Der Codex - Prolog & Teil 1

jon

Foren-Redakteur
Teammitglied
Der Codex

Prolog (Juni 2000)

Ines verspürte nicht die geringste Lust, nach Hause zu gehen. Sie hatte zwar ihr eigenes Zimmer und man gestand der angeblich Hochbegabten fast so viele Freiheiten zu wie einer 16- oder 17-Jährigen, es war dennoch nur ein Kinderheim. Aber sie konnte nicht ewig durch die Stadt schlendern. Auch eine ausgiebige Imbisspause hatte sie schon gemacht und war pappsatt. Ein Espresso wäre ihr jetzt recht gewesen, aber niemand würde einer Elfjährigen Kaffee verkaufen.
Trotzdem betrat Ines das Café und sah sich nach einem Platz um. Im hinteren Teil des Gastraumes waren noch Tische frei. Außerdem gab es Barhocker an der Theke, nur einer davon war besetzt.
Von Erich.
Ines spürte ihr Herz schlagen. Erich, er war es wirklich. Er trug die Haare etwas anders und natürlich hatte er keine Uniform an, aber er war genauso beeindruckend wie damals, als Ines‘ Mutter ihn zum ersten mal gesehen hatte. Sollte sie ihn ansprechen? Er würde sie nicht erkennen, wie denn auch. Sie war nicht Anna, sie hatte nur Annas Erinnerungen.
Ines setzte sich auf den Hocker neben Erich. Er sah zu ihr herüber. Sie lächelte ihn an. Auch noch, als er sich wieder seinem Glas widmete. Er spürte es wohl, denn er drehte sich erneut zu ihr.
„Spendierst du mir eine Cola?“, fragte sie rundheraus. Sie rechnete nicht damit, dass er es tun würde. Aber er tat es.




(Oktober 2004)

Peter Tomann war ja immer für eine Überraschung gut, aber das hier war absurd.
„Das ist nicht Ihr Ernst!“, sagte er, Carola fassungslos anstarrend.
Sie wusste nicht, ob sie belustigt, beleidigt oder verletzt sein sollte. Hatte er wirklich gedacht, dass ihr gesamtes Liebesleben daraus bestand, ihn anzuschmachten? Auch nach zehn Jahren voller mehr oder weniger dezenter Abfuhren?
Tomann ließ sich in seinen Chefsessel fallen und starrte in Gedanken versinkend durch die Schreibtischoberfläche. Dass ihn die Nachricht von der Schwangerschaft nicht eben erfreuen würde, damit hatte Carola gerechnet – Tomann hasste es, neue Leute zu suchen, auch wenn er das nie im Leben zugegeben hätte. Aber dass er derart aus der Spur geraten würde …
„Okay“, sagte er und hob den Blick. „Wollen Sie das ganze Babyjahr nehmen?“
Hatte er nicht zugehört? „Ich werde nicht wiederkommen.“
„Nicht“, wiederholte er. „Aha.“ Und dann fragte er: „Wieso?“
„Weil ich keine zwanzig mehr bin und mit Kind und Job – diesem Job – überfordert wäre?“
„Das kann man regeln. Frau Törmchen arbeitet auch halbtags.“
„Ich weiß. Aber ich bin nicht Frau Törmchen.“
Tomann tat, als lächle er. „Wollen Sie behaupten, Sie wären weniger belastbar? Da hab ich Sie anders erlebt.“
Carola ging nicht darauf ein. Es war schwer genug, wegzugehen. Ihn nie wieder zu sehen.
Tomann kam offenbar ein Gedanke. Er schluckte. Dann sagte er mit belegter Stimme: „Sie können es sich ja noch überlegen. Ich muss den Arbeitsplatz für Sie sowieso freihalten.“
Verstand er nicht oder wollte er nicht verstehen? „Herr Tomann, Sie müssen gar nichts für mich freihalten. Sie müssen einen Ersatz für mich suchen, und zwar am besten, solange ich noch da bin und ihn einarbeiten kann.“ Es klang beschwörender, als Carola beabsichtigt hatte.
Er schien aufzugeben. Fast wirkte es, als sinke er ein bisschen in sich zusammen. Etwas wie Trotz schimmerte durch seine übliche Fassade. Oder Trauer. Oder beides. „Ich hoffe, Sie sind finanziell auf der sicheren Seite“, sagte er.
„Ich bekomme Unterhalt“, log sie. „Das wird völlig ausreichen.“
Er machte ein abschätziges Gesicht. „Dann muss der Typ ja sehr gut verdienen.“
Hatte er eben Typ gesagt? Und klang da etwas wie Eifersucht mit? Carola spürte, wie ihr ein hysterisches Lachen im Hals stecken blieb.
Er bemerkte seinen Fauxpas und sammelte sich. Tief durchatmend setzte er sich aufrecht hin, lächelte sein Cheflächeln und sagte: „Gut. Ein bisschen Zeit ist ja noch. Haben Sie eine Idee, wo ich einen Nachfolger für Sie finden könnte?“
„Nicht ad hoc, nein.“
„Okay.“ Er suchte offenbar nach einem weiteren Gedanken.
Carola nutzte die Gelegenheit zu gehen.
„Herzlichen Glückwunsch“, rief er ihr nach.
Sie nickte dankend. Im Stillen verfluchte sie ihn.

