In der sanften Brise bewegt sich die Bettwäsche träge auf den Wäscheleinen. Schatten gleiten auf dem ausgeblichenen Grün des Rasens, es hat seit Tagen nicht geregnet. Sie wird die Hortensien gegen Abend gießen müssen, die Blätter hängen schlaff unter den verblassenden Blüten, als wären sie müde und verbeugten sich vor der sengenden Sonne. Sie geht in den Garten, entfernt die Klammern, schüttelt die Laken und wirft sie flüchtig gefaltet in den Wäschekorb. Als sie das letzte Stück Stoff von der Leine entfernt, steht er direkt vor ihr. Dürr und ausgemergelt wie die Pflanzen im Garten. Eine schwarze Sonnenbrille in dem bleichen Gesicht. Das Tuch entgleitet ihr und fällt zu Boden.
Julian!
Er sagt nichts, steht nur da. Seine Augen sind hinter den dunklen Gläsern verborgen. Sie tritt auf das Laken, geht auf ihn zu und umarmt ihn. Er lässt es geschehen.
Komm, wir gehen rein!
Sie zieht ihn hinter sich her ins Haus. Hier ist es kühler.
Willst du was trinken? Hast du Hunger?
Er lässt sich auf einen Stuhl fallen. Den auf der linken Seite, dort hat er immer gesessen.
Wasser, nur Wasser, danke.
Sie nimmt ein Glas aus dem Schrank, schenkt ihm ein.
Du solltest was essen!
Er schüttelt den Kopf.
Geht es dir gut, wo wohnst du?
Sie könnte Nudeln mit Lachs machen. Oder Carbonara, das geht schnell. Würstchen sind auch im Kühlschrank.
Ich komm klar, mach dir keine Sorgen!
Sie holt ein paar Kekse aus dem Schrank, stellt sie auf den Tisch. Er nimmt die Sonnenbrille nicht ab. Seine Finger, die das Glas umklammern, sind ungepflegt, die Nägel zu lang und schmutzig. Das T-Shirt hat Flecken, die Jeans ebenfalls.
Willst du ein Bad nehmen? Dann musst du dich beeilen, dein Vater kommt in einer Stunde.
Er schüttelt wieder den Kopf.
Hast du vielleicht ein frisches T-Shirt?
Sie hat frische Shirts, hat all seine Sachen aufbewahrt, die er nicht mitgenommen hat. Sie liegen im Schrank, oben in seinem Zimmer. Ihr Mann wollte das Zimmer zum Büro umfunktionieren, aber sie hat sich geweigert. Und sich dieses Mal durchgesetzt. Es ist noch alles, wie es war. Wenn sie nach oben geht, um es zu holen, wird Julian weg sein. Er weiß, wo sie das Geld aufbewahrt. Ein paar Scheine, für den Markt oder einen Notfall, man weiß ja nie. Im Küchenschrank in der Blechdose hinter dem Kaffee. Sie sieht ihn an, tausend Fragen schießen ihr durch den Kopf. Sie möchte etwas sagen, ihn nochmal umarmen. Julian sitzt am Tisch und wartet. Sie nickt, erhebt sich und geht schwerfällig die Treppe hinauf. Oben in seinem Zimmer räumt sie seine Sachen in den großen braunen Lederkoffer. T-Shirts, Pullover, Hosen, alles. Nimmt die Bilder und Fotos von der Wand. Unten hört sie die Tür zuschlagen. Sie setzt sich auf das Bett und streicht über das Laken. Kurz ausruhen. Sie muss die Wäsche noch reinholen. Dann die Hortensien wässern.
Julian!
Er sagt nichts, steht nur da. Seine Augen sind hinter den dunklen Gläsern verborgen. Sie tritt auf das Laken, geht auf ihn zu und umarmt ihn. Er lässt es geschehen.
Komm, wir gehen rein!
Sie zieht ihn hinter sich her ins Haus. Hier ist es kühler.
Willst du was trinken? Hast du Hunger?
Er lässt sich auf einen Stuhl fallen. Den auf der linken Seite, dort hat er immer gesessen.
Wasser, nur Wasser, danke.
Sie nimmt ein Glas aus dem Schrank, schenkt ihm ein.
Du solltest was essen!
Er schüttelt den Kopf.
Geht es dir gut, wo wohnst du?
Sie könnte Nudeln mit Lachs machen. Oder Carbonara, das geht schnell. Würstchen sind auch im Kühlschrank.
Ich komm klar, mach dir keine Sorgen!
Sie holt ein paar Kekse aus dem Schrank, stellt sie auf den Tisch. Er nimmt die Sonnenbrille nicht ab. Seine Finger, die das Glas umklammern, sind ungepflegt, die Nägel zu lang und schmutzig. Das T-Shirt hat Flecken, die Jeans ebenfalls.
Willst du ein Bad nehmen? Dann musst du dich beeilen, dein Vater kommt in einer Stunde.
Er schüttelt wieder den Kopf.
Hast du vielleicht ein frisches T-Shirt?
Sie hat frische Shirts, hat all seine Sachen aufbewahrt, die er nicht mitgenommen hat. Sie liegen im Schrank, oben in seinem Zimmer. Ihr Mann wollte das Zimmer zum Büro umfunktionieren, aber sie hat sich geweigert. Und sich dieses Mal durchgesetzt. Es ist noch alles, wie es war. Wenn sie nach oben geht, um es zu holen, wird Julian weg sein. Er weiß, wo sie das Geld aufbewahrt. Ein paar Scheine, für den Markt oder einen Notfall, man weiß ja nie. Im Küchenschrank in der Blechdose hinter dem Kaffee. Sie sieht ihn an, tausend Fragen schießen ihr durch den Kopf. Sie möchte etwas sagen, ihn nochmal umarmen. Julian sitzt am Tisch und wartet. Sie nickt, erhebt sich und geht schwerfällig die Treppe hinauf. Oben in seinem Zimmer räumt sie seine Sachen in den großen braunen Lederkoffer. T-Shirts, Pullover, Hosen, alles. Nimmt die Bilder und Fotos von der Wand. Unten hört sie die Tür zuschlagen. Sie setzt sich auf das Bett und streicht über das Laken. Kurz ausruhen. Sie muss die Wäsche noch reinholen. Dann die Hortensien wässern.