Durch den Wald

Botanica

Mitglied
Im Leben passieren schon Sachen…

Diese Geschichte geschah mir vor ein paar Jahren, als ich noch in Deutschland arbeitete. In der Regel verbrachte ich mit meinen Kameraden Matej und Slavo dort auf Arbeit etwa einen Monat und dann eine Woche zu Hause. So ging es zwei Jahre lang. Wenn man so im Ausland weilt, ist es natürlich, dass man auch das Land kennenlernen will; die Arbeit ist doch nicht alles.

Einst hatte ich irgendwo über die Benediktiner Abtei Weltenburg in Südbayern gelesen. Die Anlage sollte ganz speziell sein: ein uraltes Kloster aus dem 9. Jahrhundert, eine Barockkirche gebaut von den bekannten Assam-Brüdern und vor allem wunderbares dunkles Bier, das die Mönche schon seit dem 11. Jahrhundert hier brauen. Angeblich bestes dunkles Bier der Welt! Die Abtei Weltenburg liegt am Ufer der Donau. Aber was für eine Donau fließt dort! Hierzulande sind wir es gewohnt, dass die Donau ein mächtiger, gerader Strom ist, der von breiten, flachen Ufern begrenzt ist. Doch rund um Weltenburg windet sich die Donau im rechten Winkel wie ein Band. An dem einen Ufer steht das Kloster, aus dessen Fenstern man direkt in die Donau springen könnte; das andere Ufer ist praktisch eine steile Felsenwand. Eine malerische Ansicht! Lange hatte ich mich danach gesehnt, diesen besonderen Ort zu sehen.

Eines Tages brachte ich endlich mit meinen Kameraden nach Weltenburg auf. Vorher hatte ich einen genauen Plan geschmiedet, nach dem wir in Kelheim, einem nur fünf Kilometer von Weltenburg entferntem Städtchen, übernachten sollten. Von dort aus sollte es nur eine kleine Wanderung die Donau entlang zur Abtei sein. Das Mönchsbier stellte für Matej und Slavo natürlich den Hauptanziehungspunkt dar.

Gedacht, getan! Aus verschiedenen Gründen, ich weiß nicht mehr warum, kamen wir erst gegen vier Uhr nachmittags in Kelheim an. Ziemlich spät für eine Wanderung, aber es war so. Nach dem Einchecken in unserem Gästehaus brachen wir auf. Kaum waren wir ein paar Schritte gegangen, fragte mich Matej: „Tóno, und kennst du den Weg?“

„Klar, ich habe eine Landkarte mitgenommen“, erwiderte ich und griff in meine Wandertasche, die mich immer auf meinen Reisen begleitet. Ich wühlte sie mehrmals durch, aber die Karte war nicht zu finden. Dabei war ich mir absolut sicher, dass ich sie auf dem Zimmer in die Tasche gesteckt hatte.

„Nun, ehrlich gesagt, ich habe keine Landkarte,“ rückte ich mit der Wahrheit heraus. „Aber wozu brauchen wir eigentlich die Karte? Wir werden ständig die Donau entlang gehen, wir können uns nicht verirren.“ habe ich die Sache abgetan.

So gingen wir den kürzesten Weg zur Donau. Dort finden wir einen Pfad, ihn entlang und immer gegen den Strom der Donau sollten wir nach Weltenburg bequem gelangen, soviel merkte ich mir noch von zu Hause. Eine Weile schritten wir schweigend und etwas verlegen.

Unser Weg führte durch den Wald, wich sich oft vom Fluss ab und dann näherte sich ihm. Schon etwas unversichert, kamen wir auf eine Wiese.

Dort sammelte eine ältere Frau zusammen mit einer Jüngeren, offensichtlich ihrer Tochter, Wildkräuter. Das Mädchen war behindert. Ich grüßte beide und fragte nach dem Weg zum Kloster. Das alte Weib richtete sich auf und antwortete kurz: „Jeder kommt dorthin, wo er hinsoll.“ Danach setzte sie das Sammeln fort.

