Der Stinker / Für Kinder

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Sidgrani

Mitglied
Im dichten Buschland fern von hier,
da lebt ein sonderbares Tier,
das hier nicht alle kennen.
Wer sich ihm nähert und nicht flieht,
der wundert sich, was dann geschieht,
drum sollte jeder rennen.

Es stampft mit seinen Pfoten auf
und das soll heißen: „Du da, lauf,
sonst kannst du was erleben!“
Es dreht sich um und eins, zwei, drei,
bespritzt es dich mit Stinkebrei,
und der bleibt lange kleben.

Du stinkst jetzt wie ein Haufen Mist,
obwohl du doch kein Rindvieh bist,
und alle gehen laufen.
Du kannst dich waschen, tagelang,
der Stinkeduft bleibt an dir dran,
es ist zum Haare raufen.

Das Stinktier will gar keinen Zank,
er wehrt sich bloß mit dem Gestank
vor großen wilden Tieren.
Und wen der Stinkesaft mal traf,
der ist von da an lieb und brav,
und flieht auf allen Vieren.

Nach einer Woche oder zwei,
ist der Gestank zum Glück vorbei,
und du kannst wieder lachen.
Du traust dich wieder aus dem Haus,
verkriechst dich nicht mehr wie ‚ne Maus,
es gibt schon blöde Sachen.
 

wüstenrose

Mitglied
Hallo Sidgrani,
dein Gedicht hat mich gut unterhalten, gefällt mir!
Minikorrektur:

Das Stinktier will gar keinen Zank,
e[red]s[/red] wehrt sich bloß mit dem Gestank
Die letzte Strophe wegzulassen wäre auch eine Option; mag dein Gedicht doch ruhig damit enden, dass dem Stinktier - einem Wesen mit wahrlich speziellem Talent - hier ein kleines Denkmal gesetzt wird (und gleichzeitig würde dieser Schluss stärker die Möglichkeit eröffnen, das Dargestellte aufs menschliche Miteinander zu übertragen, dies aber mal so ganz nebenbei, ohne jeglichen Zeigefinger).
Vielleicht so:

Der Sonderling will keinen Zank,
er [blue]schützt[/blue] sich bloß mit dem Gestank
vor großen wilden Tieren.
Und wen der Stinkesaft mal traf,
der wird von da an, lieb und brav,
das Stinktier respektieren.


lg wüstenrose
 

Sidgrani

Mitglied
Hallo wüstenrose,

deinen Vorschlag, die letzte Strophe einfach wegzulassen, finde ich sehr gut. Das setze ich sofort um.

Das Stinktier als „Sonderling“ zu bezeichnen, ist im Grunde genommen auch gut, aber es sollte wenigstens einmal bei seinem richtigen Namen genannt werden. Und „schützen“ setzt für mich voraus, dass das Tier schon vorbeugend, also bevor es in Gefahr gerät, aktiv wird. Das ist aber nicht der Fall. Drum bleibe ich bei „wehren“.

Und wen der Stinkesaft mal traf,
der wird von da an, lieb und brav,
das Stinktier respektieren.
Diesen Vorschlag werde ich ebenfalls umsetzen, das liest sich flüssiger. Ich danke dir für dein Interesse an meinem Gedicht und die brauchbaren Anregungen, hat mir Spaß gemacht. :)

LG Sidgrani
 

Sidgrani

Mitglied
Im dichten Buschland fern von hier,
da lebt ein sonderbares Tier,
das hier nicht alle kennen.
Wer sich ihm nähert und nicht flieht,
der wundert sich, was dann geschieht,
drum sollte jeder rennen.

Es stampft mit seinen Pfoten auf
und das soll heißen: „Du da, lauf,
sonst kannst du was erleben!“
Es dreht sich um und eins, zwei, drei,
bespritzt es dich mit Stinkebrei,
und der bleibt lange kleben.

Du stinkst jetzt wie ein Haufen Mist,
obwohl du doch kein Rindvieh bist,
und alle gehen laufen.
Du kannst dich waschen, tagelang,
der Stinkeduft bleibt an dir dran,
es ist zum Haare raufen.

