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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Poetische Reise
Eingestellt am 09. 08. 2002 18:29


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eufemiapursche
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Poetische Reise

Auf die nervende Frage: was schreibst du gerade?, antworte ich, dass ich wahrscheinlich ĂŒber Blumen schreibe und eines Tages ein noch schlichteres Thema wĂ€hlen werde. Eine Tasse Kaffee etwa oder die Abenteuerreise einer Email. Aber derzeit habe ich schon genug zu betrachten: neun tuffige Rosen die mir mit breiten MĂŒndern schallend entgegen lachen. Sie verbreiten eine freudige Stimmung im Zimmer. BĂŒcher sind nicht so großzĂŒgig. Sie verstehen es nicht, einfach so - völlig schutzlos - zu strahlen. Was wirklich zĂ€hlt, ist das, was lebt, und was lebt, schĂŒtzt sich nicht vor dem Ende.
Kein Tagebuch schreiben, nichts Chronologisches. GefĂŒhle und Einsichten nicht fixieren, sondern aus dem Fluss die Tropfsteinhöhle des Bleibenden abperlen lassen. Die Frage nach dem "Was ist...?" durch ein "Was geschieht?" ersetzen.

Ein Strauß Worte aus dem Wörterbuch poetischer Wahrheiten. Lyrischer Transport in geschlossener Seelenbahn: Flamme, inspiriert, Mensch, noch, Nuancen, Reisen, Schönheit, Schwall, Utopie, Vogel.


Reisen ist TrÀumen
Das Grau verlassen, Utopien haschen
Noch daran glauben in allen Nuancen
Schweigend schwelgt inspiriert der Mensch
Der die Flamme flackernd in sich trÀgt
Die Schönheit fremder GesÀnge kosten
Im Schwall ihrer KlÀnge untertauchen
Dann weiterziehen dem Vogel gleich.


Nur die Wirklichkeit verleiht FlĂŒgel die tragen; die Wirklichkeit betrachtet von Angesicht zu Angesicht, so wie sie ist. Nicht zwingend konform mit unseren WĂŒnschen.

Die Ă€ußersten Spitzen der BlĂŒtenblĂ€tter krĂ€useln sich schwĂ€rzend wie Papier, das ich ĂŒber die Flamme halte. Je mehr ihr Ende sich nĂ€hert, desto weiter strecken die Rosen ihre Köpfe Richtung Fenster – als ob das Licht ihnen etwas zu sagen hĂ€tte, das sie immer weniger gut verstehen.

Der poetische Strauß gepflĂŒckt unter dem großen Gewölbe der Literatur?
Ein Schwall Worte der noch die Schönheit in all ihren Nuancen besingt. Ein Mensch der mit seinem LĂ€cheln auf Reisen geht. Aufgeschrieben, inspiriert durch die Flamme einer Leidenschaft, sich entfaltend wie ein Vogel seine FlĂŒgel fĂŒr die Utopie der Wirklichkeit.

Keine Blumen heute in der Vase. Doch das Licht, das nur sie schenken können, ist trotzdem da. Ich schreibe, schnell, schnell, schnell. Die Wahrheit ist kein in die Erde gebuddeltes Loch. Sie ist leicht, ein vierblÀttriges Kleeblatt. Ich besitze einen Schatz. Er ist unerschöpflich, vorausgesetzt, ich gebe ihn vollkommen her.

In Wirklichkeit liefert dieses Wörterbuch aufgelöst im virtuellen Raum weiße Propagandatauben und mit abstrakter Inbrust Klischees. WĂ€hrend der Bildschirm die lebendige Wirklichkeit entmaterialisiert, befreit das Geschriebene sie vom Gewöhnlichen. Die Welt und das AlltĂ€gliche werden simultan entlassen.
Gibt es Poesie in der virtuellen Kultur nur im lyrischen Vergessen der konkreten Welt? Wird aus dem ekstatischen JA der utopischen Muse ein kategorisches NEIN an die Ratio menschlichen GlĂŒcks?
__________________
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kostho3
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Hallo Eufemiapursche !
Hatte Dich schon im Asyl gelesen und dort geantwortet.Allerdings gibt es dort ja keine Bewertungen auf einer Skala. Gruß Kostho

