur noch von Maite zubereitet. Sie gab ihr selbst zusammengesetztes Rezept niemandem preis.

Wenn nur das Scheusal nicht wÀre. Erneut geriet sie ins Schluchzen. Wenn ich weglaufe bringen sie mich bestimmt wieder in ein Heim. Wenn ich es sage, warum ich weggelaufen bin, wird Ottie die Leidtragende sein. Aber ich muss weg, ich ertrage es nicht mehr, er wird es immer und immer wieder tun. Sie sah keinen Ausweg.

In derselben Nacht konnte Maite lange nicht einschlafen. Sie erschrak jedes Mal fast zu Tode, wenn sie Schritte auf dem Flur hörte. Sie konnte ihre ZimmertĂŒr nicht verriegeln. Ottilie sagte ihr zu Beginn schon, als Maite in die Wohnung einzog, dass diese TĂŒre aus GrĂŒnden der Sicherheit nicht abgeschlossen werden dĂŒrfe. Es war kein SchlĂŒssel fĂŒr diese TĂŒr vorhanden.
Maite weinte ins Kopfkissen und versuchte verzweifelt nach einer Lösung zu suchen. Ich muss Ottilie bitten, dass sie mir erlaubt in der Nacht die TĂŒre zusperren zu dĂŒrfen. Ich werde ihr sagen, dass ich im Heim das durfte, weil ich Angst hatte, dass jemand ins Zimmer kommt. Das stimmte zwar nicht und sie wusste das auch. Im Kinderheim durften die TĂŒren der Schlafzimmer der Kinder auch nicht verriegelt werden. Sie weinte unaufhörlich weiter. Sie verwarf den Gedanken wieder, weil sie Ottilie schon sagen hörte – aber wozu denn mein Kind? Hier brauchst du doch vor niemand Angst zu haben –.
Und wenn ich es ihr sage? Wenn ich ihr sage, wovor ich Angst habe? WĂŒrde sie mir glauben? Wenn ich einen SchlĂŒssel hĂ€tte, dann könnte ich mich auch tagsĂŒber, wenn Ottilie nicht da ist einschließen. Ich muss es jemandem sagen, denn wenn er es nochmals tut, springe ich aus dem Fenster, oder ich schreie so lange, bis er mich umbringt.

Ottilie, die jeweils an drei Nachmittagen der Woche Deutschunterricht außer Haus in der örtlichen Bibliothek offerierte kam am nĂ€chsten Tag ziemlich mĂŒde nach Hause. Es entging ihr, dass Maite völlig verweinte Augen hatte, als diese von draußen zurĂŒckkam und gleich auf ihr Zimmer ging. Morgen, Freitag, ist der letzte Schultag. Danach begannen die Sommerferien. Maite geriet abermals in Panik. Keine Schule, das heißt, jeden Tag werde ich dem Scheusal ausgeliefert sein. Kein Zufluchtsort. Sie entschloss sich, Ottilie alles zu sagen, egal was passiert.

Als sie in die KĂŒche trat, war Ottilie gerade dabei, Kartoffeln zu schĂ€len. „Kann ich dir helfen, Ottie?” „Ja gerne, wenn du magst mein Kind. NĂ€chste Woche beginnen die Ferien, Du darfst mit Volker auf den Bauernhof seines Bruders fahren. Da gibt es eine Menge zu sehen fĂŒr dich. Viele Tiere. KĂŒhe, HĂŒhner, Katzen und Hunde, auch Kaninchen. Es wird dir bestimmt gefallen. Ich werde in einer Woche nachkommen.”
Maite schnitt sich fast in den Finger vor Schreck. Zitterte innerlich. Ihre VorsĂ€tze, Ottilie alles zu sagen bröckelten wieder ab. Sie brachte es nicht fertig und wusste nicht wie beginnen. Ihre Verzweiflung wuchs in panische Furcht. Ich werde es jemand anderen sagen. Heute, nach der Schule. Ottilie wird mir vielleicht nicht glauben, aber es wĂŒrde bestimmt zu einem fĂŒrchterlichen Streit kommen und danach wird mich Ottilie nicht mehr mögen. Dann habe ich niemanden mehr! Ich kann es gar niemandem sagen, wem ich es auch sage, der, oder diejenige wird Ottilie informieren.
„Du scheinst dich gar nicht darĂŒber zu freuen Maite,” schreckte Ottilie sie aus ihren Gedanken auf. „Oh, doch, ich dachte gerade an das heutige Examen am Nachmittag,” stotterte Maite hervor. „Ach, verstehe, habe ich ganz vergessen, Du machst das schon,” sagte Ottilie besĂ€nftigend.

