Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92245
Momentan online:
320 Gäste und 14 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Feste Formen
metaphysik klein alpha (rubaiyat)
Eingestellt am 07. 11. 2017 17:42


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Mondnein
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2014

Werke: 515
Kommentare: 3360
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Mondnein eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

    metaphysik klein alpha (verkantet)


warum soll ich mir nicht n lakritz gummi holen
sechs minuten die kräuter melange aus polen
auf der zunge das schwarz zucker weiß der katholen
mit dem speichel verschmelzen dann schluck ichs verstohlen

evangelisch bin ich selbst im traum nie gewesen
außer dann wenn ich kants antinome gelesen
wo unendlichem werden zur rechten die thesen
auf der linken den gott punkt besind und bewesen

der beweis dort entfloß thomas birne scholastisch
aristoteles metaphysik kataphrastisch:
ins unendliche denken heißt hyperphantastisch
hier und jetzt explodieren wie rumpelstelz drastisch

dessen name geheim durch dein denken sich frißt
schuf die welt eben auf diese weise mit list
aktual infinit dich zu wissen: du bist
was der goldbrand im strohstoff der finsternis ist


        "Aristoteles, Metaphysik klein alpha (= Buch 2)"
         Hier klicken


__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

Werke: 2266
Kommentare: 11049
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Bernd eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Es ist ein schwieriges Gedicht und macht Spaß, es zu lesen.
Ich beschääftige mich neben der Literatur auch mit Symmetrien, deshalb vielleicht auch meine Liebe zu festen Formen oder zur Lyrik überhaupt. Dein Gedicht hat überdurchschnittlich viel Symmetrien.

Je vier Reime, Vokale o,e,a,i - dunkel, hell, dunkel, hell

Weiblich, weiblich, männlich, männlich

Du fügst zusätzliche Symmetrien in die Sprache ein, wo sie nicht existierten: bewesen, besind.


Inhaltlich bewegt sich das Gedicht vomm Alltagsbanalen in erhabener Wortwahl hin zum äußerst Abstrakten.

Wortspiel, alles aus einem Wort herausholen.

__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

Bearbeiten/Löschen    


Mondnein
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2014

Werke: 515
Kommentare: 3360
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Mondnein eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Herzlichen Dank, Bernd, und schön, von Dir zu hören bzw. zu lesen.
Was mir beim Schreiben auch Spaß gemacht hat, war die doppelte "Verwendung" des Rumpelstielzchens am Ende: Sowohl sein Sichselbstzerreißen als auch die Fähigkeit, aus Stroh Gold zu spinnen.

Natürlich schreibt keiner Gedichte nur für sich selbst (auch wenn sie erst einmal mit dem Selbstaddressaten beginnen), es ist immer eine Freude, wenn auch andere sie lesen. Danke!

grusz, hansz


__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

Bearbeiten/Löschen    


Zurück zu:  Feste Formen Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!