bedenkenträger

lapismont

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo Karl,

bei schattenplätze[blue]n[/blue] vermute ich ein [blue]n[/blue] zu viel.

In der zweiten Strophe finde ich das »suchen […] auf suche« unglücklich. Vielleicht könnte man suche ersetzen durch so etwas wie
etc.

cu
lap
 
träge wanken unzählige bedenkenträger
auf ihren asphaltierten rückwegen
zu abenteuerlosen unzeiten

auf der pirsch nach
versteckten schattenplätzen
und ertränken die glimmende glut
ihrer verletzten leidenschaft
auf suche nach schuldigen
die sie längst fanden
 
träge wanken unzählige bedenkenträger
auf ihren asphaltierten rückwegen
zu abenteuerlosen unzeiten

suchen nach versteckten schattenplätzen
und ertränken die glimmende glut
ihrer verletzten leidenschaft
auf der pirsch nach schuldigen
die sie längst fanden
 
Hallo lapismont,
danke für Deinen Hinweise, die ich gern aufgreife. Allerdings kann ich das "n", das zu viel sein soll, nicht entdecken.
Herzliche Grüße
Karl
 

blackout

Mitglied
Karl, Bedenkenträger, das sind Leute des Einerseits-Andererseits. Nun weiß ich aber nicht, in welchem Zusammenhang sie Bedenken äußern, und das hätte ich gern aus deinem Gedicht erfahren. So kommt es für mich rein theoretisch daher, und es können diese oder jene Bedenken sein.

blackout
 
träge wanken unzählige bedenkenträger
auf ihren asphaltierten rückwegen
zu abenteuerlosen unzeiten

suchen nach versteckten schattenplätzen
und ertränken die glimmende glut
ihrer verletzten leidenschaft
auf der pirsch nach schuldigen
die sie längst fanden

die erde bleibt eine
grenzenlose scheibe
ihr Klima selbstbestimmt
und die arbeitsplätze erhalten
 

blackout

Mitglied
Aha, jetzt habe ich es verstanden: Klimawandel, menschengemacht, das derzeit bewegendste Thema. Sicher, ich bin auch der Ansicht, dass sich das Weltklima verändert hat, wenn ich es zum Beispiel vergleiche mit dem der letzten 30 Jahre, wo die Veränderung ja auch schon eingetreten war, der Klimawandel kam ja nicht über Nacht. Die Leute, die daran festhalten, dass es sich um einen natürlichen Klimawandel handelt, und das deutest du ja an in deinem Gedicht, sind am "Weiter so" interessiert, die Wirtschaft muss bei allem Klimawandel weiterhin funktionieren und den geplanten Profit erbringen.

Was mir an deinem Gedicht, und nicht nur an diesem, auffällt, ist das lakonische Konstatieren, ohne dass du als Autor dazu weitere Stellung nimmst. So kann man es machen, das ist schon richtig, trotzdem wünschte ich mir manchmal mehr Karl höchstpersönlich. Nicht, dass du etwas erklären solltest, das tust du ja, indem du es aufzeigst, sondern eine Schlussfolgerung halte ich durchaus mitunter für angebracht, nicht in dem Sinne von "Was können wir daraus lernen", sondern mit derselben Lakonie ein sarkastischer Angriff. Irgendwie habe ich immer das Gefühl, du reißt ein Thema an und beendest es nicht. Nur aufzeigen reicht meiner Ansicht nach nicht aus.

blackout
 
träge wanken unzählige bedenkenträger
auf ihren asphaltierten rückwegen
zu abenteuerlosen unzeiten

suchen nach versteckten schattenplätzen
und ertränken die glimmende glut
ihrer verletzten leidenschaft
auf der pirsch nach schuldigen
die sie längst fanden

die erde bleibt eine
grenzenlose scheibe
ihr klima selbstbestimmt
und die arbeitsplätze erhalten
 
Hallo blackout,
danke für Deine umfangreiche Antwort.
Ja, ich halte mich sehr oft heraus. Bin von Beruf Sozialarbeiter gewesen und war daran gewöhnt, weder Ratschläge noch eigene Antworten zu geben. Mir ging es immer darum, meinen Klienten die Möglichkeit einzuräumen, ihre persönlichen Antworten zu finden.
Natürlich kann ich mich damit nicht als Lyriker herausreden. Ich werde versuchen, in Zukunft Deine Anregung zu berücksichtigen. Noch einmal Dank dafür und herzliche Grüße
Karl
 
G

Gelöschtes Mitglied 20370

Gast
Ich mag den Begriff Bedenkenträger überhaupt nicht! Den so bezeichneten Personen wird augenblicklich ein Stigma angeheftet, das sie nicht mehr loswerden. Ähnlich herablassend ist der Begriff 'Gutmensch'...

Dagegen bin ich mit Perry d'accord:

Die dritte Strophe sitzt!


Es grüßt
Dyrk
 
Lieber Dyrk,
danke Dir für Deine Anmerkungen. Ich habe so meine Mühe mit gewissen Bedenkenträgern, die ständig jegliche Entwicklung mit ihren Bedenken blockieren und hinter Sachargumenten ihre Ängste verstecken. Somit lassen sich ihre Bedenken auch nicht wirklich ausräumen...
Übrigens Gutmensch ist ein Ausdruck, der gern von den Nazis diskriminerend benutzt wurde. Ich spreche daher lieber von gutwilligen Menschen...
Mit herzlichem Gruß
Karl
 

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