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Leselupe.de > Kindergeschichten
Saurier Tropfnase (Weihnachtsgeschichte)
Eingestellt am 07. 11. 2012 17:00


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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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Saurier Tropfnase

Saurier Tropfnase wollte seine Verwandten in Bayern besuchen.
Deshalb wurde er von Saurioma und Sauriopa in ein Paket gesteckt. Das war fĂŒr ihn der einfachere Weg, als mit der Bahn zu fahren und andauernd umsteigen zu mĂŒssen.
„Liegst du auch bequem?“, erkundigten sie sich.
Bevor der Klebestreifen endgĂŒltig das Paket verschließen konnte, schob Saurioma noch schnell ein Schnupftuch durch die Ritze im Karton.
„Damit der Karton nicht aufweicht, wenn deine Nase so tropft!“, rief sie Tropfnase zu und schon wurde es völlig dunkel im Inneren. Tropfnase dachte ĂŒber Sauriomas Worte nach und konzentrierte sich auf das, was er fĂŒhlte.
Er lag bequem zwischen den selbstgebackenen PlĂ€tzchen und den Weihnachtsgeschenk-PĂ€ckchen, die Saurioma und Sauriopa fĂŒr die Verwandten eingepackt hatten und er lauschte auf das, was draußen vor sich ging.
LaufgerĂ€usche drangen an sein Ohr. Es schaukelte ein wenig. Sicher war Sauriopa mit dem Paket unterwegs zur Poststelle um es dort aufzugeben. Tropfnase verhielt sich mucksmĂ€uschenstill; vielleicht konnte er dann hören, was gesprochen wurde. Aber an der Poststelle befand sich ein Mensch und Menschen redeten nur das Allernötigste mit Sauriern, weil sie sich vor deren ZĂ€hnen fĂŒrchteten. Dabei waren sie doch Vegetarier, Opa und er und die fressen kein Menschenfleisch!

Trotzdem betĂ€ubte ihn fast in seiner jetzt engen Behausung der Duft von den frisch gebackenen PlĂ€tzchen und es entstand der Wunsch in ihm, sie probieren zu wollen. Ein Löchlein könnte er sofort mit dem spitzen Finger in die PlastiktĂŒte bohren. Kaum hatte er dieses geschafft, betĂ€ubte ihn der PlĂ€tzchenduft noch mehr und danach die lange Fahrt im GepĂ€ckwaggon der Bahn entging ihm völlig. Er verbrachte die Zeit im Tiefschlaf, so betĂ€ubt war er.
Als er wieder zu sich kam, hörte er die Stimme eines Lieferboten vom Paketdienst. Der Mann schimpfte ĂŒber die Verpackung: „Was haben die denn da eingepackt? Der Karton ist ja ganz nass und aufgeweicht, dabei hat es doch gar nicht geregnet!“ Tropfnase erinnerte sich wieder an das Taschentuch und schnell tastete er danach um es unter seine Nase zu drĂŒcken. Zu allem Überfluss kitzelte es ihn auch noch in seiner Nase, so dass er niesen musste und der Mann vom Paketdienst sich erschreckte und damit begann den Karton in alle Richtungen zu drehen, so dass der Saurier im Karton mal auf dem Kopf und mal auf den Seiten lag.
Krampfhaft hielt er mit seinen kurzen Armen und einer Hand die PlĂ€tzchentĂŒte zu, damit der Inhalt nicht hinauspoltern konnte. In der anderen Hand hielt er sein Schnupftuch und an Naschen war vorerst fĂŒr ihn nicht zu denken.
Als wieder Ruhe eingekehrt war und die Drehungen vom Karton aufgehört hatten, spreizte Tropfnase seine spitzen Saurierfinger und tatsĂ€chlich, dort, wo der Karton durch seine Tropfnase nass geworden war, ließ sich ganz leicht die Pappwand durchstoßen.

„Wohin muss denn dieses Paket?“, hörte Tropfnase den Auslieferungsfahrer plötzlich mit sich selbst reden.
„Sauriersiedlung 2!, Auch das noch! Da traue ich mich nicht hin. Ich könnte es einfach an der Straßenecke abstellen und so schnell ich kann verschwinden.“, und so kam es, dass ein einsames Paket an der Straße der Sauriersiedlung stand und darauf wartete, dass es jemand abholen kam. Es war schon eine zeitlang ruhig und Tropfnase in seinem Paket merkte, es wĂŒrde auch weiterhin ruhig bleiben, wenn er nicht selbst etwas unternehmen wĂŒrde.
Er mĂŒsste an der Stelle beginnen, wo der Karton nass geworden war und er pulte ein grĂ¶ĂŸeres Loch in den Pappkarton. Von dort aus war es dann nicht mehr so schwer, ihn auseinander zu nehmen und aus ihm hinauszuklettern. Tropfnase stieg wie ein KĂŒken aus seiner Eierschale in die Welt hinaus und lief gleich zu seinen lieben Verwandten, die mit ihm zusammen
PlĂ€tzchen aßen und bald auch Weihnachten feiern konnten

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