Eine Stunde später – sie war inzwischen zu Hause – rief Carola Bauer ein paar Telefonnummern in der Schweiz an und setzte damit einen ihrer Notfallpläne in Gang. Sie fühlte sich nicht wohl dabei. Nicht, dass sie fürchtete, jemand könnte den Spuren folgen und sie aufstöbern, dazu war alles zu gut abgesichert. Allerdings hatte sie das alles hinter sich lassen wollen, all die Jahrtausende und die Pläne und Vorkehrungen und Intrigen, die nötig gewesen waren, um nicht aufzufliegen. Anfangs spielte ihr Anderssein kaum eine Rolle – Schamanen, Weise Frauen und von den Göttern Berührte gehörten zum Alltag der Menschen der Kupfersteinzeit. Später, als sich die Menschen immer aufgeklärter gaben, musste sie zunehmend sorgfältiger darauf achten, dass niemand merkte, dass sie nicht alterte. Immer seltener hatte sie sich Identitäten schaffen können, die über längere Zeit glaubhaft blieben und kein Aufsehen erregten. Dass sie nach dem ersten großen Sturz durch ein Zeitloch auch danach immer wieder unverhofft in die Vergangenheit fiel und dabei keine Chance hatte, etwas wirklich vorzubereiten, hatte die Sache nicht einfacher gemacht. Irgendwann begann sie, ein Netz von Notfallplänen aufzubauen – Zugriffsmöglichkeiten auf Geld vor allem. Für die Zeit nach der Rückkehr war das anfangs gar nicht gedacht gewesen.
Jetzt aber brauchte sie das Geld. Thomas Bern würde keinen Unterhalt zahlen. Nicht, weil er sich weigern würde, ganz sicher nicht, sondern weil er es nicht wusste. Carola war sich noch nicht schlüssig darüber, ob sie Tom überhaupt von dem Kind erzählen sollte. Es war nur ein One-Night-Stand gewesen, kein Grund, seine Ehe zu gefährden. Es sah so aus, als hätte er diesmal wirklich die Richtige gefunden. Andererseits: Sowas wie mit Alex konnte sie ihm nicht nochmal zumuten …
Leichte Übelkeit stieg in ihr auf. Sie versuchte, sie wegzuatmen. Das klappte nicht. Es hatte nie geklappt, wahrscheinlich war es nur ein instinktiver Reflex, der sie das tun ließ. Ein bisschen Bewegung an der frischen Luft würde eher helfen, wusste sie und begann abzuwägen, ob die Übelkeit so schlimm war, dass es lohnte, die sechs Etage runter und später wieder hinauf zu steigen. Das Unwohlsein nahm zu, also zog sie ihre Jacke über und verließ die Wohnung.
Die Luft draußen war nicht das, was man frisch nennen konnte. Der Geruch nach Abgasen und Imbissküchen ließ Carola würgen. Einen Moment lang erwog sie, wieder hinauf zu gehen. Dann entschied sie sich für den Park.
Hier war es angenehmer, es roch nach Wasser und ein bisschen nach frisch gefallenem Laub. Sie liebte diesen Duft. Sie setzte sich auf eine Bank, schloss die Augen und hielt das Gesicht in die untergehende Sonne.
