Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m√ľssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5569
Themen:   95801
Momentan online:
289 Gäste und 11 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Feste Formen
paul auf dem areopag (iambische trimeter)
Eingestellt am 07. 01. 2019 17:12


Autor
Ein neues Thema ver√∂ffentlichen.     Antwort ver√∂ffentlichen.
Mondnein
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2014

Werke: 642
Kommentare: 4279
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Mondnein eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

    paul auf dem areopag


natur ist nicht gemacht kein industrieprodukt
naturgesetzlich durchgerechnet flieszband strom
vom stecker in die lampe deines schädel raums
gef√ľllt mit irgendwas vom welt phos phor phan tom

symmetren elektronen energiezustand
auf niedrigstem niveau ganz locker um den kern
der sauer wasser kohlen stoff protonen neu
tronal neutral im luna knoten fr√ľhlings stern

nicht hast du sie gemacht gestanzt die grund substanz
mit schrift reliefs kreuz √ľber quer wie siegel lack
von einem ring gesiegelt der dein testament
verschlieszt mit zocker zinken zeichen z√ľck um zack

nichts ist gemacht gewollt gezielt geplant gewusst
es rollt auch nicht mechanisch ab maschinenfest
es lebt und w√§chst ‚Äď wacht auf und tr√§umt den schlaf zum tag
darin du bl√ľhst und welkst zur nacht ‚Äď vergisst den rest


         Hier klicken

__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

Version vom 07. 01. 2019 17:12

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Willibald
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 42
Kommentare: 519
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Willibald eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Hansz auf dem Forum

Wow, das scheint mir belebend und außergewöhnlich gut.

quote:
18. Einige von den epikureischen und stoischen Philosophen diskutierten mit ihm und manche sagten: Was will denn dieser Schw√§tzer? Andere aber: Es scheint ein Verk√ľnder fremder Gottheiten zu sein. Er verk√ľndete n√§mlich das Evangelium von Jesus und von der Auferstehung.
19. Sie nahmen ihn mit, f√ľhrten ihn zum Areopag und fragten: K√∂nnen wir erfahren, was das f√ľr eine neue Lehre ist, die du vortr√§gst?
20. Du bringst uns recht befremdliche Dinge zu Geh√∂r. Wir w√ľssten gern, worum es sich handelt.

Ein Allusionsspiel mit der Pauluspredigt und gleichzeitig in der Verk√ľndigung durch hansz selbstreferentiell eine kleine Poetologie des vorliegenden Gedichtes mit und mittels seiner musikalisch-tonalen Flie√ü-Art.

Keines der Sprachspiele, das durch allzugroße Abweichung vom Sprachstandard den Leser im völlig Ungewissen lässt und oftmals zu frustrieren vermag.

Hier klicken
__________________
alis nil gravius

Bearbeiten/Löschen    


Mondnein
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2014

Werke: 642
Kommentare: 4279
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Mondnein eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Danke, Willibald,

den Aratos habe ich zur H√§lfte selbst √ľbersetzt, und die Areopagrede des Paulus auch, das findet sich in den 12 K√∂rben.

Ich hoffe doch, ich schreibe nicht immer das Gleiche. Es ist allerdings so, da√ü auch Philosophie nicht jedermanns Interesse findet, vor allem dann nicht, wenn sie theologisch oder √ľberhaupt metaphysisch daherkommt, und dann noch im antiken Versma√ü der Dramen. Und, um Gottes willen, dann auch noch gereimt.

Was mich besonders befremdet, ist, daß gerade die Theologen beider Konfessionen einen weiten weiten Bogen um meine zwölf Körbe machen. Das kommt gewiß daher, daß sie selbst so gemieden sind von den Nichttheologen. Angeschossene, blutende Tiere.

