Das flüstern ist ein leises

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Walther

Mitglied
Das flüstern ist ein leises / der ton klingt wie aus stahl
& jenseits des geleises / hat niemand eine wahl
ich spreche ein versprechen / doch klug ists sicher nicht
die heilung der gebrechen / ist nirgends mehr in sicht

Denn um uns fallen bomben / die städte sind im krieg
das sein in katakomben / ein unglück wird nicht sieg
weil man es dazu betet / ein schrei ist manchmal stumm
Denn wenn die sprache tötet / kommt alles darin um

Du stehst dort auf dem hügel / & schaust ins tal das brennt
ach wüchsen uns nur flügel / gebein das schneller rennt
& blühten unsre gärten / wie einst in unsrer jugend
ach heilten die versehrten / & sprösse neue tugend

Doch bei uns lebt das morden / & tod & schmerz & hass
im süden wie im norden / auf rachsucht ist verlass
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Ein Sonett in der heute seltenen Alexandriner-Form.
Diese gibt dem Gedicht zugleich eine historische Dimension.
Die geschilderten Ereignisse sind (leider) in Wiederholung begriffen und immer tragisch. Der tragische Ton wird durch den Alexandriner verstärkt.

"ach heilten die versehrten / & sprösse neue tugend"

Hier habe ich zunächst falsch einen Fehler vermutet:

"ach heilten die versehrten / & sprösse neuer tugend"

Jedoch ist "sprösse" als Verb viel stärker, ein Verlangen nach Hoffnung.
 

HerbertH

Mitglied
Ich bin mir nicht ganz klar, ob diese Spaltvers-Sonett-Variante auch ein klassischer Alexandriner ist, weil jeweils in der "Mitte" der Verse - vor und nach der Zäsur - zwei unbetonte Silben auf einander folgen. Normalerweise ist beim Alexandriner die letzte Silbe vor der Zäsur eine Hebung.

Das Spaltvers-Sonett bietet aber letztlich 3 Sonette in einem, ein Kunststück, das man doch selten sieht. Man sollte "links", "rechts" und "ganzzeilig" je ein für sich lesbares Sonett lesen können. Hier ist dies nicht durchgängig der Fall. Wahrscheinlich hast Du, lieber Walther, es auch nicht so angelegt.

Liebe Grüße

Herbert
 

Cellist

Mitglied
Lb. Walther,

ich schätze deine Texte und weiß, dass du gerade gewisse feste Formen exzellent beherrschst.

Auch hier hast du wohl die Regeln der Form eingehalten. Ich gebe zu, kein Freund fester Formen zu sein und bin daher ggf. etwas voreingenommen. Mein Eindruck ist jedoch ganz schlicht, dass hier zunächst eine Form vorlag, die dann mit Inhalt gefüllt wurde. Für mich spricht dieser Text nicht aus dem Herzen, er ist sozusagen auf dem Reißbrett entstanden. Ihm fehlt jegliches Herzblut. Oder dieses ist zugunsten der zwingenden Form verlorengegangen. Das ist zumindest mein Eindruck beim Lesen.

Sorry für diese harte Kritik. Aber was nutzt dir Lobhudelei? ;)

LG
Bernd
 

Thylda

Mitglied
Lieber Cellist

Natürlich sollte jedes Sonett sorgfältig konstruiert sein. In dieser Konstruktion liegt dann sehr viel Herzblut. Bei den festen Formen ist das Ziel ein Anderes als im vers libre. Das muß dementsprechend anders gewürdigt werden. Bei dem typischen ungereimten Gedicht kommt es vornehmlich auf den Inhalt an, die Formschönheit ist ein Bonus. Bei den festen Formen steht nun einmal die Komposition im Mittelpunkt. Da darf der Inhalt auch etwas kontrollierter ausfallen und braucht den Leser nicht emotional fort zu spülen.

Was Dir an diesem Beispiel hier mißfällt, ist für mich nicht in dem von Dir geäußerten Ausmaß nachvollziehbar. Selbst wenn man Sonette nicht so schätzt, muß man dennoch hier die Ausführung honorieren. Dazu muß man auch nicht lobhudeln.