Mit dieser ausgiebigen Auskunft ausgestattet schritten wir kleinlaut weiter. Nach einer Weile fragte mich Slavo: „Tóno, was hat die alte Hexe gesagt? Ich habe sie gar nicht verstanden. Du sollst lauter und deutlicher gefragt haben.“ Da schwieg ich lieber. Nach einem halben Kilometer verschwand unser armer Pfad. Wir steckten an einer Stelle, wo es auf der rechten Seite einen Abhang gab, der steil zur Donau abfiel und auf der linken Seite erhob sich ein zum Himmel ragender Riff. Slavo entschied: „Hier kann man sicher die Donau entlang nicht wandern. Wir gehen den Riff hinauf und oben setzen wir unsere Tour fort.“

Und so war es auch. Nach einem mühsamen Klettern, oft auch auf allen Vieren, stießen wir endlich auf einen Pfad, der uns dann direkt zur Abtei Weltenburg führte. Als wir unser Ziel erreichten, war die Sonne bereits untergegangen. Denn die Zeit war knapp, entschieden wir uns, der Besichtigung des Klosters nur zwanzig Minuten zu widmen. In der Tat verbrachten wir dort eine Stunde. Erfüllt von Besorgnissen um die Rücktour nach Kelheim vergaßen wir auch das Bier.

Inzwischen begann es dunkel zu werden. Aufgrund meiner bisher schlechten Reiseleitung entschied Slavo, dass wir auf einem anderen Weg nach Kelheim zurückkehren. Natürlich wieder durch den Wald!

Über der Abtei lag eine Wiese und hinter ihr war ein Wald zu sehen. Dort werde sicher ein Pfad sein, meinte ich. Und so kletterten wir wieder hinauf. Dort eingetroffen, sahen wir fünf Pfade. Sie führten in alle möglichen Richtungen! Wir waren gerade dabei, einen Würfel zu werfen, als ein seltsames Trio auftauchte: Ein junges, dünnes, etwa siebzehn Jahre altes Mädchen, ein wenig ätherischer Erscheinung, gefolgt von einem noch jüngeren Jungen, vielleicht ihrem Bruder und ein großer dunkler Schäferhund. Das Mädchen führte den Hund an der Leine.

Ungeheuer erfreuten wir uns daran, sie zu sehen. Gleich fragten wir nach dem Weg nach Kelheim. Sie zeigten auf einen der fünf Pfade, der durch den Wald führte. Mittlerweile war es ziemlich dunkel. Jedes Geräusch, selbst das Kleinste, egal ob von einem Vogel, einem Tier oder von Ästen, traf unsere Trommelfelle wie ein Schuss. An einer Stelle lichtete sich der Wald, und wir befanden uns auf einer Lichtung, die eine Buschwand säumte. Plötzlich flog etwas Großes raus den Büschen rasch in unsere Richtung los. Wir erstarrten kurz, wie auf ein Kommando duckten uns, und ein Waldtorpedo sauste dicht über unsere Köpfe hinweg. Und genau in demselben Moment tauchte vor uns unser Trio auf: Das Mädchen, der Junge und der Hund. Sie kreuzten schweigend unseren Weg und verschwanden im Wald. Wir erkannten unsere Bekannten ganz deutlich, denn in diesem Moment guckte der Mond aus den Wolken hervor. Wie konnten nur diese so schnell hierherkommen?

Mittlerweile wurde es bereits vollkommen dunkel. Wir schritten teils in raschem Tempo, teils liefen wir, je nachdem, was das Gelände und unsere Atmung uns erlaubten. Nach einer weiteren Stunde kamen wir zu einer Waldkreuzung. Zum Glück gab es dort einen Wegweiser. Wir gingen nicht einmal zehn Schritte weiter, als vor uns am Waldrand unser bekanntes Trio marschierend erschien: das Mädchen, gefolgt von dem Jungen, und der Schäferhund schloss den Umzug ab. Lautlos, ganz langsam, verschwanden sie auf der linken Seite unserer Strecke. Slavo rief ihnen hinterher, ob wir richtig nach Kelheim gingen, aber die Antwort war ihm nur eine absolute Stille. Nicht einmal ein Vogel kreischte im Gebüsch.

Wortlos wanderten wir noch eine weitere Stunde. Mir war es klar, dass wir uns verirrten. Ich schlug vor, uns an den Sternen zu orientierten. Meine Freunde empfahlen mir unverblümt, die Klappe zu halten; im dunklen Wald war nicht einmal der Norden zu finden. Nach einer weiteren Stunde sahen wir in der Ferne Lichter.