Das Examen war zwar schon zwei Tage zuvor, aber so genau war Ottilie auch nicht im Bilde. Als die Schulglocke an diesem Freitagnachmittag um 15:45 Uhr zum letzten Mal fĂŒr dieses Semester ertönte, versuchte Maite ihren gefassten Entschluss in die Tat umzusetzen. Sie passte draußen Rolf Bamert ab. Ihre einzige, ĂŒbriggebliebene Hoffnung, jemand ins Vertrauen zu ziehen. Als sie Rolf von weitem sah, wie er den langen Flur entlang schritt, war er flankiert von weiteren drei MitschĂŒlern. Maite fĂŒhlte einen Kloß im Halse. Was soll ich bloß sagen? Auf der Höhe von Maite blieb Rolf kurz stehen, wandte sich ihr zu und sagte auf seine freundliche und wohlerzogene Art; „WĂŒnsche dir einen schönen Urlaub, Maite.” Sie starrte ihn kurz an und stammelte; „Danke, ich dir auch!” Die drei anderen, die mit Rolf waren, lachten und machten ein paar neckische Bemerkungen. Dann waren sie weg.
Heimgesucht von furchterregenden Vorstellungen was Volker mit ihr auf dem Bauernhof alles anstellen wĂŒrde, zog sie sich an die Hausmauer des SchulgebĂ€udes zurĂŒck und kĂ€mpfte gegen den aufkommenden Weinkrampf.
Ich werde flĂŒchten, ich weiß nicht wohin, aber die heutige Nacht wird die letzte sein in diesem Horrorhaus. Die bereits geplante Urlaubsreise zum Bauernhof war fĂŒr Sonntagnachmittag vorgesehen. Bis dann werde ich nicht mehr da sein, sinnierte sie abschließend.

In der folgenden Nacht, es war gegen drei Uhr frĂŒh, Maite war wach, hörte sie die TĂŒrklinke zu ihrem Schlafzimmer. Sie erstarrte, wollte schreien, aber ihre Stimme war blockiert. Im nĂ€chsten Moment saß Volker an ihrem Bettrand. Sie spĂŒrte seinen keuchenden Atem. Er flĂŒsterte; „Hab keine Angst, ich wollte dir nur gute Nacht sagen, am Sonntag fahren wir in Urlaub, das wird dir sehr gefallen.” Seine Hand glitt unter ihre Bettdecke und strich ihr ĂŒber den Oberkörper, ihre BrĂŒste, ihren Bauch, ihre Schenkel. Sie lag da, völlig erstarrt. Sie begann zu zittern, leise zu weinen, dann ließ das Scheusal von ihr ab und verschwand aus dem Zimmer.
Sie lag da, völlig gelÀhmt, unfÀhig eines Gedankens, einer Handlung, bis der Tag dÀmmerte. Sie starrte völlig apathisch zur Zimmerdecke. Ihr danach gefasster Entschluss stand fest. Ich werde mich umbringen, ich gehe in den Wald und schneide mir die Pulsadern auf! Heute! Jetzt!