War es das gewesen? Sie hatte gern bei Tomann gearbeitet. Die Atmosphäre in der Firma hatte ihr zugesagt, die Arbeit war perfekt für sie gewesen: ein bisschen schreiben, ein bisschen recherchieren, ein bisschen organisieren. Und sie war gern in Tomanns Nähe. Immer noch. Obwohl sie längst wusste, dass seine anfänglichen Flirts keinen Deut mehr als reflexhafte Reaktionen seiner Eitelkeit auf ihre Verliebtheit waren. Er konnte unglaublich charmant sein. Aber er war auch oft genug rücksichtslos und unsensibel. Anmaßend. Großspurig. Unberechenbar. Carola war inzwischen fast froh, dass er nie etwas mir ihr angefangen hatte – sie wäre gnadenlos untergegangen neben ihm.
Schritte näherten sich. Carola schaute blinzelnd den Weg entlang. Ein Mann, kaum mehr als ein Schattenriss im Gegenlicht. Er schien es nicht eilig zu haben. Er erinnerte Carola an Erich: die Statur, der Gang … Sie fühlte, wie sie lächelte. Dabei war die Zeit, in der sie mit Erich zusammen war, alles andere als eine zum Lächeln gewesen. 1943, Deutschland. Er sah schneidig aus in seiner Offiziersuniform, es war ihr leicht gefallen, mit ihm anzubandeln. Im Frühjahr 1945 hatten sie sich verloren. Sie war der Gestapo in die Hände gefallen, er hatte zwar zusammen mit ihrer Tochter fliehen können, aber sie hatte die Spur der beiden nie wiedergefunden.
Caro wandte den Blick von dem Mann ab, schloss wieder die Augen und legte die Hand auf ihren Leib. Nein, das war nicht ihr erstes Kind, aber seit Langem wieder mal eines, für das sie ganz da sein würde. Zu oft hatte sie fortgehen müssen, weil ihr Nichtaltern offenbar zu werden drohte. Manchmal war sie auch durch einen Zeitsturz fortgerissen worden oder andere mehr oder weniger objektive Gründe zwangen sie, ein Kind aufzugeben.
Der Mann war stehen geblieben. Carola konnte es spüren, weil er die Sonne verdeckte und es plötzlich sehr kühl geworden war. Sie sah auf. Der Mann stand direkt vor ihr, schien sie anzusehen. Sein Gesicht lag im Schatten, aber es kam ihr so vor, als lächelte er.
„Anna?“
Sie schüttelte den Kopf. Ihre Augen stellten sich langsam auf den Schatten ein. Der Mann erinnerte sie auch von Nahem an Erich.
„Entschuldigen Sie“, sagte er hörbar enttäuscht.
Sie kannte den Tonfall von irgendwoher und setzte sich aufrecht hin, um einen besseren Blickwinkel zu bekommen. Er sah wirklich aus wie Erich.
„Sie haben mich an jemanden erinnert …“
Oh ja, sie kannte die Stimme, definitiv! Und er hatte sie Anna genannt. „Erich?“
Er setzte sich neben sie und strahlte sie an. „Hatte ich doch recht.“
Sie nickte und fühlte, wie sie ebenso strahlte. „Mein Gott … Wow! Ist das schön, dich zu sehen! Was machst du hier?“
„Geschäfte. Und du?“
„Ich wohne hier in der Nähe.“ Sie betrachtete ihn. Er sah aus wie damals: lebendige graue Augen, kantig-männliches Gesicht, kaum eine Falte. Nur die Haare trug er anders.
„Du siehst gut aus“, sagte er. Es klang eher höflich als ehrlich.
„Naja, ein bisschen älter“, half sie ihm.
Sein Strahlen ließ nach. „Tut mir leid.“
Einen Moment lang wusste Carola nicht, was er meinte. Dann begriff sie: Er hielt sie für eine Unsterbliche, die die Gabe verloren hatte. Es überraschte sie, denn das hieß, dass er selbst einer war. Niemand außer den Unsterblichen selbst wusste von der Gabe, zumindest in dieser Zeit nicht. Irgendwann würde es Allgemeinwissen sein, aber das würde noch ein wenig dauern.