Endlich kamen wir aus dem Wald heraus und rannten hinunter auf die Straße. Aus keinem Haus trat nicht einmal ein Hauch von Licht hervor. Nur Lichter der Straßenlampen durchschnitten den blauen Nachtnebel. Wir waren bereits in der Nähe der ersten Häuser und da hielten wir an. Direkt vor uns tauchten aus dem Nebel die drei bekannten Silhouetten auf: Das Mädchen, der Junge und der Hund. Sie kamen hinter einem Haus auf der rechten Seite hervor, kreuzten ganz langsam, ohne zu eilen, Einer nach dem Anderen, unseren Weg und verschwanden auf der linken Seite. Ich sah alles ganz deutlich, denn das Trio schwebte vor uns unter einer Straßenlampe wie im Traum. In einem Moment kehrte das Mädchen ihr Gesicht zu uns, und ich erblickte ein ruhiges, etwas geheimnisvolles Lächeln an ihrem Gesicht. Etwas zwischen Gioconda und einer Waldfee. Träumte ich oder einfach: “Because the night belongs to us...”? (Patty Smith)
 
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Anders Tell

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Die Idee ist gut und der Plot auch. Mir gefällt, dass offen bleibt, ob diese Erscheinungen Schemen der Dämmerung sind oder übernatürliche Phänomene. Handwerkliche hat der Text Schwächen. Mit sind vor allem die vielen Hohlformeln aufgefallen. Schon den einleitenden Satz "Im Leben passieren ...." würde ich streichen. "Gedacht, getan", "aber so war es" sind Elemente, die die Handlung nicht voranbringen.
Es gibt hier begabtere Korrekturen als mich und ich hoffe, dass jemand präziser darauf eingeht.

Anders
 

Botanica

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Hallo,


erzlichen Dank für deine Meinung und deine Hinweise; diese Erzählung ist eigentlich meine Erste in der deutschen Sprache. Könntest Du die von Dir erwähnten Hohlformeln in meinem Text vielleicht näher konkretisiesern, bitte? Was sollte ich besser, bzw. anders schreiben? Vielen Dank im voraus und alles Gute!
 

Botanica

Mitglied
Hallo,


herzlichen Dank für deine Meinung und deine Hinweise; diese Erzählung ist eigentlich meine Erste in der deutschen Sprache. Könntest Du die von Dir erwähnten Hohlformeln in meinem Text vielleicht näher konkretisiesern, bitte? Was sollte ich besser, bzw. anders schreiben? Vielen Dank im voraus und alles Gute!
 

Anders Tell

Mitglied
Alle Achtung! Ohne Deinen Hinweis hätte ich erst bei genauerem Lesen bemerkt, dass Du kein Muttersprachler bist. Schon gar nicht hätte ich geglaubt, dass dies Dein erster Versuch in einer Fremdsprache ist. Mit den Korrekturen bin ich im Moment technisch überfordert, weil ich das Zitieren noch nicht heraus habe.
Außerdem gibt es hier weit bessere Lektoren. Ich hoffe, dass einer sich Deines Textes annimmt. Wenn nicht, muss ich mit der Technik vertraut machen. Das verspreche ich Dir.

Anders
 

Botanica

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Ich muss ergänzen, bei dieser Erzählung handelt es sich nicht um meinen ersten Versuch in einer Fremdsprache (ich habe mehrere Übersetzungen, auch Sachtexte gemacht), nur dieser literarische Text ist mein erster literarischer Text auf Deutsch.

Vielen Dank nochmals!
 

petrasmiles

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Hallo Botanica,

willkommen in der Leselupe.
Mir hat der Text auch grundsätzlich gefallen - und mir sind auch die Allgemeinplätze aufgefallen.
Ich liste sie mal auf:

Im Leben passieren schon Sachen…
die Arbeit ist doch nicht alles.
Eine malerische Ansicht!
Gedacht, getan!
Und so war es auch.




