Christa Paulsen - Der letzte Fall 31. Morbus Kobold - Wenn alle Schlafen

ahorn

Mitglied
Zurück zum Klappentext
Zurück zu Rosenkrieg


Morbus Kobold
Wenn alle schlafen

Was Werner im Genauen in seine Mülltonne warf, dabei die Welt verfluchte, interessierte Christa in keiner Weise. Es war seine Tonne, in welche er das haarige Braune stopfte. Der schwarze BMW auf seinem Hof zog sie eher in seinen Bann, ließ ihre Pein schwinden, Werner mit leeren Händen anzusprechen. Im Fall der Schmiererei, der Erpressung war sie kein Deut weiter. Der Ermittlungsstand eingefroren auf dem Stand, den er vor Monaten hatte.

Christa stellte ihr Fahrrad ab und schritt auf Werner zu. Sie wies erst auf den BMW, dann auf den Platz, an dem zuvor der Kombi gestanden hatte. »Hat Lutz den Wagen getauscht.«
»Wie?«, grummelte Werner. »Die Angeberkiste gehört dem Theo.«
»Theo?«
Er zuckte mit den Achseln. »Geh von aus. War gestern mit der Kiste da.«
»Wann?«
Werner ergriff einen Besen »Als ich zur Berta. Sie hat gekalbt.«
»Wann?«
»Fragen stellst.« Werner stützte sich auf dem Besenstiel ab und betrachte den Himmel. »War dunkel.«
»Am Abend?«
»Abends ist’s meist dunkel.«, brummte er und schob mit dem Besen eine Handvoll Stroh beiseite. »Ansonsten hätte ich sie klarer gesehen.«

»Wen?«
»Die Perle vom Theo.« Er hob den Besen an und wies zur Hausecke. »Geknutscht haben sie.«
»Seine Frau?«
»Na! Den laufenden Meter hätte ich erkannt. Die geht mir grad bis zum Bauch.«
Werner übertrieb. Christa hatte Theos Frau bei Hildes Begräbnis gesehen. Sie hatte eine Statur wie Anong.
»Genauer?«
Er stützte sich erneut auf dem Besenstiel ab und grinste. »Ob mit oder ohne Zunge habe ich nicht gesehen.«
Christa ballte die Rechte zur Faust. »Werner!«
»Einen Zollstock hab ich nicht geholt. So wie Theo.«
»Wie sah sie aus?«
»Hab gesagt, es war dunkel.«
»Das es eine Frau war, hast du gesehen?«
»Habe ihr nicht zwischen die Schenkel geklotzt. Trotzdem kann eine Frau von einem Mann unterscheiden.«
Christa kam ein Verdacht. »Wie?«
»Sie trug keine Büchs.«
»Was dann?«
»Was Frauen so anhaben. Kleid?«
»Rock?«
»Kann sein«, murmelte Werner und kehrte das Stroh zur Hauswand. Er zog den Inhalt seiner Nase herauf. »Geile Schenkel hatte sie.«
Christa stemmte ihre Fäuste gegen ihre Taillen.
»Das sahst du?«
»Sag doch, war eine Frau?«
»Haare, Gesicht, Statur?«
Werner zuckte mit den Achseln. »Hab nur ihre Schenkel gesehen.«
»Aber Theo hast du erkannt?«
»Von hinten!«
»Werner!«
Er stellte den Besen ab. »Komm!«
Werner stampfte zur Hausecke. »Also!« Er klopfte gegen das Mauerwerk. »Sie drückte ihren Rücken gegen die Wand, der Theo zwischen ihren Schenkeln, seine Hände an ihren Arsch und ihre Arme um seinen Hals.«
Werner hob seine Mütze an. »Wenn ich mich genau erinnere, hatte sie nur ein Arm um seinen Hals. Mit der anderen Hand war sie in seiner Büchs.«
»Wann hast du sie gesehen?«
»Nach den Nachrichten.«
Christa zog ihre Augenbrauen zusammen, sodass sich ihre Stirn kräuselte. »Welche?«
»Nach dem Heute Journal bin ich raus.«
»Gleich oder später?«
Werner drückte den Besenstil gegen seinen Oberkörper. »Bin eingenickt. Hab nicht auf die Uhr geglotzt.«