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eufemiapursche
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Hallo Kostho,

"Nichts ist leichter, als so zu schreiben, dass kein Mensch es versteht; wie hingegen nichts schwerer ist, als bedeutende Gedanken so auszudrĂŒcken, dass jeder sie verstehen muss." (nee nee, ich werd nicht grĂ¶ĂŸenwahnsinnig ist von Arthur Schopenhauer)

So sei mein Zunge wie der Griffel eines gewandten Schreibers. (Psalmen 45,2)

Mit anderen Worten: DANKE fĂŒr deine Begleitung auf der poetischen Reise...

Femi
__________________
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rekitrik
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hallo eufemiapursche,

wirklich schlichte themen gibt es wohl nicht, ist das komplexe doch nur ein netzwerk des banalen. sehr beeindruckend, wie du aus den schablonen unumgenzte gedanken zeichnest.

gruß rekitrik
__________________
denke groß, denke schnell, denke anders!

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eufemiapursche
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Folgeexperiment

Ja das Netzwerk und all seine Synapsen lieber Rekitrik....

Nun so lass uns das Experiment ein wenig fortsetzen

Stellt aus den Zutaten des folgenden Gedichts euer LieblingsmenĂŒ zusammen:

WĂ€hlt eine beliebige erste Zeile aus jeder Strophe, hĂ€ngt irgend eine zweite Zeile aus jeder Strophe daran und fĂŒgt aus jeder Strophe eine der Abschlusszeilen an

Fertig ein Mahl aus 343 SĂ€tzen. Frisch servieren

NatĂŒrlich verwenden wir wieder unseren literarischen Strauß

Flamme, inspiriert, Mensch, noch, Nuancen, Reisen, Schönheit, Schwall, Utopie, Vogel.


Liebe Lupianer,
Es ist keine Utopie
Einem Menschen beizustehen

Erinnern wir uns
Es ist immer möglich
Die Schönheit unseres Planeten spĂŒren

Vergessen wir keine Nuance
Wir sollten in der Lage sein
Des Lebens Schwall zu genießen

Erlaubt mir anzumerken
Nur die Inspirierten unter uns verstehen
Die Flamme lebendig zu erhalten

VernachlÀssigt nicht die folgende Tatsache
Man darf niemals diesen Drang verlieren
Frei zu sein wie die Vögel

Machen wir uns wirklich klar
Wir sollten endlich beginnen
Zu reisen um einander kennenzulernen


Und noch etwas
Das Wichtigste besteht darin
Dieses Band der Dichter flattern zu lassen

__________________
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kostho3
Hobbydichter
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WortstrĂ€uße

Es bleibt immer nur Utopie,
den Mensch zu finden ,der meinen Geist nach Hause bringt.

In gelebten und kĂŒnftigen Erinnerungen suche
und finde ich die Schönheit des Zusammenshangs.

Den Preis des TrÀumens bezahle ich mit den Nuancen des Verrats,
um ihn in seiner Konsequenz zu heiligen,
bereit fĂŒr die Narben jeden Judaskusses.

TĂ€glich inspiriere ich meine Flamme,
sie zum Lodern zu bringen, auch wenn sie manchmal nur
schwarz qualmt,trÀnentreibend, Sicht vernebelt.

Phönixgleich ĂŒberfliege ich frei die Felder meiner TrĂ€ume,
zu verbrennen die noch nicht Verbrannten, zu verschreiben die aus Asche.

Unklar ist der Reise Ziel, wo Zufall sich mit Schicksal paart, zu treffen die,
die ich nicht treffen muß, um sie zu kennen.

Noch nie nannte mich das Leben Dichter, doch trage ich
das Band eines Aufschreibers, zu beschreiben, was das Leben offenbart.

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