- die Brüder heißen Asam, nicht Assam

Die Anlage sollte ganz speziell sein: eEin
Aus verschiedenen Gründen, ich weiß nicht mehr warum, kamen wir erst gegen vier Uhr nachmittags in Kelheim an

rückte ich mit der Wahrheit heraus.
Dern Ausdruck erscheint mir 'übertrieben' - Wahrheit sagen, setzt voraus, vorher die Unwahrheit gesagt zu haben. Ich würde eher sagen: 'gestand ich ein'
soviel merkte ich mir noch von zu Hause
würde eher schreiben: Daran erinnerte ich mich noch, denn es ist ja das Gasthaus gemeint bzw. der Ort, wo man zuletzt die Wegbeschreibung sah
wich sich oft vom Fluss ab
offensichtlich ihrer Tochter
das ist nicht offensichtlich, es sei denn, Du sagst, warum; ich würde eher sagen: wahrscheinlich ihrer Tochter
Du sollst lauter und deutlicher gefragt haben.
Grammatik: Du hättest lauter und deutlicher fragen sollen.

und auf der linken Seite erhob sich ein zum Himmel ragender Riff.
Riff kenne ich eher im Zusammenhang mit dem Meer. Hier würde ich eher von einem Felsen, oder einem Felsvorsprung sprechen
Denn die Zeit war knapp
Da die Zeit knapp war
Sorgen
Inzwischen begann es dunkel zu werden.
Logikfehler: Im Absatz vorher war die Sonne bereits untergegangen
Aufgrund meiner bisher schlechten Reiseleitung entschied Slavo, dass wir auf einem anderen Weg nach Kelheim zurückkehren. Natürlich wieder durch den Wald!
'Natürlich' macht keinen Sinn. Wenn es nur einen Weg durch den Wald gibt, würde ich nach 'zurückkehren' ein Semikolon setzen und das 'Natürlich' streichen.
Dort werde sicher ein Pfad sein, meinte ich. Und so kletterten wir wieder hinauf.
Da dies direkte Rede zu sein scheint, würde ich sie auch so setzen; Du hast kursiv benutzt für Gedanken; dabei würde ich es lassen. Dann ist wieder ein Logikfehler: Eben noch führte Slavo, dann wieder der Protagonist - Du kannst auch schreiben: schlug ich vor.
Wir waren gerade dabei, einen Würfel zu werfen
Einen Würfel hat man sicher nicht bei einer Wanderung dabei :) Im Deutschen sagt man: auszuknobeln, das heißt zu raten, oder auf gut Glück einen Weg zu ermitteln
Ungeheuer erfreuten wir uns daran,
Wir freuten uns sehr ...
Plötzlich flog etwas Großes raus den Büschen rasch in unsere Richtung los. Wir erstarrten kurz, wie auf ein Kommando duckten uns, und ein Waldtorpedo sauste dicht über unsere Köpfe hinweg.
Diese Beschreibung ist nicht stimmig: Aus den Büschen, das ist Knie- oder Hüfthöhe, aber nicht über den Köpfen. Und was ist ein Waldtorpedo?
Wie konnten nur diese so schnell hierherkommen?
Warum das verwunderlich ist, erschließt sich dem Leser nicht
Aus keinem Haus trat nicht einmal ein Hauch von Licht hervor
In keinem Haus sah man auch nur einen Schimmer von Licht.

Träumte ich oder einfach: “Because the night belongs to us...”? (Patty Smith)
Diese Pointe erschließt sich mir nicht - der Refrain besagt 'Because the night belongs to lovers' - das passt in meinen Ohren nicht zu Feenwesen. Eigentlich besagt die Pointe doch, dass sich die Wandergruppe durch gute Geister beschützt gefühlt hat, oder?

Liebe Grüße
Petra
 

Anders Tell

Mitglied
Vielen Dank, Petra. Noch eine Kleinigkeit: Ettal ist bekannt für den »Ettaler« und das ist kein Bier, sondern ein Kräuterlikör. Ich habe ihn noch nicht getrunken und weiß es nur aus dem Kreuzworträtsel.
 

Botanica

Mitglied
Vielen Dank, Petra für Deine Arbeit. Es tut mir leid, ich kenne alle Nuancen der deutschen Sprache nicht vollkommen. Darum so viele Korrekturen ... Jedenfalls danke ich Allen, die mir helfen und akzeptiere die meisten Korrekturen. Trotzdem habe auch ich etwas:

Einige Sachen verstehe ich nicht, z. B.:

Die Anlage sollte ganz speziell sein: eEin

Das Wort speziell ist doch ein Adjektiv , das im Satz mit dem Prädikat steht, dann sollte also keine Endung „e“ bei speziell folgen. Oder?

