Das Geheimnis

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Als wir vor der Haustüre standen, die in mein kleines Appartement führte, fasste ich einen Entschluss. „Sehen sie“, sagte ich, „wir haben uns gut unterhalten und ich bin ihnen ein Geheimnis schuldig, da sie so offen zu mir sprachen, wollen sie“, ich machte eine einladende Geste, „noch zu mir hoch kommen?“ Ich sprach so, denn ich hatte beschlossen ihm mein größtes Geheimnis zu offenbaren. Es lag in einer Schublade, sorgsam weggeschlossen und gehütet.

Er willigte ein, und so stiegen wir hinauf. Ich nahm einen kleinen Schlüssel und öffnete vorsichtig die Schublade und entnahm ihr ein Kästchen. „Sehen sie nur, wie gut es in der Hand liegt“, sagte ich und öffnete es. Er blickte hinein, dann drehte er den Kopf zur Seite, machte ein paar Schritte durch den Raum, feine Schritte, gleichmäßig und ruhig miteinander verbunden, kam zurück, sah erneut in das Kästchen und schnaubte dabei. Es war ein furchtbares Geräusch. Er schnaubte erneut, nahm seinen Mantel und ging ohne einen weiteren Ton die Treppen hinab auf die Straße.

Ich aber schloss das Kästchen wieder ab, ging zum Fenster und sah zu den Sternen.
 

Franke

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo Patrick,

sieht mir ganz danach aus, als wolltest du dein Geheimnis nicht verraten!?

Liebe Grüße
Manfred
 
G

Gelöschtes Mitglied 21296

Gast
ein bisschen kafkaesk.

warum schreibst du das "sie" klein?*

*und das frage ich :).
 

Ji Rina

Mitglied
Hallo Patrick,
Ich möchte auch gern wissen, was in dem Kästchen war.
Kommt ein kleiner Teil 2?:)
 
G

Gelöschtes Mitglied 21296

Gast
um dann auch zu verschwinden - nö, nö!
;)
 

Ji Rina

Mitglied
ich sage nichts mehr, sonst krieg ich eins auf den Deckel (wollt ich sagen)
(Keine Textarbeit)
 
Der Gedanke liegt nicht fern, dass nichts darin war. Das wäre jedenfalls ein ungewöhnliches Geheimnis, man schützt es, ohne es zu haben.

L.G euch allen
Patrick
 

Franke

Foren-Redakteur
Teammitglied
ich sage nichts mehr, sonst krieg ich eins auf den Deckel (wollt ich sagen)
(Keine Textarbeit)
Nö, kriegst du nicht!
Hier bei der Kurzprosa findet m.E. eine ganz ausgezeichnete Textarbeit statt und das ist nicht zuletzt auch dein Verdienst. Da ist dann auch mal ein wenig rumblödeln erlaubt (ich habe ja auch mitgemacht).

Nochmal zum Text:
Ich kann für meinen Teil sagen, dass ich mir noch vollkommen unsicher bin, ob mir das Rätseln um ein Geheimnis jetzt für eine gute Kurzprosa reicht oder nicht. Irgendwie fehlt mir in dem Text noch der Aha-Effekt.

Liebe Grüße
Manfred
 
Hallo Manfred

Ja, recht hast du, der Text ist ein bischen dürr. Ganz nett erzählt, aber ohne Höhepunkt, ich dachte mir: ein Text in dem eigentlich nichts passiert, ist mal einen Versuch wert, aber zufrieden bin ich mit dem Ergebniss nicht.

L.G
Patrick
 

Ji Rina

Mitglied
Hallo Patrick, ich nochmal….

Du schreibst: Der Gedanke liegt nicht fern, dass nichts darin war.

Auf den Gedanken bin ich nicht gekommen. Das liegt wohl an der Reaktion des Mannes: Er geht durch den Raum, kam zurück, sah erneut in das Kästchen und schnaubte dabei. Es war ein furchtbares Geräusch. Er schnaubte erneut,

Ich verstehe nicht diese Reaktion. Auch nicht, wenn das Kästchen leer war.

Bitte entschuldige mich fürs hin und herdrehen des Textes. Aber ich gehe davon aus, dass dich die Lese-Eindrücke der Leser interessieren.

Mit Gruss, Ji
 
Hallo Ji Rina

Na ja, die Reaktion soll nur beschreiben, dass er etwas anderes, besseres erwartet hat. Funktioniert das nicht?

Und äh klar, für Leseeindrücke veröffentliche ist das ganze Zeugs ja. ;)

L.G
Patrick
 

Ji Rina

Mitglied
Na ja, die Reaktion soll nur beschreiben, dass er etwas anderes, besseres erwartet hat. Funktioniert das nicht?
Nun...für mich persönlich nicht so ganz...:)
Ich nahm einen kleinen Schlüssel und öffnete vorsichtig die Schublade und entnahm ihr ein Kästchen. „Sehen sie nur, wie gut es in der Hand liegt“, sagte ich und öffnete es. Er blickte hinein, dann drehte er den Kopf zur Seite, machte ein paar Schritte durch den Raum, feine Schritte, gleichmäßig und ruhig miteinander verbunden, kam zurück, sah erneut in das Kästchen und schnaubte dabei. Es war ein furchtbares Geräusch. Er schnaubte erneut, nahm seinen Mantel und ging ohne einen weiteren Ton die Treppen hinab auf die Straße.

Ich aber schloss das Kästchen wieder ab, ging zum Fenster und sah zu den Sternen.
Ich würde es genauso schildern: // Er blickte hinein, sah mich ungläubig an...es ist leer! sagte er und fasste ins Kästchen....Da ist nichts drin...Nicht anfassen! sagte ich, es ist mein Geheimnis...
In diese Richtung.....
Am Ende könnte er "achso" sagen, oder sogar einen Lachanfall bekommen.
Einerseits hatte ich im Text nicht verstanden dass das Kästchen leer ist. Und andererseits konnte ich mir dieses furchtbare Schnauben nicht erklären (Schnauben: geräuschvoll durch die Nase atmen, besonders Luft heftig und geräuschvoll aus der Nase blasen) Ich weiss nicht... Ich gehe einfach davon aus, wie jemand normalerweise reagieren würde. Aber ist nur Meine Meinung...Vielleicht kommt ja noch eine andere dazu.:)

Liebe Grüsse,
Ji
 

Ji Rina

Mitglied
Mir fällt noch etwas ein: Wichtiger als die Reaktion des Mannes über was er sich vorgestellt hatte, fände ich das klarstellen, dass das Kästchen leer ist.
Und nun nerv ich nicht weiter... ;) (Aber wenn ich es getan habe, dann weil ich solche Geschichten mag)
 
Sach ma, wie kommst du, Ji, eigentlich auf die Idee du würdest nerven? :D

Das tust du überhaupt nicht. Und recht hast du allemal. Ich überlege mir noch, wie ich den Text umbauen werde, aber nach deinen Kommentaren habe ich das Bedürfnis, zu erwähnen, dass das Kästchen leer ist. Ich weiß nur noch nicht so recht, wie ich es einbauen soll. Mal schaun :)

L.G
Patrick
 

molly

Mitglied
„Sehen sie“, sagte ich, „wir haben uns gut unterhalten und ich bin ihnen ein Geheimnis schuldig, da sie so offen zu mir sprachen,
Hallo Patrick,

für mich ist dieser Satz der Schlüssel zu dem Kästchen.

1. Das Gespräch war so leer, wie das Kästchen oder
2. der Fremde geht, weil der andere kein Geeheimnis mehr hat.

Liebe Grüße
molly
 

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