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Leselupe.de > Kindergeschichten
Wie die Koalabären ihre Angst vor Spinnen verloren (4-8J)
Eingestellt am 18. 09. 2017 16:58


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SierraBravo
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Wie die Koalabären ihre Angst vor Spinnen verloren

Im tiefsten Dschungel von Australien lebten in den höchsten Ästen der großen Dschungelbäume die kleinen grauen Koalabären. Die Koalas waren ein friedliches Völkchen, und das Leben als Koala hätte wirklich ruhiger nicht sein können:
Die kleinen Geschöpfe mit den mächtigen schwarzen Stupsnasen schliefen den ganzen Tag in den Bäumen, und wachten nur ab und zu auf, um einer ihrer beiden Lieblingsbeschäftigungen nachzugehen: Entweder Unmengen von ihrer Leibspeise, den Eukalyptusblättern zu naschen, bis ihre pelzigen Bäuche kugelrund waren, oder aber von Ast zu Ast zu klettern um mit ihren Nachbar-Koalas zu kuscheln (wobei sie aber meistens gleich wieder einschliefen). Kurz gesagt: Es gab nicht viel, was die verschlafenen Bärchen in ihrer Ruhe hätte stören können.
Eine Regel gab es aber, die jeder Koala von Kindespfötchen an eingebläut bekam: Wir Koalas leben auf den Bäumen, weil wir uns vom gefährlichen Boden fernhalten müssen! Dieses Gesetz namen die Koalas sehr ernst, und der Koala-König Konrad erinnerte sie alle daran, so oft es ihm möglich war, ganz besonders in der Koala-Klasse, die er persönlich unterrichtete. Die meisten wussten den Grund nicht, warum sie den Dschungelboden meiden mussten, aber die alten Koalas kannten das Geheimnis: Am Boden des Urwalds lebten die Spinnen, riesige einäugige Monster mit zehn Beinen und zwei Mäulern, die sich nur von armen Koalas ernährten, die in einem unachtsamen Moment vom Baum gestürzt waren! Doppelt so groß wie ein Koala waren sie angeblich, und so giftig, dass einem, der sie auch nur ansah, sofort die Nase abfiel.
Eines morgens, als Konrad gerade in Richtung Schulbaum trottete, fand er die Kinder der Koala-Klasse in heller Aufregung vor. Alle saßen sie, vor Angst eng angekuschelt, auf einem Ast und deuteten mit ihren winzigen Krallen in die Tiefe. Ein Koala-Kind kam angerannt, so schnell es für die langsamen Bärchen möglich war.
"Konrad!" rief der Kleine, "Komm schnell, ein Kind ist vom Baum abgerutscht und heruntergefallen!"
Konrads flauschiges graues Fell stand auf einmal am ganzen Körper ab. Eilig krabbelte er an den ängstlichen Koala-Kindern vorbei an die Spitze des dicken Asts und versuchte, durch das dichte Blätterdach etwas zu erspähen. Er sah nur grüne Blätter, so weit das Auge reichte, und bis auf den Boden konnte er nirgendwo blicken. Hinter ihm kamen nun die erwachsenen Koalas angeklettert, und die Mütter steckten panisch ihre Kinder in den Beutel. Ängstlich blickten sie Konrad an, die Nachricht vom abgestürzten Kind hatte sich wie ein Lauffeuer in den Bäumen verbeitet.
Der Koala-König drehte sich um und verkündete: "Vielleicht ist dem Kleinen nichts passiert. Die Pflanzen und Büsche sind weich und können einen Sturz bremsen. Wenn ich schnell bin, kann ich das Kind wieder auf den Baum tragen, bevor die Spinnen angekrabbelt kommen!"
Jetzt stand auch vielen anderen Koalas das Fell zu Berge. Aber Konrads Entschluss stand fest, und so schlug er schon kurz darauf die Krallen in den Baumstamm um mit dem Abstieg zu beginnen.
Als Konrad kurze Zeit später die dicken Wurzeln des Dschungelbaumes erreichte, entdeckte er sofort das kleine Koala-Kind, das nur wenige Nasenlängen von ihm entfernt zwischen abgebrochenen Zweigen und dicken Blättern auf dem Waldboden saß. Verängstigt, aber unverletzt blickte es zwischen den dicken Baumstämmen umher, bis es schließlich Konrad entdeckte und erleichtert quietschte. Der Koala-König krabbelte auf das Kleine zu und nahm es auf seine Schultern. "Nichts wie weg hier", dachte er, drehte sich um, und erschrak so sehr dass das Kind beinahe wieder von seinem Rückem gepurzelt wäre.
