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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Stadtgedanken I.
Eingestellt am 04. 04. 2017 20:57


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klaatu
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Stadtgedanken I.

Wenn die Stadtreinigung wirklich konsequent w├Ąre,
k├Ânnte es hier vielleicht ertr├Ąglich sein...

Immerhin gibt es einen netten neuen Service im Supermarkt:
Am Ausgang kann man sich seit Neuestem
den Inhalt seines Einkaufwagens p├╝rieren lassen!

Auf der Rolltreppe:
Eingepfercht wie Vieh
in einem Schlachtautomaten.
In einsamer Massenpanik
biete ich meinen Mitmenschen Kleingeld an,
wenn sie alle sofort nach Hause gehen.

Im ├ťbrigen:
Zum Schutz vor Taschendieben
trage ich zwei leere Portmonees bei mir.
Ebenso ein Suspensorium,
ein schuss- und stichfestes Kettenhemd
und einen Bauhelm
gegen herabst├╝rzenden Weltraumschrott.

Das ist das Internet in 3D:
Ich sehe dicke M├Ądchen,
die durch Glasfaserkabel krabbeln,
optimistisch in die Zukunft blickende Graffiti
("Ich lieeeeebe Nike Footwear")
halbe H├Ąhnchen im Formationsflug
und M├╝nzschlitze an Abfalleimern.

Keine Frage:
Das hier ist das w├╝ste Land
hinter den Fernsehkameras.

Von der Jugend ist auch nicht viel zu erwarten,
nicht mal ein erhobener Mittelfinger.
Zu gro├č ist anscheinend die Angst,
dabei das Smartphone fallen zu lassen...

Der Stadtspielplatz
wirkt wie ein Bootcamp f├╝r Kleinkinder.
Man trainiert f├╝r den Ernstfall.
Ein kleiner Junge schreit
seine merkw├╝rdig stille Mutter an.
Ob die junge Frau
meine ausgepr├Ągte Beinmuskulatur bewundern w├╝rde,
wenn sie sieht, wie weit ich ihr pl├Ąrrendes Kind treten kann?
Die H├Ąlfte der M├╝tter scheint schon wieder schwanger.
K├Ânnen die Frauen nicht N├╝tzlicheres zur Welt bringen?
Einen Schraubenzieher vielleicht
oder von mir aus eine Kiste Bier.


Eigentlich bin ich kein schlechter Mensch,
nur andere Menschen machen mich manchmal dazu.
In gro├čen, ungefilterten Mengen kaum ertr├Ąglich.
Kein Wunder, dass so viele online leben und sterben.

Zu viele Gesichter, zu viele Stimmen.
Und als die Stimmen fremder,
die Gesichter dunkler
und die Kinder wilder werden,
stelle ich fest, dass ich zu weit nach S├╝den gegangen bin.

Die Sonne geht hier schnell unter
und schickt ein letztes Warnlicht ├╝ber den Horizont,
bevor sie f├╝r mich verschwindet...

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Mondnein
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Eine witzige Ideenfolge, ganz sch├Ân verr├╝ckt.


__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

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klaatu
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Ich habe auch immer das Gef├╝hl verr├╝ckt zu werden, wenn ich in der Stadt unterwegs bin...

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Tula
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Hallo klaatu

Gef├Ąllt mir soweit auch,die Strophe in 3D besonders. Anderes wieder weniger, vor allem der Kinderspielplatz. Ginge auch k├╝rzer und noch w├╝rziger. Vielleicht einfach nur bis zu den Fernsehkameras.

LG
Tula

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klaatu
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Hallo Tula, danke f├╝r Deine Aufmerksamkeit. Ich habe recht lange mit mir gerungen, wie lang der Text werden soll. Der Originaltext ist ca. viermal so lang. Ich habe ihn jetzt auf 2 - 3 Teile aufgeteilt. Vielleicht k├╝rze ich noch mal und streiche ein paar Stellen.
LG

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Tula
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du kannst vielleicht auch einen 'irr-sinnigen' Prosatext draus machen; daf├╝r braucht es dann allerdings so etwas wie eine Handlung

Tula

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