Sie haderte keinen Moment mehr mit ihrer Entscheidung, war nun noch weiter davon entfernt, Ottilie alles zu sagen. Der Tod wird mich retten, sagte sie sich.
Gegen zehn Uhr, als sie ihre Schokolade getrunken hatte, Ottilie gerade das Haus fĂŒr einen Einkauf verlassen wollte, schloss sie sich ihr an und ging mit ihr nach unten. Im Badezimmer hatte sie sich zuvor eine von Volkers Rasierklingen angeeignet. Sie verabschiedete sich von Ottilie und setzte sich auf ihren Lieblingsplatz, den kleinen Mauervorsprung vor dem Haus. Geistesabwesend schaute sie dem Treiben auf der Straße zu, welche heute wieder sehr belebt war.
Plötzlich hörte sie aus einem Lautsprecher Musik. Zuerst weit weg, dann kam sie immer nĂ€her. Im nĂ€chsten Moment bog weiter vorne ein Fahrzeug in ihre Straße ein und erfĂŒllte die ganze Umgebung mit Musik. Maite gefiel die Musik. Sie klang nach Abenteuer, nach Spektakel, sie vermittelte Anziehungskraft und geheimnisvolles.
Jetzt wurde die Musik unterbrochen. Eine junge MĂ€nnerstimme ertönte aus dem Lautsprecher, der auf dem Dach des Fahrzeuges montiert war: „Nur Samstag, Sonntag und Montag in Ihrer Stadt! Zirkus Sandokan! Tiger, Löwen und Panther! SeiltĂ€nzer und Clowns, Artisten und Zauberer! Reservieren Sie jetzt Ihre PlĂ€tze fĂŒr die heutige Abendvorstellung!” Ein KrĂ€chzen im Lautsprecher und gleich darauf setzte die Musik wieder da ein, wo sie kurz zuvor unterbrochen wurde.
Maite war fasziniert. Wie schön wĂ€re es mit einem Zirkus zu ziehen. „Nimm mich mit,” hörte sie sich flĂŒstern. Genau auf ihrer Höhe hielt das Fahrzeug an. Ein Junge stieg aus. Schön angezogen, wahrscheinlich war das seine beste Zirkusuniform. Weiße, schön gebĂŒgelte Hosen, eine dunkelrote Jacke mit goldenen Knöpfen.

Maite schaute ihn staunend an. Er muss ein Prinz sein! Er trug irgendwelche ĂŒbergroße Papierbogen auf dem Arm. Er hatte dasselbe krause Haar wie Maite, jedoch dunkelblond. Seine Augen waren fast so dunkelbraun wie ihre. Der Junge kam direkt auf sie zu und lĂ€chelte sie freundlich an. Die Musik im Lautsprecher lief weiter. Maite hielt den Atem an. „Hallo mein FrĂ€ulein, darf ich hier am Haus ein Plakat vom Zirkus anbringen? Sie kriegen dafĂŒr auch zwei Freikarten fĂŒr die heutige NachmittagsvorfĂŒhrung!” dabei schaute er aufmerksam in ihr Gesicht und Maite stotterte; „Ja, ich glaube schon, was mĂŒsste ich tun, dass ich einmal mit so einem Auto mitfahren dĂŒrfte?”
Der Junge lachte sie an – er mochte nicht Ă€lter als 17 sein – klebte geĂŒbt das Plakat an die Hausmauer und sagte zu Maites völliger VerblĂŒffung; „Kommen Sie! Steigen Sie ein, Sie können mir helfen, Plakate loszuwerden!”
„Meinen Sie das im Ernst? Ich komme gerne mit!”
„Setzen Sie sich nach hinten. Vorne bin ich neben meinem Bruder, er ist der Chauffeur. Er ist als Clown verkleidet, aber er ist kein richtiger Clown, er macht mit mir den Dreifachsalto unter dem Dach des Zeltes, kommen Sie!”
Das Auto fuhr weiter mit Maite im Fond. Sie konnte noch gar nicht begreifen, was eben geschah. Ich werde ihm alles erzÀhlen, ich werde ihn fragen, ob ich bei ihm bleiben kann. Er ist mein Prinz. Dachte sie.
Sie kurvten durch die Stadt begleitet von der Musik des Zirkusautos und den Ansagen von Jacob, so stellte sich ihr Prinz spÀter vor, wÀhrend er ihr fachmÀnnisch zeigte, wie man die Plakate anbrachte.
Als Maite gerade dabei war sich zu ĂŒberlegen, wie sie Jacob ins Vertrauen ziehen konnte, ĂŒberraschte sie dieser aufs Neue; „Wenn Sie möchten, Maite, können Sie eine Nacht in einem Zirkuswagen schlafen, das bieten wir immer wieder an, wenn uns jemand hilft Plakate zu verteilen. Möchten Sie?”
Maite traute ihren Ohren kaum und sagte mutig; „Sie können ruhig du zu mir sagen, ich bin erst gerade Zwölf geworden, ja ja, gerne wĂŒrde ich einmal in einem Zirkuswagen schlafen.”
„Unser Vater verlangt, dass wir alle Personen per Sie anreden, egal wie jung sie sind, wenn wir unter uns sind Maite, können wir uns duzen, aber wenn andere Leute um uns sind, mĂŒssen wir per Sie sein, ist das okay fĂŒr dich?”
„Ja natĂŒrlich Jacob, ich möchte dir noch etwas sagen!” „Okay, ich höre.”
„Ich wollte heute von zu Hause weglaufen ich kann dort nicht mehr leben und ich gehe nicht mehr dahin zurĂŒck!”
Jacob schaute sie ernst an. Nach einer Weile sagte er; „Was ist denn der Grund dafĂŒr Maite? Deine Eltern werden sich Sorgen machen und dich suchen lassen, das wird nicht gehen!”
„Ich habe meine richtigen Eltern bei einem Flugzeugabsturz verloren. Danach wurde ich in ein Kinderheim gesteckt, dort von den jetzigen Eltern rausgeholt aber der Mann verlangt von mir Dinge, die ich nicht tun kann, es wird immer schlimmer. Er fasst mich an, greift mir unter die Kleider, so, dass es wehtut. Ich sterbe lieber, bevor ich dahin zurĂŒckgehe.”
Maite liefen TrĂ€nen ĂŒber die Wangen. Jacob trat zu ihr hin, nahm sie behutsam in seine Arme, streichelte ihr ĂŒber ihre Locken und sagte sanft; „Wir sprechen mit Vater, er hat bestimmt eine Lösung. Er findet fĂŒr alles eine Lösung.”


