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Leselupe.de > Gereimtes
Sommersonate
Eingestellt am 22. 07. 2008 08:49


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Walther
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Sommersonate


Die Halme schwanken sanft im Wind,
Es schwanken auch die Augen.
So leicht bekleidet und geschwind,
Dass ich den rechten Halt nicht find,
Zur Scheuche will’s nicht taugen.

Das Tuch, das sie so eng umschlang,
Der Windstoß will es blähen.
Ich eile an dem Feld entlang,
Wo ich die letzten Strahlen fang.
Ich wollt, dass sie uns sähen!

Der Rock schmiegt sich an ihren Leib,
Die Falten sind zu fühlen.
Sie ist mein liebster Zeitvertreib,
Ich will, sie will, dass ich jetzt bleib,
Um mich in ihr zu kühlen.

Die Bluse öffnet sich so leicht,
Ich brauchte nicht zu knöpfen,
Zu greifen, was sie mir gereicht,
Wie sie dem Paradiese gleicht,
Das sie mir bot zu schöpfen.

Ich halt sie fest in meinem Arm,
Ganz fest, sie darf nicht fliegen
Wie über uns der Vogelschwarm,
Sie schmeckt so gut, sie ist so warm,
Sie wird mich gleich besiegen.

Ach Kind, was wehrst Du Dich so sehr,
Ich will Dich nur umfangen.
Mach uns das Leben nicht so schwer,
Sonst mach ich Deine Augen leer
In wütendem Verlangen.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Duisburger
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Hallo Walter,

formal ist da nix auszusetzen, hätt' ich bei dir auch nicht anders erwartet.
Inhaltlich ist das Werk durch die letzte Strophe nach meinem Dafürhalten grenzwertig. Die ersten fünf Strophen ein erotisches Gedicht, ein gelungenes wohlgemerkt, aus dem ich durch die letzte Strophe jäh heraus gerissen werde. Ich denke, dass war deine Absicht, wenn dem so war, so ist es dir zumindet bei mir gelungen.
Die letzte Strophe ist auch inhaltlich interpretierbar. Ist mit "Ach Kind" wiklich ein Kind gemeint oder eher eine Redendung, welche gerne Ältere gegenüber jüngeren (auch erwachsenen) Menschen benutzen?
Die Mordrohung in den letzten Zeile jedoch ist eindeutig, somit also eine Vergewaltigung.

Ich muss drüber nachdenken, was ich davon halten soll oder will.

lg
Oldy
__________________
Unter den Kastraten ist der eineiige König (unbekannter Gas- und Wasserinstallateur).

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Walther
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Hi Duisburger,

danke für Deinen Eintrag. Ich habe diese Provokation und die Folgen bewußt gesucht. Wenn ich jetzt den Rost heruntergemacht bekomme, muß ich damit leben.

Allerdings habe ich, im Vorgriff auf die versammelten "Hinrichtungskommandos", bereits eine Bemerkung eingetragen, die darauf hinweist, daß das nicht meine Meinung ist, ich nicht das LyrIch bin, und Stephen King (wobei meine literarischen Versuch nicht dessen Klasse erreichen, sondern weit schlechter sind) kein Meuchel- oder Massenmörder. Also bin ich auch keiner, und in der Kunst ist diese Art Provokation ja nicht neu.

Nun harre ich der Dinge, die da kommen. Ich werde sie wohl überleben.

Gruß W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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JoteS
Foren-Redakteur - tippende Inquisition
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Hallo Walther

Das ist formal und sprachlich sogar einer Deiner besten Texte. Hier passt jedes Wort zum anderen, der Stil ist durchgängig und die Geschichte wird überzeugend erzählt.
Walther, mir graut vor Dir!

LG

Jürgen
__________________
Oh lodernd Feuer! (Ustinov als Nero)

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Duisburger
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Nee Walter, ich wollte dich nicht "hinrichten" und das du und der Lyrich nicht identisch sind, war mir auch ohne deinen Zusatz klar, wir kennen uns schon länger.
Die "Provokation" ist jedoch gelungen. Bin mal gespannt auf weitere Meinungen.

lg
Duisburger
__________________
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Walther
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Hi JS,

mir graut vor mir auch.

Nun kann das Böse durchaus im Kleid der Schönheit daherkommen, gerade in dieser Sache. Als ewiger Rebell, der ich im Geheimen bin, habe ich dieses Thema gegen den Strich gebürstet und da hinein getan, wo es m.E. hingehört: Als den lebensgefährlichen Teil der Sexualität, der aus einem Spiel entsteht, das, durch falsche Signale (falsch gesendet und falsch verstanden), zu einem schrecklichen Abschluß führt.

Als Vater zweier Töchter ist diese Situation eine meiner permanenten Ängste, die mich zeitlebens verfolgen werden.

Ich hoffe, das erläutert diesen Text hinreichend.

Gruß W.

PS.: Das ist die "saubere" Version der 6. Strophe:

quote:
Ach Kind, was wehrst Du Dich so sehr,
Ich will Dich nur umfangen,
Mach uns das Leben nicht so schwer,
Es ist nur Liebe und nicht mehr,
In stürmischem Verlangen.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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