Carola suchte an Erich nach Zeichen, die seinen Zustand verraten würden. Er war der erste Unsterbliche, den sie traf. Sie korrigierte sich: Er war der erste, von dem sie nun wusste, dass er einer war. Der einzige Hinweis – dass er nach 60 Jahren keinen Deut gealtert war – hätte ebenso gut bedeuten können, dass er ein Zeitspringer war. Um ein Haar wäre sie davon ausgegangen und hätte sich vermutlich verplappert.
Erich machte eine kleine Kopfbewegung in Richtung von Carolas Bauch. „Guter Hoffnung?“
„Sieht man es schon?“, fragte sie und lauschte dem Klang der altmodischen Formulierung nach. „Es kommt im März.“
„Das ist ja noch ein Weilchen. Weißt du schon, was es wird?“
„In der 13. Woche? Nein. Dafür ist es noch zu früh.“
„Wenn es ein Junge wird – wir haben den Boden noch voller Spielzeug.“
„Echt? Du hast Familie? Das ist cool.“
Er strahlte wieder. „Ja. Er heißt Jannik.“
„Jannik? Wie passend!“ Janek war sein Deckname im Widerstand gewesen.
Er lachte. „Stimmt! Und du, hast du schon einen Namen rausgesucht?“
Sie grinste: „Na jedenfalls nicht Jacek.“ Das war ihr Deckname gewesen. „Peter oder Katharina.“
„Aha. Wie die Zaren.“
Carola stutzte. „Stimmt. Ist mir noch gar nicht aufgefallen.“ Einen Moment lang dachte sie darüber nach, ob ihr Sohn eher nach Peter dem Großen oder nach Peter Tomann geraten sollte. Als ihr bewusst wurde, dass das Erbgut von Thomas Bern weder für das eine noch das andere eine brauchbare Grundlage war, wischte sie – über sich selbst den Kopf schüttelnd – den Gedanken beiseite.
Sie sah, dass Erich sie beobachtete. Sie kannte den Blick, er zeugte davon, dass ihn eine Frage beschäftigte. Er würde sie nicht stellen.
Carola bemerkte, dass es frisch geworden war, und zog die Jacke enger um die Schultern.
Erich stand auf. „Entschuldige, ich muss noch ein paar Anrufe machen.“
Sie erhob sich ebenfalls. „Klar, kein Problem.“ Sie kramte eine Visitenkarte aus ihrem Portmonee. „Hier!“ Sie würde die Firmenkarten sowieso nicht mehr brauchen. „Ruf mich an, wenn du mal wieder in Dresden bist! Die Mobilnummer ist meine private, da erreichst du mich auch nach dem Mutterschutz.“
Erich sah Carola fragend an.
„Naja, ich weiß ja nicht, wann es dich beruflich mal wieder hierher verschlägt.“
Er wirkte irritiert; das war wohl nicht das, was er hatte wissen wollen. Er fragte jedoch nicht nach, sondern reichte Caro die Hand. „Auf Wiedersehen, A…“, er blickte auf die Karte, „… Carola. War wirklich schön, dich wiedergesehen zu haben.“
„Ja, das war es. Wär schön, wenn es bis zum nächsten Mal nicht wieder so lange dauert.“
Er lächelte matt. „Versprochen.“ Dann ging er. Caro schaute ihm nach, sah, wie er im Gehen nochmal die Visitenkarte studierte und sie dann in die Manteltasche steckte. Ohne sich noch einmal umzudrehen, verschwand er im Dämmern des hereingebrochenen Abends.