__________________
Pierre Montagnard
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Version vom 24. 07. 2017 12:22
Version vom 25. 07. 2017 10:39
Version vom 25. 07. 2017 10:56

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Cher Monsieur Montagnard,
vous ĂȘtes français? Ou est-ce que ce n'est qu'un nom de plume que vous avez choisi pour impressioner les chleus?

Ich sag mal so: Die Geschichte an sich bietet genĂŒgend Stoff fĂŒr einen lĂ€ngeren Text und da dies nur der erste Teil ist, hast du ihn auch so angelegt. Ich habe bis jetzt nur diesen Teil gelesen und die gute Nachricht vorweg: ich habe ihn ganz gelesen. Etwas muss mich also gepackt haben, ich nehme an, dass es die Ausweglosigkeit des MĂ€dchens ist, die du ziemloich eindringlich schilderst. Auch handwerklich gibt es nicht allzu viel zu meckern: Ein paar mal benutzt du falsche Tempora, hier und da sind die Zeitangaben perspektivisch falsch.

Der grĂ¶ĂŸte Kritikpunkt ist m.E. folgender: In Teilen liest sich dein Text zu sehr wie ein Bericht, es wird erzĂ€hlt und erzĂ€hlt und erzĂ€hlt. Dadurch bewĂ€ltigst du zwar eine Menge Handlung, aber diese Handlung wird nur selten eindringlich vermittelt. Entwicklungen finden zu rasch statt: Ah, ein Zirkus, mit dem könnte ich fliehen, oh, super, ich darf mit Plakate verteilen, der junge Mann ist nett, ich vertraue mich ihm an und ĂŒbernachte auch dort. Das wirkt in seiner Hastigkeit doch etwas ĂŒbertrieben und wenig realistisch. Die Ich-flieh-mit-dem-Zirkus Nummer ist m.E. auch schon etwas ausgelustscht(Charlie Chaplins The Circus von 1928 oder zuletzt Wasser fĂŒr die Elefanten mit Christoph Waltz von 2011).

Dennoch werde ich weiterlesen und dir ggf. RĂŒckmeldungen ĂŒber den Rest geben. Manchmal muss man auch erst ein bißchen schreiben, bis man ein GefĂŒhl fĂŒr das ErzĂ€hltempo oder die Balance zwischen Show und Tell bekommt.

