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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
muster in meiner sofadecke
Eingestellt am 03. 01. 2018 21:00


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Mondnein
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    muster in meiner sofadecke


ten russel: hoch elef assel
antelep hassel bar
palmblatt zu bensch lacke co con
gensch lager ben schalatt ‚Äď

en r√ľssalm: blassele fassel
zwölef ellessel sat
zungen schla xungen pelé plek
sus alm blassell schalatt?

r√ľssel hoch: elefell anten
r√ľssalm balassel bar
lattzungen schlager cocó con
gen schlag zu ben schalatt …

w√∂lf assel: r√ľsselel massel
toffee kar√ľssell na
schlag zungen lag zulu gula
gumm pa padumm padatt!



__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

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Mondnein
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quote:
Lieber Hansz,

jetzt weiß ich wieder, wie es sich anhört, wenn man von einer fremden Sprache nur einiges zu verstehen glaubt

"muster in meiner sofadecke" ist die √úberraschung, weil dieser Titel vom Gedicht weit entfernt scheint ... Ich bin mir allerdings sicher, dass Du hier genaue Vorstellungen hast ...

Liebe Gr√ľ√üe

Herbert


Danke, HerbertH -
es geht Dir, wenn ich Dich richtig verstehe, um die poetologische Grundlage dieses Klanggedichts, ich hoffe, die Forenredakteure lassen diesen Antwortversuch deshalb unverborgen:


Richtig: Der Leser (mich eingeschlossen) sieht sich in einen fremden Sprachraum versetzt. Ist mir gerade noch konkret, da ich √ľber die Weihnachtsferien in Indien war, wo die Familie meiner Frau Marathi sprach, aber ich kann nicht mal Hindi (nur Sanskrit).

Dann bleibt in diesem Lied hier (mit seinen streng abgez√§hlten Silben pro Zeile) die Klangstruktur, aber nicht v√∂llig abstrakt, sondern mit Assoziations-Valenzen. Die lassen Molek√ľlgruppen aus den silbenen Tr√ľmmern bilden, einige Sprachen kommen durch, wie Deutsch und Hebr√§isch, aber es bleibt knapp unter der kommunikativen Verst√§ndnisschwelle.
Es ist so, wie bei einer Decke, die mit Motiven bedruckt, oder einem Teppich, in den Figuren hineingewebt sind, die fast schon als B√§ume, Tiere, Ranken erkennbar sind, aber genausogut Ubahnstreckenpl√§ne einer Millionenstadt symmetrisieren k√∂nnten. Die in einem Sofabezug dann aber kaum einen Bezug zu einem Berliner oder Londoner Streckennetz haben, der √ľber die √§sthetische Analogie und die strukturelle Projektion hinausgeht. So, wie ein Andreaskreuz die beiden Ubahnen von Rom abbilden k√∂nnte, aber ja - es bliebe kabbalistischer Analogienzauber, das Kaffeesatz-Lesespiel.

In der Malerei ist völlige Abstraktion seit hundert Jahren selbstverständlich, in der Sprache ist sie noch immer experimentell.

grusz, hansz


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HerbertH
???
Registriert: May 2007

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Lieber Hansz, wusst ichs doch ... Jetzt verstehe ich auch die Sofadeckenintention. Die erinnert mich an eine Unterhaltungssendung, in der Passanten eine Karte - in Wirklichkeit Strickmuster o.ä. - gezeigt bekamen und anhand der Karte den Weg zum Bahnhof erklären sollten, wobei viele mit den Fingern auf der Karte die Richtungen anzeigten. Das war also eigentlich ein abstakter Spass....

zungen: Die tauchen im Klartext auf, und das hat ja nach Deiner Beschreibung auch allen Grund.

Interessant ist auch, dass bei solcher Abstraktion eine äußere Form wichtig ist. Das hält zusammen.

Meine eigenen Versuche mit Sprache zu experimentieren, sind auch oft von der Form gesteuert, aber vom Umfang her bei weitem nicht mit den Deinen vergleichbar.

Herzliche Gr√ľ√üe

Herbert
__________________
© herberth - all rights reserved

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