Du kannst mich gerne eines Besseren belehren und eine eigene Konstruktion dieser Komplexität einstellen, die inhaltlich von mehr Herzblut getragen ist, als dieses Werk hier. Das muß nicht jetzt sofort sein, denn ich weiß, daß das schon ein Weilchen dauern kann. Auf Gutes lohnt sich das Warten immer :)

Liebe Grüße
Thylda
 

Cellist

Mitglied
Lieber Cellist

Natürlich sollte jedes Sonett sorgfältig konstruiert sein. In dieser Konstruktion liegt dann sehr viel Herzblut. Bei den festen Formen ist das Ziel ein Anderes als im vers libre. Das muß dementsprechend anders gewürdigt werden. Bei dem typischen ungereimten Gedicht kommt es vornehmlich auf den Inhalt an, die Formschönheit ist ein Bonus. Bei den festen Formen steht nun einmal die Komposition im Mittelpunkt. Da darf der Inhalt auch etwas kontrollierter ausfallen und braucht den Leser nicht emotional fort zu spülen.

Was Dir an diesem Beispiel hier mißfällt, ist für mich nicht in dem von Dir geäußerten Ausmaß nachvollziehbar. Selbst wenn man Sonette nicht so schätzt, muß man dennoch hier die Ausführung honorieren. Dazu muß man auch nicht lobhudeln.

Du kannst mich gerne eines Besseren belehren und eine eigene Konstruktion dieser Komplexität einstellen, die inhaltlich von mehr Herzblut getragen ist, als dieses Werk hier. Das muß nicht jetzt sofort sein, denn ich weiß, daß das schon ein Weilchen dauern kann. Auf Gutes lohnt sich das Warten immer

Liebe Grüße
Thylda

Lb. Thylda,

meine Antwort dauert durchaus nicht Tage:

Du kannst mich gerne eines Besseren belehren und eine eigene Konstruktion dieser Komplexität einstellen, die inhaltlich von mehr Herzblut getragen ist, als dieses Werk hier. Das muß nicht jetzt sofort sein, denn ich weiß, daß das schon ein Weilchen dauern kann. Auf Gutes lohnt sich das Warten immer
Ich muss dich doch gar nicht eines Besseren belehren, denn was hast du mit Walthers Texten zu tun? Ich habe meine Ansicht zum Text von Walther gepostet. Er möchte (davon gehe ich aus) Meinungen von Lesern haben. Und meine Meinung habe ich ihm geliefert.
Ich frage mich nun, was du damit zu tun hast? Bist du der Manager von Walther? ;) Habe ich dich angesprochen? Ist das dein Text?

Ich bin etwas verwirrt, liebe Thylda?

LG
Bernd
 

Cellist

Mitglied
Lb. Thylda,

und noch eins, obwohl es hier nicht hingehört, falls du nicht (das hoffe ich doch!) ein Fake von Walther bist:

Was ist das für eine Art, den kritischen Leser aufzufordern, es besser zu machen? Ich muss mich schon wundern!

LG
Bernd
 

Cellist

Mitglied
Und ich bin jetzt sehr gespannt auf Walthers Reaktion. Immerhin sind wir schon seit Jahren verbunden. (???)
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Thylda hat natürlich recht, es ist ein Spaltverssonett.
Ich habe vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr gesehen.
Im vorliegenden Fall kann man wegen der sehr hohen Symmetrie sogar noch mehr Sonette lesen, indem man geeignete Verse aus dem linken und rechten Bereich kombiniert.
Ich mag solche Formen sehr, sie sind für mich sehr anregend.

Ich habe zahlreiche Assoziationen bei dem Sonett. Es ist vielschichtig.
So umfasst es das Eisenbahnunglück ebenso, wie den Krieg.

Durch die strenge Form wird es eindringlicher.
 

Thylda

Mitglied
Lieber Cellist

Du magst eben feste Formen nicht, ist doch OK. Ich mag Sonette auch nicht und zwar mehr oder weniger aus genau dem Grund, den Du angegeben hast. Die sind mir zu künstlich, zu konstruiert.