Zwischen den beiden und dem Baumstamm saß eine große schwarze Spinne mit grünen Punkten auf dem Boden und blickte sie an. Konrad erstarrte vor Panik und bewegte sich nicht vom Fleck. Jetzt musste ihm wohl jeden Moment die Nase abfallen, und die Spinne würde ihre Nachbarspinnen rufen, und gemeinsam würden sie sich auf die beiden armen Koalabären stürzen um sie zu fressen! Das Koala-Kind drückte sich vor Angst seine großen Ohren auf die Augen.
Aber nichts dergleichen geschah. Beide Tiere standen sich wie angewurzelt gegenüber und niemand machte einen Mucks. Konrad wunderte sich, dass sich seine dicke Nase noch immer fest angewachsen in seinem Gesicht befand und traute sich jetzt, die Spinne etwas genauer zu beobachten.
Beim zweiten Hinsehen bemerkte er, dass das Krabbeltier viel kleiner war als er. Und es hatte auch keine zwei Großen Mäuler sondern nur ein ganz kleines, in dem für einen Koala garantiert kein Platz war. Sie hatte gar nicht zehn Beine, sondern nur acht. Und die Spinne hatte auch nicht nur ein großes, böses Auge, sondern ganz viele winzige, und in jedem einzelnen erkannte Konrad pure Angst.
"Bitte friss mich nicht!" piepste die Spinne und hielt sich mit ihren Vorderbeinchen so viele von ihren Augen zu, wie möglich. "Ich schmecke bestimmt gar nicht gut!"
Die beiden Koalas sahen sich verdutzt an. "Aber ich will dich doch gar nicht fressen", stammelte Konrad, "wir Koalabären essen doch eh nur Eukalyptus!"
"Euka-Was?" fragte die Spinne, und hätte sie Augenbrauen gehabt, hätte sie sie angehoben.
"Wir dachten, du willst uns fressen!" rief das Koalakind von oben.
Jetzt lachte die Spinne. "Aber nein, so ein Unsinn! Wie soll das denn gehen? Ihr seid doch viel zu groß zum Essen. Außerdem essen wir Spinnen gar keine Säugetiere."
Konrad fühlte Erleichterung, aber auch ein bisschen Empörung. Na da hatten ihre Vorfahren ihnen aber einen Streich gespielt! Die Spinne sah sie immernoch misstrauisch an. "Und ihr esst wirklich nur euer komisches Keulatyptus? Mir haben sie immer erzählt, dass wir Spinnen deswegen in kleinen Tunneln im Boden leben müssen, fernab der Oberfläche. Denn dort würden die großen bösen Koalabären leben, die sich nur von Spinnen ernähren. Aber ihr seht ja gar nicht böse aus, sondern niedlich!"
Jetzt musste Konrad lachen. "Oh, glaub mir, vor uns müsst ihr keine Angst haben", sagte er und schüttelte seinen großen grauen Kopf.
"Na wenn das so ist", sagte die Spinne beruhigt, "dann werde ich meinen Verwandten wohl mal verkünden dass wir unsere Tunnel in Zukunft öfter mal verlassen können."
Und wir brauchen keine Angst mehr vor dem Boden zu haben, dachte Konrad begeistert!
Sie winkten der Spinne zum Abschied und machten sich an den mühsamen Aufstieg. Die Koalas jubelten vor Freude, als sie in der Baumkrone ankamen (zumindest die wenigen, die nicht schliefen), und hörten gespannt ihrer Geschichte zu. Der Koala-König Konrad wurde gefeiert wie ein Held, und von diesem Tag an kletterten die Koalas regelmäßig die Bäume hinunter, um auf dem kühlen Waldboden zu schlafen oder zu kuscheln. Vor den kleinen Spinnen hatte niemand mehr Angst.
"Kommst du mit, unseren neuen Freund besuchen?" fragte das kleine Koala-Kind seinen großen Verwandten am nächsten Tag.
"Ein andermal", gähnte Konrad. "Nach all der Aufregung habe ich eine Menge Schlaf nachzuholen!"

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hera
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