Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5508
Themen:   94034
Momentan online:
286 Gäste und 11 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
flach land
Eingestellt am 22. 02. 2018 09:46


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Mondnein
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2014

Werke: 569
Kommentare: 3972
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Mondnein eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

    flach land


mein apfelsaft schwappt gelb ins glas
er schmeckt oliven gr├╝n
wie avocado auf dem brot
mit einem stich von gras

die papp marie lappt hinterher
post faktisch nachgeklappt
den fakten h├Ąngt sie faktisch an
die post bedeutungs schwer

die deutungs schwanger alt bew├Ąhrt
mir zugefaxt als fake
mir neue post fack folgen mit
nem neuner wurf geb├Ąrt

da tappen die mich foppen leicht
ins klappbild der substanz
die falsche farben s├Ąfte singt
flach nie der sexisch seicht


__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Mondnein
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2014

Werke: 569
Kommentare: 3972
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Mondnein eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo, Rehcambrok!

Eigentlich ist Niedersachsen gemeint, wie aus der letzten Verszeile hervorgeht.

Aber die hast Du offensichtlich nicht gelesen?

grusz, hansz


__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

Bearbeiten/Löschen    


Etma
???
Registriert: Jan 2016

Werke: 35
Kommentare: 411
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Etma eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Gr├╝├č dich Hansz,

Die erste Strophe finde ich als seltener Apfelsafttrinker (ich meine, dass ich ihn nur manchmal trinke), etwas verst├Ârend. Diesen s├╝├čen sauren Saft mit Avocado, Brot, Gras und Oliven zu assoziieren finde ich interessant aber unpassend. Der Geschmack ist mit solchen Elementen kaum vergleichbar, w├╝rde ich sagen, muss aber im selben Augenblick gestehen: es ist schon lange her, dass ich Apfelsaft getrunken hab, das n├Ąchste Mal werde ich genauer drauf achten!

Die restlichen drei Strophen verbleiben f├╝r mich als unverst├Ąndliches Sprachspiel! Wenn man aber bedenkt dass aus "nieders├Ąchsisch", "nie der sexisch" wird, dann ist meine Unverst├Ąndnis leicht erkl├Ąrt. Du trennst und w├╝rfelst W├Ârter zusammen, die in diesem Kontext einfach sinnlos sind.

Inwiefern aber ist das experimentell?? Etwa eben wegen dieser scheinbar willk├╝rlichen - nichtsdestotrotz sch├Ânen - drei Strophen?

MfG,
Peter

Bearbeiten/Löschen    


Mondnein
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2014

Werke: 569
Kommentare: 3972
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Mondnein eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Danke f├╝r das Hineinsteigen, Peter,

in dieses ├╝berm├╝tige Geplapper.

Zum Verst├Ąndnis der ersten Strophe mag es dienen, die Ambivalenz der Sinnesebenen, die ja auch zum Schlu├č noch einmal angesprochen wird ("klappbild der substanz"), unter die Lupe zu nehmen.

Es geht dort (wahrscheinlich, wenn ich den Autor richtig verstehe, der mir gerne unter die Bewu├čtseinsschwelle verschwindet, der kindische Versteckenspieler) um Syn├Ąsthesien.

Wobei Geschmack mit Farben derartig velwechsert wird, da├č einem fast die Sinne vergehen k├Ânnten. Die Apfelsaftfarbe, abgekoppelt vom "wirklichen" Geschmack des Apfelsafts, hat einen eigenen Geschmack, und eben der wird beschrieben und zu neuem Gem├╝se differenziert.

Eine der Hauptstra├čen surrealistischer Neukombinationen, eben ├╝ber die Umdeutungen der Syn├Ąsthesien.

Es gibt in Hegels "Ph├Ąnomenologie des Geistes" ein Kapitel, wo untersucht wird, was die kubische Kristallform, die wei├če Farbe und der Geschmack des Kochsalzes miteinander zu tun haben. Eine fruchtbare Schwierigkeit unserer Sinnekombinationen.

Die mittleren beiden Strophen kalauern mit dem Klappbild von "Fuck", "Fakt" und "Fake", ein wenig auch mit dem Neunerwurf beim Kegeln, bei tr├Ąchtigen S├Ąugern und pr├Ąchtigen Leugern usw., ein wenig klingt der Spott moderner Sprachakrobaten an allzu bedeutungsschwangerem Neobaroque an (wie Gernhardt: "Mein Gott ist das beziehungsreich / ich glaub ich ├╝bergeb mich gleich").

grusz, hansz


__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

Bearbeiten/Löschen    


Tula
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2016

Werke: 123
Kommentare: 1401
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Tula eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Mondnein

Die erste Strophe gef├Ąllt mir, ich dachte sofort an apfelgro├če Pflaumen im Supermarkt, die so hart sind wie die Birnen, die daneben liegen, und trotzdem nach Gurke schmecken. Da fand ich den Ablauf und die inhaltlichen Spr├╝nge durchaus herzhaft und treffend. Und es passte auch zum Titel.

Beim ├ťbergang zur zweiten Strophe schwante mir dann, dass ich auf einem Holzweg war. Auch nach der Erkl├Ąrung scheinen mir die gedanklichen Br├╝cken doch zu weit gespannt. Ich verstand insgesamt, dass es sich um die Flachheit der Dinge dreht, z.B. geistlose Werbung usw. So gesehen kann ich mich noch kreativ mit S3 und S4 auseinandersetzen, auch ohne Niedersachsen, mit S2 allerdings weniger.
Mach es doch dem Leser manchmal nur ein bisschen leichter ...

Osterliche Gr├╝├če
Tula

Bearbeiten/Löschen    


Mondnein
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2014

Werke: 569
Kommentare: 3972
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Mondnein eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Lieber Tula,

ich schaue voller Neid auf die Unreimen, bei denen es v├Âllig normal, ja geradezu geboten zu sein scheint, unverst├Ąndlich zu sein, und das m├Âglichst bei eckiger Unrundheit des klanglichen Sprachstroms.

N├Ą, so unverst├Ąndlich is hier nix. Und da├č man tiefertauchen kann, ohne auf Grund zu sto├čen, ist dem Wunsch und Willen des Autors gem├Ą├č, der sich manchmal unter dem Blasentang versteckt und Toter Mann spielt. Manchmal dadat er, manchmal wechselt er das Geschlecht, manchmal verbirgt er Dinge, die ich jetzt auch nicht verrate, manchmal schreibt er Sonette, die AbokeinerdA nicht lesen und bewerten will, von Kommentieren ganz zu schweigen, usw.

grusz, hansz



__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

Bearbeiten/Löschen    


1 ausgeblendete Kommentare sind nur f├╝r Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zur├╝ck zu:  Experimentelle Lyrik Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.



Werbung