Die folgenden Tage verliefen ungewöhnlich angespannt. Dank Tomann, der mal wieder sein Plappermaul nicht hatte halten können, wussten alle in der Firma von Carolas Schwangerschaft, und die Kollegen versuchten mehr oder weniger geschickt, die Frage nach dem Vater zu stellen. Tomann selbst war entweder nicht da oder er verschanzte sich in seinem Büro. Er schien mit etwas fürchterlich Wichtigem beschäftigt zu sein, denn jedes mal, wenn jemand etwas von ihm wollte, fertigte er ihn ab, bevor er überhaupt eintreten konnte.
Am Wochenende versuchte Carola, sich durch Hausarbeiten abzulenken. Sie fragte sich immer wieder, warum sie sich bei Erich nicht nach Elisabeth erkundigt hatte. Wegen des Schweigecodex der Unsterblichen? Sie wusste zwar, dass es in höchstem Maße als unschicklich galt, nach früheren Leben zu fragen oder davon zu erzählen, aber das konnte wohl kaum für gemeinsam erlebte Zeiten gelten. Sie sollte doch ein Recht haben, nach ihrem Kind zu fragen! Oder?
Kind. Kinder. Immer häufiger drehten sich Carolas Gedanken um dieses Thema. Sie wusste, dass die Hormone da eine maßgebliche Rolle spielten, aber das änderte nichts daran, dass es sie schwermütig machte.
Sie dachte an den Sohn, den sie als letztes geboren hatte. Er war zu einem Viertel nichtmenschlich, sein Vater war bei einem Urlaub auf der Erde in ein Zeitloch gefallen. Als sie sich trafen, hatte er sein Shuttle schon zur Zeitmaschine umprogrammiert, wollte nach Hause. Inzwischen war Tonha tot, bei einem Unfall gestorben. Jonathan war sowas wie ein Wunderkind gewesen. Sie hatte ihn in der Zukunft zurücklassen müssen.
Oder Ines. Dass sie mit ihr schwanger war, merkte Caro, die damals Johanna Johnson hieß, erst, als sie wieder in Deutschland war. Sie hatte LA verlassen, weil sie der Verbrecherjagd müde geworden war. In Deutschland wollte sie noch ein paar ruhige Jahre verbringen, ehe der Tag X anbrach. Ein alter Rivale aus LA lief ihr jedoch über den Weg und schoss auf sie. Da war sie hochschwanger. Die Ärzte – so erfuhr sie nach dem Aufwachen aus dem Koma – hatten das Kind retten können. Sie wollte die Kleine aus dem Kinderheim zu sich holen, doch man hatte sie schon weitergereicht und weitergereicht und weitergereicht … Im fünften Heim konnte man den Unterlagen nicht einmal mehr entnehmen, dass sie überhaupt angekommen war, geschweige denn, wo sie dann hingebracht worden war. Wahrscheinlich war sie längst adoptiert worden und trug einen anderen Namen.
Alexander, Toms erster Sohn. Ihn hatte sie in eine Pflegefamilie gegeben. Elisabeth, geboren 1944 in Warschau. Thomas, geboren 1882 im heutigen New Mexiko; sie ließ ihn nach dem Tod seines Vaters zurück. 1841 Janosh, den sie als 10-Jährigen das letzte Mal sah. 1701 Natalja, die bei der Familie des Schmiedes blieb. Verika. Thedor. Jasom. Er gehörte nicht in die Reihe der von ihr verlassenen Kinder, aber wohl keines war am Ende einsamer gewesen. Gott hatte ihn fallen lassen …
Nicht daran denken! Nur nicht daran denken …
Staub wischen. Wäsche zusammenlegen. Ein Haus suchen. Vielleicht auch nur eine Wohnung. Groß genug für all den Kram, der sich in ihrer jetzigen Wohnung stapelte, und groß genug, dass auch ein Kind Raum bekam. Irgendwas mit Balkon oder Terrasse. Ruhige Lage. Nicht gerade auf dem Land. Oder vielleicht doch auf dem Land. Oder … Carola ließ sich durch die Immobilienportale treiben.


Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5
Intermezzo & Teil 6
Teil 7
Teil 8
Teil 9
Teil 10
Teil 11
Epilog
 
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