Dann, Dein Hinweis: ...Der Weg wich sich oft vom Fluss ab .

Ich habe gemeint, dass der Weg nicht ständig den Fluss entlag führte. Was ist hier dann richtig? Du hast dazu nichts erwähnt.


Die dritte Strophe des Lieds Because the night lautet:

Because the night belongs to lovers
Because the night belongs to love
Because the night belongs to lovers
Because the night belongs to us.

Ich habe einfach nur die letzte Zeile dieser Strophe für meinen Text genommen, so ist es mir geeignet geschienen. Auch ein Stück Ironie wollte ich mir an dieser Stelle leisten.

Nein, mir ist es vorgekommen, dass die Wandergruppe von niemand beschützt war, eher von verschiedenen, vielleicht auch geheimnisvollen Kräften, Umständen, bzw. Wesen geführt und auch herumgeführt wurde. Die Männer mussten sich eigentlich auf ihre Kräfte verlassen und es war für sie nicht einfach. Nicht alle Sachen und Ereignisse sind doch im realen Leben klar… das wollte ich sagen und vielleicht auch die Leser zweifeln und nachdenken lassen. Diese Geschichte ist eigentlich einem meiner Bekannten passiert, und der kann sie bis jetzt für sie nicht erklären.

Vielen Dank nochmals!
 

petrasmiles

Mitglied
Die Anlage sollte ganz speziell sein: eEin
Nach einem Doppelpunkt geht es groß weiter, nicht klein

Das 'sich' ist durchgestrichen, d.h. es ist falsch

Was die Liedstrophe anbelangt: Wenn Du mit Assoziationen arbeitest, die dem Leser etwas verdeutlichen sollen, was Du zum Ausdruck bringen willst, dann ist diese Assoziation, dass die Nacht den Liebenden gehört, nicht 'uns'; im Lied selbst ist es eine Ergänzung zur Hauptaussage und soll verdeutlichen, dass 'wir' die 'lovers' sind. Aber daraus kannst Du nicht für Deinen Kontext schließen, dass die Assoziation funktioniert, denn es geht nicht um 'lovers'.

In gewisser Weise ist das 'führen' ein 'beschützen', denn die Gruppe ging ja nicht verloren.
Da habe ich mir dann meinen Teil gedacht :)

Liebe Grüße
Petra
 

Botanica

Mitglied
Danke schön für alle Korrekturen und Ratschläge, du hast mir viel geholfen. Ich arbeite die Korrekturen sicher in meinen Text ein. Jetzt sehe ich, dass ich beim Schreiben auch etwas konsequenter sein konnte.

Was das Ende berifft, bestehe ich auf meinem Standpunkt. Aber eigentlich freut es mich sehr, dass wir verschiedene Ansichten zum Ende der Geschichte haben. Von Anfang an wollte ich, dass das Ende meiner Erzählung offen ist, jeder kann sich die Sache verschiedenerweise erklären. Ich bin damit nicht einverstanden, dass der Leser bei einer Horror- und Psychoerzählung klare Assoziationen in allen Punkten haben und alles vollkommen verstehen muss. Besser ist es meiner Meinung nach, Zweifel und Nachdenken hervorzurufen, man liest doch eine Psychogeschichte.

Vielen Dank nochmals.

Liebe Grüße
 

jon

Mitglied
Dass petrasmiles denkt, die Wanderer wären geschützt worden, während du sagen wolltest, sie seien in die Irre geführt worden, liegt daran, dass nicht ersichtlich wird, ob die Freunde am Ende wieder an ihrem Hotel sind oder in irgendwo "gestrandet" sind.

Die Hohlformeln (interessantes Wort, kannte ich noch nicht) störten mich nicht. Sie lassen den Text so klingen, als würde die Geschichte eben erzählt werden, betont die Existenz der Person des Erzählers. Oft wird ja eher wie mit der Kamera erzählt, das Geschehen sozusagen nur abgebildet.

Nicht so exzessiv mit Ausrufezeichen umgehen!