Christa kratzte sich am Genick. Die Zeit passte. Wanjas Körperlänge erhöht mit ihren Schuhen, kam der von Theo nahe.
»Du bist dir sicher, dass es Theo war?«
»Gestern Nacht nicht war ja dunkel, aber seine Karre stand auf‘m Hof.«
»Werner!«
»Hab dir gesagt, ich bin zur Berta. Ich habe mein Fahrrad aus dem Schuppen geholt und bin dann hinten herum zur Straße, da ist er mit der Karre an mir vorbei. Und vorhin stand er mit dem Nichtsnutz hier neben der Kiste auf‘m Hof. Jetzt las mich, ich habe zu tun. Such lieber die Verbrecher.«
Christa deutete auf den Platz, auf dem vor Kurzem der Toyota stand. »Stand Lutz Wagen gestern Nacht zur selben Zeit hier?«
Werner stellte den Besen an die Hauswand. »Jo!«
»Die letzte Frage. Saß seine Freundin mit im Wagen.«
»Lutz hat keine Freundin.« Werner legte seinen Kopf schief. »Soweit ich weiß. Wer noch schöner. Kann nicht mal für sich sorgen.«
Christa lehnte ihren Oberkörper vor. »In Theos Wagen?«
»Vorhin?«
»Nein! Gestern Nacht.«
Werner zuckte mit der Achsel, schüttelte seien Kopf und trottete zum Schuppen.
»Ist Lutz da?«, rief ihn Christa hinterher.
»Soweit ich höre. Ja!«, schrie er und verschwand.

Christa atmete ein. Wie oft war der erste Verdächtige der Täter. Sie schritt zur Hausecke, hörte Musik und versank im Gartenboden. Neben dem Haus war Werners Gemüsegarten. Christa schritt weiter. Sie hockte sich hin, strich über die Erde und steckte ihren kleinen Finger in das erste Loch. Wie Einschusslöcher eines Maschinengewehres reihten sich in Schrittweite die Eindrücke bis zur Gartenpforte.
Er waren eindeutig Abdrücke von Absätzen. Sie steckte die Puzzleteile ineinander. Theo traf Wanja auf dem Campingplatz. Sie schliefen miteinander. Vielleicht hatte Wanja sich vor Kurzem von ihrem Verlobten getrennt.
Christa schüttelte den Kopf. Theo war ihr Freund.
Sie kommen aus dem Zelt. Theo bemerkt, dass Lutz Wagen nicht mehr an Ort und Stelle war. Er beabsichtig sich ein weiteres Mal, mit ihm zu treffen. Deswegen fährt er mit Wanja zu Werners Hof. Ein Streit oder nur ein Unfall ergriff Wanjas Leben, beförderte sie ins Jenseits. Er bugsierte sie in Lutz Wagen. Der Schlüssel steckte, verbrachte sie. Er hatte ihr die Ehe versprochen, aber wusste seine Frau davon. Der Klassiker, schoss es Christa durchs Gehirn.

Christa kratzte sich am Genick. Ihre Fantasie ging mit ihr durch. Wanja war bereits tot und die Frau Madam X jene, welche Wanja auf den Randstreifen geworfen hatte.
Theo war bei Lutz, sah, dass dieser volltrunken, und ging wieder. In der Zwischenzeit erreichte Madam X mit dem Toyota Werners Hof und läuft Theo in die Armen. Sie kannten sich. Gegebenenfalls war sie eine Verflossene von ihm. Der Kuss! Sie musste ihn küssen, denn zur gleichen Zeit kam Werner aus seinem Haus. Der sie ebenfalls kannte. Theo brauste ab und sie floh durch den Gemüsegarten, da Werner zum Schuppen entschwand.
Christa rieb sich an der Nase. Wer war sie? Kalina schloss Christa aus und Wanja war tot. Zumindest kannte sie Lutz, wie hätte sie sonst ihre Anwesenheit Theo erklärt. Es sei denn, Theo war der Mörder.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Oben Unten