Liebe GrĂŒĂŸe,

CPMan

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pierremontagnard
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Maite Sinclairs drittes Leben

Muy buenas tardes CPMan

ZunĂ€chst recht herzlichen Dank fĂŒr Deine RĂŒckmeldung, ebenso fĂŒr die Kritik. Mein Pseudonym, Pierre Montagnard, haben mir 1974/75 die Franzosen verpasst, als ich da in Mantes la Jolie arbeitete. Sie hatten grĂ¶ĂŸte MĂŒhe, meinen Nachnamen auszusprechen. So haben sie mich “umgetauft”. Ich stamme aus der deutschsprachigen Schweiz, verbrachte 18 Jahre in SĂŒdamerika, wo dann allmĂ€hlich mein Französisch dem Spanisch wich.

Kurzgeschichten sind nicht mein Genre. Schreiben tue ich schon lange, aber ohne mich jemals diesbezĂŒglich weitergebildet zu haben. Als ich von SĂŒdamerika zurĂŒck war, (ich lebe nun in Catalunya) habe ich mir vorgenommen, einen Roman zu schreiben. Ohne jegliche Kenntnisse, was da heute auf dem Buchmarkt so alles abgeht, griff ich “zur Feder” und wĂŒtete los! Erst als ich diesen nach 18 Monaten fertig hatte, begann ich, mich via Internet und Korrespondenz schlau zu machen, wie die Chancen stehen, meinen Roman zu veröffentlichen. Die Zahlen von eingereichten Manuskripten, von denen – gemĂ€ĂŸ diverser Verleger – gegen 98 % im Papierkorb, oder als Absagen enden, mindestens im Falle von Newcomern, sprechen eine deutliche Sprache!

Dennoch erhielt ich, nebst einer Absage, auch zwei sehr gute Kritiken und sogar die Bereitschaft, meinen Roman zu veröffentlichen. Allerdings mit der Auflage, eines happigen Kostenzuschusses. Nach sammeln von Informationen kam ich zum Schluss, dass beide Verlage mein Werk wahrscheinlich gut genug finden, um ihren Namen mit auf das Buch zu setzen, dieses aber – durch die Mitfinanzierung meinerseits – vor einem literarischen HĂ€rtetest “verschonen”! Davon abgesehen, dass ich außerstande bin, die erfragten Kosten zu berappen, fehlt mir noch immer eine wirkliche Standortbestimmung. Erbracht von einem neutralen Profi.

Soviel in Abschweifung. Danach bin ich auf verschiedenen literarischen Plattformen herum gesurft und bin auf der Leselupe hĂ€ngengeblieben, die mir von allen am besten gefĂ€llt, nahm mir vor, mich da anzumelden, mich mal mit einem Beitrag zu versuchen, um mich in “der Luft zerreißen” zulassen!

“Maite Sinclairs drittes Leben” inspirierte mich durch ein Vorkommnis aus meiner Jugend, als tatsĂ€chlich ein NachbarmĂ€dchen plötzlich verschwand und erst Jahre spĂ€ter in einem englischen Zirkus, als dannzumal erwachsene Frau, wieder auftauchte. (Aussagen der Nachbarn nach mehr als 20 Jahren!) Die Geschichte an sich, ist jedoch von mir frei erfunden. Ich weiß, dass der Zirkusjunge in der Geschichte sehr schnell auftaucht. Ich haderte auch, zum Zeitpunkt, als Maite völlig verzweifelt, auf dem Mauervorsprung saß, mit der Rasierklinge in der Jackentasche, das Ende vor Augen. Ich konnte sie nicht sterben lassen! Dabei fiel mir ein kleines Bild ein, welches im Schlafzimmer meiner Großmutter hing, auf dem, mit altdeutschen Lettern stand; “immer wenn Du meinst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her!” Das Lichtlein verkörperte den Zirkusjungen. Dies ist lediglich meine ErklĂ€rung, entbindet jedoch nicht, von Deiner berechtigten Kritik.

Wenn Du mir noch einen kurzen Hinweis auf die “falsche Tempora” sowie die “perspektivisch falschen Zeitangaben”, geben könntest, wĂ€re ich Dir sehr dankbar. Denn trotzt viel lesen und schreiben, bekenne ich mich dazu, dass ich noch ein Lehrling bin. Freue mich im Übrigen, dass es mir immerhin gelang, Dich zum Weiterlesen zu motivieren!

In diesem Sinne, herzliche GrĂŒĂŸe

Pierre Montagnard (Peter, der Bergbewohner)

__________________
Pierre Montagnard
en vino veritas!

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