Dennoch muß man doch honorieren können, wenn jemand es schafft, ein Spaltsonett(!) immer noch so lebendig zu schreiben, wie es dieses hier ist. Mir ist das egal, von wem es kommt. Wenn es von Dir käme, würde es mich ebenfalls beeindrucken. Walther hat zwar mehr Übung darin als Du (nehme ich mal an - ich weiß natürlich nicht, ob Du nicht heimlich Sonette schreibst und sie uns in der LL nur vorenthältst ;) ), das heißt aber nicht, daß Du es nicht kannst.

Mein Vorschlag, es doch auch einmal zu versuchen, war nicht um Dich zu zwicken (naja, gut, nur ein ganz klein bißchen ;) ). Es ist nämlich wirklich nicht so leicht, was man merkt, wenn man es selbst versucht.

Ich frage mich nun, was du damit zu tun hast? Bist du der Manager von Walther? Habe ich dich angesprochen? Ist das dein Text?
Na, hör mal, was soll das denn? Wenn ich einen derart gepolterten Kommentar lese, kann ich doch wohl etwas dazu sagen. Oder meinst Du, ich sollte mich lieber eingeschüchtert abwenden und sagen: Das geht mich nichts an. Wirklich? :D ;)

Deine Meinung vorzubringen ist OK. Deine Meinung gepoltert vorzubringen und dann noch zu erwarten, daß keiner wagt, eine andere Meinung zu vertreten, ist, naja, sagen wir mal, unrealistisch. Denn indem Du hier postest, sprichst Du alle an, sonst könntest Du Deinen Kommentar auch als PN oder e-mail absetzen.

Sorry für meine Meinung. Ich weiß es nicht besser.
für seine Meinung braucht man sich meines Erachtens nicht zu entschuldigen. Andere sich für ihre übrigens auch nicht ;)

Liebe Grüße
Thylda
 

Walther

Mitglied
hallo ihr lieben,

schön, daß dieser versuch, spaltvers, alexandriner und sonett in ein neues kleid zu gießen, das deutliche anleihen, sowohl in form, bilderwahl als auch sprache und tenor an das 15. - 17. jahrhundert verwendet, so intensive debatten auslöst. genau das sollte es ja, denn der text ist ein politischer.

bernd hat mit dem finger bereits in die richtung gezeigt, die das gedicht aufnimmt. letztlich greift der text das motiv vieler sonette aus den religionskriegen auf, die nach dem anschlag von luthers thesen bis 1648 zentraleuropa und besonders deutschland verheerten. für historisch interessierte ist der aktuelle kampf im islam zwischen säkularisierten modernisierern und gestrigen islamisten in erschreckender parallelität zu der damaligen auseinandersetzung in europa zu sehen.

ich habe auch an anderer stelle den vorwurf der seelenlosigkeit erhalten. diesen weise ich bewußt deutlich von mir. dieser text ist nicht seelenlos, wenn man sich näher mit den bildern und ihren bezügen auseinandersetzt. das muß man aber tun, um ihn zu entschlüsseln.

dafür, daß er einfach wie aus einem guß schwingt, kann ich nicht. er ist in einem rutsch entstanden, und man wird sich sehr schwer tun, einen echten handwerklichen fehler zu finden. wer ihn laut vorträgt, wird bemerken, daß er sofort eine eigene melodie entwickelt, sich quasi sprechsingt. auch dafür kann ich nur insofern etwas, daß das am ende so geworden ist, ohne es zu planen.

ich hoffe, einige der aspekte, die hier angeschnitten wurden, behandelt und die eine oder andere frage geklärt zu haben. wenn der wunsch besteht, werde ich zu architektur und bilderbezügen anhand der 1. strophe ein paar überlegungen einstellen. den rest des texts möchte ich nicht erläutern, weil dann sein geheimnis verloren ginge.

lg w.
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Über solche Überlegungen würde ich mich sehr freuen.

