das letzte

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Mondnein

Mitglied
[ 4]das letzte


une gong blang ding glang soft
pfffff sang sang ein alter luftballon
dsssssch dein rotes verschrumpeltes gummi
dlllummi pjumm huiiieä haaoum mjummi
tutz mopedgeräusch sägt durch den raum pardon
sie seh sein saumzeug zügellos zum salon
hinein in dein ding da du dummdreistes kleines
rosa fieder faser fleisch schwein
du meinst wohl ich gäb all der dinger zuviel
damit ich euch erschlagen will
in eurem wilden bilderwald
voll silber düsen stimmen
die bringen die zeit
zum gerinnen im glaaaaaeeeitt t t[ 2]t[ 3]t[ 5]t[ 8]t

und alles haben sie so schwabbelig gemacht
aber grade auf dem krummen weg gelocht
sachte sachte kracht doch
noch so ein moloch
vom dach
plomss tipfuoatsch
gleia ha rotz
psotz so ein
klingdingling
drinrin
brimmbrimm
tschlingdlangdling
njijing
ding

flog da vorbei sssmmmmm ein scharfes kleines körnchen
aus zuckerkristall mit pep peppermint schweif
along my life linien drive
express hörnchen

kneif mich nicht so sehr
durch den nervenbahnen
reizkanal verkehr
im feuermeer
deiner meiner aller uns aller
so wahnsinnig wahrnehmungs-süchtigen
sinne du süßes
 

MIO

Mitglied
Hallo Mondheim,
Dieses Gedicht kommt mir bekannt vor. Ich habe es nun nochmal laut gelesen und habe Mühe den Knoten aus der Zunge zu bekommen. Ich finde auch an den Reimen könntest du noch etwas arbeiten, denn die treffen nicht immer das richtige Wort.
LG MIO
 

morgenklee

Mitglied
Lyrisch-lecker

Mondnein

schnuddelich-wobberich-wechsel
haft huft heftig
lyrisch-garisch-hoch
vergnügen rügen lügen
schnodderich-schmuddelich-wert
beständig unanständig gut
 

Mondnein

Mitglied
vogonisch

Danke, Morgenklee, für dieses sympathische Stück vogonischer Lyrik!

In der Tat ist "das letzte" (1975) etwa sechs Jahre älter als "the hitch hiker's guide to the galaxy" (1981), und ich lernte den Geniestreich von Douglas Adams auch erst in den Neunzigern kennen.

Hier in der Leselupe gab es (vor meiner Zeit) wohl mal einen Faden zu vogonischer Lyrik, und ich selbst habe vor etwa drei Jahren auch mal Vogonisches eingerückt, ohne jenen Faden zu kennen:
https://www.leselupe.de/lw/titel-Orakel-aus-Kaffeesaetzen--aus-dem-Vogonischen-uebersetzt--117963.htm

Ich halte das Musterstück für Vogonendichtung, das Douglas Adams im "Anhalter" vorgeführt hat, für ein exzellentes Stück Lyrik, was aber nicht jedermanns Meinung ist, - wenn ich auch meine, daß "das letzte" nicht in dem Sinne vogonisch ist wie das "Orakel aus Kaffeesätzen". Ich bin allerdings gerade mit dem "Orakel" wieder zu der konkreten Lyrik zurückgekehrt, die ich in den Siebzigern in meine Schreibmaschine gehauen habe.

grusz, hansz
 

morgenklee

Mitglied
Seit Adams und Eva ...

Mondnein

Eigentlich finde ich es gut, wenn man möglichst selbst die Spuren legt, statt in die Fußstapfen anderer zu treten. Meist sind diese zu groß. Manchmal auch zu klein. Und zuweilen passen sie einfach nicht.
In der Diaspora lebt es sich auch ganz gut. Das wissen wir ja seit Adams und Eva (die Pflug u.a. doch auch schon mal über das Kuckucksnest). In der 'Orion'.
Mit Jandl, Hugo Ball und Schwitters würde ich auch zum Mars fliegen. Oder zum Snickers. Oder sonstwo hin. Vielleicht sogar nach Nonsenien.
 

Mondnein

Mitglied
Lieber Morenklee,
meinst Du mit "Seit Adams und Eva" den Anfang von Finnegans Wake (zumal Du Adam mit dem Genetiv-s versiehst, Eva aber nicht, wie Joyce auch)?:
riverrun, past Eve and Adam's
Das würde mir gut gefallen, denn das multidimensionale Sprachspiel von James Joyce ist mir später (damals, als ich dieses alte Ding hier schrieb, kannte ich das noch nicht) durchaus der "Türöffner" gewesen. Natürlich nicht im Sinne von Fußstapfen, sondern im Sinne einer Entdeckungsreise.

grusz, hansz
 

Mondnein

Mitglied
nochmal, erweitert

Lieber Morgenklee,

meinst Du mit "Seit Adams und Eva" den Anfang von Finnegans Wake (zumal Du Adam mit dem Genetiv-s versiehst, Eva aber nicht, wie Joyce auch)?:
riverrun, past Eve and Adam's
Das würde mir gut gefallen, denn das multidimensionale Sprachspiel von James Joyce ist mir später (damals, als ich dieses alte Ding hier schrieb, kannte ich das noch nicht) durchaus der "Türöffner" gewesen. Natürlich nicht im Sinne von Fußstapfen, sondern im Sinne einer Entdeckungsreise.

Als ich das schrieb, tauchte ich tief ein in den Klang der Silben, der Klang wurde zum dicht in sich genossenen Erlebnis, hineingetrieben in das hellste Zwischen-einander von i und j, Vokal und Fastkonsonant ("Halbvokal").

Das habe ich später wieder aufgegriffen, z.B. in der "Arabeske", dort ist dieses Sich-im-(feinstmöglichen)-Klang-Erleben zentrales Thema, Symmetrieachse in der Mitte des dreistrophigen Lieds.

grusz, hansz
 

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