Das Stinktier will gar keinen Zank,
es wehrt sich bloß mit dem Gestank
vor großen wilden Tieren.
Und wen der Stinkesaft mal traf,
der wird von da an, lieb und brav,
das Stinktier respektieren.
 

wüstenrose

Mitglied
Hallo Sidgrani,

das Stinktier taucht ja jetzt in der Schlusszeile auf, von daher hast du nun eine Doppelung dieser Bezeichnung in der Schluss-Strophe.
Schützt habe ich deshalb eingebracht, weil es gängigerweise wehren gegen heißt.
Freut mich, wenn die Anregungen hilfreich waren.
 

molly

Mitglied
Hallo Sidgrani,

mir gefällt Dein Gedicht auch. Als Sonderling würde ich es nicht bezeichnen, jedes Tier wehrt sich auf seine Art: das Lama spuckt...

Viele Grüße

molly
 

molly

Mitglied
Die Doppelung in der letzten Zeile, die Wüstenrose gleich und ich erst jetzt gesehen habe, könntest Du so umgehen, musst aber nicht:

der wird von da an, lieb und brav,
den Stinker respektieren.

Mit Gruß

molly
 

wüstenrose

Mitglied
da möchte ich noch anmerken, dass mich das hier vorliegende Gedicht etwas an ein Tier-Rätsel-Gedicht von molly erinnert hat; ein ganz klein wenig Rätsel steckt ja auch in Sidgranis Gedicht, von daher die ausdrückliche Erwähnung des Stinktiers lieber erst in der Schlusszeile?
 

Sidgrani

Mitglied
Hallo wüstenrose,

ich war heute Morgen zu schnell mit den Änderungen. Dann passieren solche blöden Fehler! :mad: Danke für die Rückmeldung. Und "wehren" werde ich nun doch in "schützen" ändern, weil ich ins Grübeln gekommen bin, ob vor etwas wehren korrekt ausgedrückt ist. Ich glaube, es muss gegen etwas wehren heißen.


Hallo molly,

mit dem "Sonderling" gebe ich dir recht, und mit dem Nachtrag von wüstenrose ist für mich klar, das "Rätsel" wird erst in der letzten Zeile gelöst. "Stinker" möchte ich nicht nehmen, drei mal "Stink" in einer Strophe ist mir zuviel.

Ich danke euch für eure Mithilfe, so stelle ich mir eine konstruktive Zusammenarbeit vor. :)

Liebe Grüße
Sidgrani
 

Sidgrani

Mitglied
Im dichten Buschland fern von hier,
da lebt ein sonderbares Tier,
das hier nicht alle kennen.
Wer sich ihm nähert und nicht flieht,
der wundert sich, was dann geschieht,
drum sollte jeder rennen.

Es stampft mit seinen Pfoten auf
und das soll heißen: „Du da, lauf,
sonst kannst du was erleben!“
Es dreht sich um und eins, zwei, drei,
bespritzt es dich mit Stinkebrei,
und der bleibt lange kleben.

Du stinkst jetzt wie ein Haufen Mist,
obwohl du doch kein Rindvieh bist,
und alle gehen laufen.
Du kannst dich waschen, tagelang,
der Stinkeduft bleibt an dir dran,
es ist zum Haare raufen.

Der Schlaukopf will gar keinen Zank,
es schützt sich bloß mit dem Gestank
vor großen wilden Tieren.
Und wen der Stinkesaft mal traf,
der wird von da an, lieb und brav,
das Stinktier respektieren.
 
T

Trainee

Gast
... möchte ich nicht nehmen, drei mal "Stink" in einer Strophe ist mir zuviel.
Solche Diskussion gibt es nur in Lyrikforen! :D

Und es ist ja auch so:

Wer dreimal stinkt, dem glaubt man nicht,
selbst wenn er durch die Drüsen spricht;
wer zweimal stinkt, verhält sich besser,
gilt trotzdem schon als Stunkerpresser.

Der Einzeltäter scheint genehm,
wirkt allenfalls mal unbequem.


Tschuldigung, ihr lieben Kinder! :cool:;)
 

Tula

Mitglied
Hallo Sidgrani

Ich dachte heute morgen auch gleich an gewisse Stinktiere; sehr lustig wie du die Kinder auch auf diese Weise "auf das Leben vorbereitest" :)

Ich würde mir in dieser Hinsicht den Abschluss noch bissiger wünschen. Ironisierend ginge auch:

...
dem Stinktier salutieren!

Fröhliche Grüße

Tula
 

molly

Mitglied
Aber Tula!

Wenn Du ein Stinktier triffst, darfst Du auf keinen Fall salutieren, das wären Bewegungen, die das Tier erschrecken und bevor Du noch verduften kannst, kriegst du seine "Waffe" zu spüren und zu riechen. Also sei vorsichtig und zieh Dich schleunigst respektvoll zurück.
 


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