Das flüstern ist ein leises / der ton klingt wie aus stahl

vor dem Kampf herrscht stille, man hat die Kanonenrohre erfunden, heute sind die meisten Waffen aus Stahl
Aber wir wissen noch nicht ob es Krieg ist.
es herrscht auch der Wiederspruch von Flüsten und schneidendem Befehlston, selbst das Flüstern, selbst ein lautloser Befehl kann wirken.

& jenseits des geleises / hat niemand eine wahl

Wir bewegen uns auf vorgeschriebenen Bahnen, eine alte philosophische Richtung. Was wir tun, ist fatalistisch vorbestimmt durch phyikalische Gesetze der Kausalität.
Und diese gelten selbst außerhalb der Geleise.
Selbst dort kann man sein Schicksal nicht bestimmen.

ich spreche ein versprechen / doch klug ists sicher nicht

Natürlich kann man ein Versprechen sprechen, aber halten kann man es nur, wenn es sich auf der Bahn befindet.
Klug oder nicht? "Klug" widerspricht diesem Fatalismus, denn sonst wäre es nicht klug, sondern einfach da, wie die Klugheit selbst.

die heilung der gebrechen / ist nirgends mehr in sicht

Es ist sehr viel schiefgelaufen, man kann es kaum ins Reine bringen.


Das flüstern ist ein leises
& jenseits des geleises
ich spreche ein versprechen
die heilung der gebrechen

Hier entfällt der Fatalismus, er wird negiert, Ich bin außerhalb des Geleises, habe einen freien Willen und bin verantwortlich. Ich will mit dafür sorgen, dass es besser wird.


der ton klingt wie aus stahl
hat niemand eine wahl
doch klug ists sicher nicht
ist nirgends mehr in sicht

Hier ist es jetzt der unzweifelhafte und pure Fatalismus.
Die Zukunft ist vorbereitet und kann nicht verändert werden, auch wenn es nicht klug ist.

Keine Änderung zu sehen ... die Katastrophe unausweichlich.
Obwohl das so auch nicht steht. Denn wir wissen nicht, was daraus folgt.
 

Walther

Mitglied
lb bernd,

das schöne ist, das metaphern durchaus unterschiedliche bilderwelten anstoßen können. das ist seit einiger zeit durchaus meine absicht.

meine hinweise zu meinen überlegungen:

(1) dialogische form: ich-du-wir
(2) syrien, naher osten
(3) s1
s1v1 ist das klassische bild einer drohung, die in v2 verstärkt wird. hier wird nämlich unter der umkehr der metapher "die angestammten g(e)leise" verlassen unbedingter gehorsam eingefordert. "ich", hier der prediger, "verspreche etwas, was ich nicht halten kann, nämlich die heilung der gebrechen". ein klarer verweis wiederum auf eine handlung, die am enden nicht geschieht, weil das versprechen nicht eingehalten kann, auch wenn das buch der bücher davon spricht.

das stichwort "syrien" soll nicht überhöhen - es ist der anlaß für eine verdichtetete betrachtung in einer antiken form mit bildern, die aus der brachialen zeit des 14. - 16. jahrhunderts stammen und fast mühelos, dein einwurf dokumentiert das ja, in die istzeit transportierbar sind. vorausgesetzt, man kennt die sprache und deren bilder und weiß, was sie wirklich bedeuten.

die modernität: "ein schrei ist manchmal stumm // Denn wenn die sprache tötet / kommt alles darin um". das ist nicht mehr mittelalter oder barock, das ist heute. der glaube ist zerbrochen, weil man weiß, daß der herrgott nichts richtet (und auch nicht richtet [im sinne von ganzmachen]). das müssen wir schon selbst.

ich hoffe, diese überlegungen helfen weiter.

lg w.
 

HerbertH

Mitglied
und da sag noch einer, sonette fänden zuwenig resonanz in feste formen ;)

Freut mich, dass man hier verse spalten darf und dann immer noch in fester form ist... :D
 

jon

Foren-Redakteur
Teammitglied
Ich mag das Teil. Sehr. Welchen Namen die Form auch immer hat. (Ich bin in dieser Sache nicht bewandert und lese Gedichte nicht unter diesem Aspekt. Das konnte ich nie und werde es auf meine alten Tage auch nicht mehr lernen.)