Und in der Tat: fromme Dichtung klingt meistens banal, scheu√ülich, kitschig, unweise, antiphilosophisch und antinoetisch. Auch hier in der domus luporum. Ich liebe Philosophie, hei√üt: die Diskussion. Die das Gegenteil des "Eigenen" denkt, selbstwiderlegend, bevor sie die Selbstwiderlegung immanent widerlegt, wie Thomas vor seinem f√ľnffachen Gottesbeweis zu erst einmal unwiderleglich kurz und klar beweist, da√ü es Gott gar nicht geben kann. Ja, unwiderleglich!

grusz, hansz


__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

Bearbeiten/Löschen    


Veil
???
Registriert: Nov 2017

Werke: 18
Kommentare: 138
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Veil eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Lieber mondnein,

so langsam gewöhne ich mich an deine eigene Art Worte zu (be)nutzen.
In obigem Text finde ich sogar viele meiner eigenen Gedanken wieder.
Ein sehr schöner Text, wie ich finde und melodisch ohnehin.
Manchmal trennst du zu strikt, ja, vielleicht, weil die Gedanken und Bedeutungen es hergeben. Wenn du weniger trennst und Bedeutungsmöglichkeiten loslässt zugunsten einer wichtigen, dann finde ichs besser. Aber ich bin ja kein Nonplusultra.
Wie gesagt: ein lesenswerter Text!
Mir sagt er sehr zu.



Gruß
Veil
__________________
Es kommt der Tag, an dem der letzte Gedanke diesen Planeten verlassen wird.
Manchmal denke ich, gleich ist es soweit.
(Lotta Manguetti)

Bearbeiten/Löschen    


Willibald
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 42
Kommentare: 519
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Willibald eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Seminiverbius und Körnerpicker in re

Hier der Link zur Paulus-Rede in Mondneins √úbersetzung (stuoend):

Hier klicken

greetse

ww
__________________
alis nil gravius

Bearbeiten/Löschen    


Willibald
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 42
Kommentare: 519
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Willibald eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Korrigiere: stupend/staunenswert
__________________
alis nil gravius

Bearbeiten/Löschen    


Mondnein
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2014

Werke: 642
Kommentare: 4279
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Mondnein eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Danke, Willibald,
das war nicht schlecht, dieses "stoned". Fast schon getwittert (habe ich aus den Nachrichten gelernt). Und da ich weder bei Twitter noch bei Facebook bin, bleibts hier in der Wölflinge-Familie.

Und Danke auch Dir, Lotta.

Dieses Lied ist, meine ich, gar nicht so weit von den melodischen Sprachspielen zwischen Dada und Surrealitée entfernt, trotz der klassischen Form, denn es zielt auf die Bewußtseinsschwelle, projeziert in den Dämmerhorizont zwischen wissenschaftlicher Weltanalyse und Erlebens-Subjektivität. Die Form - weniger die iambischen Trimeter und die Reimstrophen als vielmehr die Kleinschreibung und die Nivellierung der Bedeutungsgewichte durch das Auflösen der Komposita - setzt den Text in eine Art Telegrammsprache. So, wie wenn John Lennon nach dem Vorbild von Bob Dylan alles auf einen Ton sang und die Syntax zur tiefenlosen Oberfläche glättete, so daß es gleichzeitig ein großes Dvandva (Aufzähl-Kompositum) wie ein prädikatloser Nichtsatz zu sein schien.

quote:
no short haired yellow bellied son of tricky dicky 's gonna mother hubbard soft soap me with such a pocket of hope


Urspr√ľnglicher ist nat√ľrlich Dylan, mit schr√§g eiernden Proto-Rap-Haufenreimen, aber das sind nur Beispiele des Stils, - ich schreibe immer spontan und wiederhole keine alten Muster. Ich sehe erst nach dem Schreiben, welche Form es hat. W√ľrde √ľbrigens auch nicht auf einem Dauerbordun kr√§hen wollen, sondern eine avantgardistische Vertonung in der Art von Lutowslawski vorziehen. Haha, nein, ich bin gen√ľgsam und zufrieden mit der dem Text immanenten inneren Melodik der Verse. Das ist das H√∂chste, geht schon √ľber alle Erwartung, und jeder Wunsch dar√ľber hinaus w√§re vermessen.

grusz, hansz


__________________
sato bandhum asati nir avindan
hridi pratishya kavayo manisha

Bearbeiten/Löschen    


Zur√ľck zu:  Feste Formen Ein neues Thema ver√∂ffentlichen.     Antwort ver√∂ffentlichen.
Werbung