An eine Verstorbene (gelöscht)

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O

orlando

Gast
Hallo Patrick,

wäre hier nicht

Den bittersüßen Mandelkern

[blue]im[/blue] Rausch, das heißt: vergessen
Dass sich [blue]die[/blue] Wut in unsre Glieder frisst
metrisch korrekter und (auch dadurch) klangschöner?

Inhaltlich triffst du mein derzeitiges lyrisches Lebensgefühl auf den Punkt. ;)

Herzlichst
orlando
 
Da kann ich nichts gegen einwenden.

Witzig, ist mir gar nicht aufgefallen, dass ich trochäisch begonnen habe :)

Von daher, gerne übernommen

L.G
Patrick
 

Mondnein

Mitglied
metrik und zahl der hebungen

Ráusch, das héißt: vergéssen
Dáss sich Wút in únsre Glíeder frísst
Ich háb im Lében níchts beséssen
Das nícht des Lébens müde íst
das ging metrisch schon. trochäisch die erste zeile, die zweite dann auch. aber die erste hat dann drei hebungen, die zweite fünf. beim lesen zeigt sich, daß das "dass" als vierte hebung der ersten zeile gut paßt, dann begönne die zweite wieder iambisch.
Im Rausch, das heißt: vergessen
Dass sich die Wut in unsre Glieder frisst
Ich hab im Leben nichts besessen
Das nicht des Lebens müde ist
die neufassung, die ich zuerst gesehen habe (weil ich das lied vorher noch nicht aufgerufen hatte), ließ mich gewaltig stolpern: statt des iambischen durchlaufs die unbetonte am ersten zeilenende und die unbetonte im iambischen anfang der zweiten zeile, das sind zwei unbetonte nacheinander, die eine pause zwischen den beiden notwendig machen. jetzt hat die erste drei und die zweite fünf hebungen, aber die gleichen sich nicht so aus wie in der anderen fassung, wo man einfach durch-liest und gewissermaßen zwei vier-hebungs-verse hat.
die beiden folgenden zeilen dieser strophe haben allerdings auch diese pausa zwischen der end-unbetonten von zeile drei und der anfangs-unbetonten (iambischer auftakt) von zeile vier.
muß man abwägen. mir selbst gefällt die erste fassung besser, aber in der zweiten könnten die erste strophenhälfte und die zweite vielleicht metrisch besser übereinstimmen, der zeilenumbrüche (unbetontes ende - pausa - unbetonter anfang) wegen.
 
Hallo mondnein

Danke für den Kommentar, du hast an den wunden Punkt gerührt.

Ich habe deine Idee einmal aufgegriffen und das "dass"(trotz des Reimes) in die obere Zeile eingefügt.

So liegt nur noch eine unbetonte Silbe zwischen Versende und anfang.
Eine etwas seltsame Methode vielleicht, aber ich lese den Text nun flüssiger, auch die Hebungen stimmen nun überein.

Was meinst du?

L.G
Patrick
 

Mondnein

Mitglied
ich bin ein übler skiläufer, der lawinen auslöst.
jetzt haben wir betont-unbetont-betont: "... vergéssen, dáss"
und einen scheinbaren daktylus: "... beséssen, das",
der sich aber sofort als endbetonung zeigt, wenn die vierte zeile dann unbetont anfängt.
nein, das ist nicht schön. meine schuld.

oops
 
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