Die Wirkung der Rhythmik hat Bernd schon erwähnt, ich empfand das auch so. Das "Große", Wichtige schwingt auch in der Sprache mit, wobei mir vor allem der "Klartext" (statt die trickreichen und wild assoziativen Verwebungen "moderner " Lyrik) extrem wichtig erscheint. Es geht ums Existentielle, ums tägliche, minütliche Überleben (körperlich und seelisch) - da ist kein Raum für Schnörkeleien und ätherische Höhenflüge. Dass "nebenbei" eine über dem Leid liegende Ebene erzeugt wird, liegt wohl an (der Form und) der gehobenen Sprache, in der quasi mitschwingt, was (außer dem nackten Leben) auf dem Spiel steht. Die Distanz (LyrIch spricht nicht aus dem Bauch heraus, nicht "im Affekt", sondern aus einem das Ganze erkennbar werden lassenden intellektuell-emotionalen Abstand heraus), ist dieser Aussage zusätzlich förderlich.



Ich bin aber an einer Stelle gestolpert:

das sein in katakomben / ein unglück wird nicht sieg
weil man es dazu betet
/ ein schrei ist manchmal stumm
Da jede Zeile bisher (und danach) wie ein Satz oder Nebensatz wirkt (also mit „sinkender Stimme" am Ende gelesen wird/werden kann), hab ich das hier auch getan, dabei müsste man hier offenbar zeilenübergreifend lesen. Die Irritation entsteht auch wegen der fehlenden Satzzeichen (was ich hier ok finde, auch wenn es eine rein optische Sache ist, ebenso wie die Kleinschreibung), in solchen Fällen prägt der Anfang stärker als sonst schon, mit welchem Lesegrundrhythmus man als Leser weitergeht. Mit jedenfalls geht es so. Und da ich es schön finde, wenn Gedichte auch ungeübte Leser oder "Laien" ansprechen, fände ich es besser, wenn dieser Stolperer weg wäre.

Inhaltlich finde ich diesen Satz auch ein wenig missverständlich: Die Lesart „Ein Unglück wird nicht Sieg, weil man das Unglück (es) dazu betet." ist durchaus möglich. Und genau das ist passiert, ich musste hier den schönen Lesefluss unterbrechen, um umzusortieren und das "es" als "es ist Sieg" neu zu hören.
 

Label

Mitglied
liebe jon

ich habe das so gelesen und bin deshalb nicht darüber gestolpert

das sein in katakomben / ein unglück wird nicht sieg
weil man es (sich)dazu betet / ein schrei ist manchmal stumm

ist möglicherweise etwas Süddeutsches - diese Art der Implikation
ich kann aber auch danebenliegen :D nur Walther weiß es gewiss

lieber Gruß
Label
 

jon

Foren-Redakteur
Teammitglied
… dazu? Huch! Da steht ja ein „dazu“! Ich muss wohl die Brille mal putzen. Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil: "es" = "das Unglück" zusammen mit der "erzwungenen Betonung" (dAzu statt dazU) ist natürlich eindeutig. Sorry.
 

Walther

Mitglied
hallo jon und label,

in der tat geht es darum, daß man ein schlechtes verhalten - z.b. das sich-selbst-in-die-luft-sprengen eines selbstmordattentärs - zu einen guten "betet" bzw. per religionsdekret (fatwa) dazu erklärt oder in predigten das paradies als belohnung herbeibetet. ich denke, man kann das "sich" schon deshalb weglassen, weil faktisch in der moschee (wie früher bei kreuzzügen in den kirchen) das böse tun zu einer heilstat gebetet wurde.

das sonett ist dialogisch aufgebaut. "ich", "du" und "wir" sprechen und beklagen. der sinn war/ist, altes und neues anhand eines alten literatursujets zu verschmelzen und dadurch ein überzeugendes politisches gedicht zu machen.

es würde mich sehr freuen, wenn das gelungen sein sollte. in jedem falle ganz herzlichen dank für das mitdiskutieren und gute bewerten!

lg w.
 

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