Details:

Im Leben passieren schon Sachen…
Überflüssig.
Wenn es stehen bleiben soll: Leerzeichen vor den drei Punkten.

Diese Geschichte geschah mir vor ein paar Jahren, als ich noch in Deutschland arbeitete. In der Regel verbrachte ich mit meinen Kameraden Matej und Slavo dort auf Arbeit etwa einen Monat und war dann eine Woche zu Hause. So ging es zwei Jahre lang. HIER WÄRE EIN ABSATZ SINNVOLL Wenn man so im Ausland weilt, ist es natürlich, dass man auch das Land kennenlernen will; die Arbeit ist doch nicht alles.
Der zweite Satz könnte "deutscher" werden: "auf Arbeit" streichen und "war" einfügen.

Einst hatte ich irgendwo über die Benediktiner Abtei Benektinerabtei Weltenburg in Südbayern gelesen. Die Anlage sollte ganz speziell sein: ein uraltes Kloster aus dem 9. Jahrhundert, eine Barockkirche gebaut von den bekannten Assam-Brüdern und vor allem wunderbares dunkles Bier, das die Mönche schon seit dem 11. Jahrhundert hier brauen. Angeblich bestes dunkles das beste dunkle Bier der Welt! Welt. Die Abtei Weltenburg liegt am Ufer der Donau. Aber was für eine Donau fließt dort! Hierzulande sind wir es gewohnt, dass die Donau ein mächtiger, gerader Strom ist, der von breiten, flachen Ufern begrenzt ist. Doch rund um Weltenburg windet sich die Donau im rechten Winkel wie ein Band. An dem einen Ufer steht das Kloster, aus dessen Fenstern man direkt in die Donau springen könnte; das andere Ufer ist praktisch eine steile Felsenwand Felswand. Eine malerische Ansicht! Ansicht. Lange hatte ich mich danach gesehnt, diesen besonderen Ort zu sehen.
  • Wenn die Donau einen rechten Winkel macht, würde ich das nicht als "um Weltenbirg winden" bezeichnen. Ich hab mir das auf Maps angesehen und würde ich es eher mit einer Schlaufe vergleichen. Doch rund um Weltenburg bildet sie eine Schlaufe, wie ein Band.
  • Ich stolpere über das Wort praktisch. Es relativiert die Aussage und ich wüsste nun gern, warum es nicht wirklich eine steile Felswand ist.
  • Obwohl es der Bedeutung nach nichts miteinander zu tun hat, wirkt es durch die klangliche Nähe wie eine Dopplung: gesehnt/sehen. – Vorschlag: … Felswand. Es musste ein malerischer Anblick sein, den ich zu gern selbst einmal sehen wollte.

Eines Tages brachte brach ich endlich mit meinen Kameraden nach Weltenburg auf. Vorher hatte ich einen genauen Plan geschmiedet, nach dem wir in Kelheim, einem nur fünf Kilometer von Weltenburg entferntem entfernten Städtchen, übernachten sollten. Von dort aus sollte es nur eine kleine Wanderung die Donau entlang zur Abtei sein. Das Mönchsbier stellte für Matej und Slavo natürlich den Hauptanziehungspunkt dar.
Gedacht, getan! Aus verschiedenen Gründen, ich weiß nicht mehr warum, kamen wir erst gegen vier Uhr nachmittags in Kelheim an. Ziemlich spät für eine Wanderung, aber es war so. Nach dem Einchecken in unserem Gästehaus brachen wir auf. HIER IST EIN ABSATZ NÖTIG Kaum waren wir ein paar Schritte gegangen, fragte mich Matej: „Tóno, und kennst du den Weg?“
  • Diese Hohlformel ergibt hier keinen Sinn. ("Ich weiß nicht warum, aber es war so" wäre logisch.) Streichen!
  • Sinnvoll wäre eine Formulierung, die den Zusammenhang "spät für Wanderung, wir gingen trotzdem" herstellt. Vorschlag: Ziemlich spät für eine Wanderung, aber das scherte/kümmerte uns nicht.
  • Deutscher wäre: "Und, Tóno, kennst du den Weg?"

„Klar, ich habe eine Landkarte mitgenommen“, erwiderte ich und griff in meine Wandertasche, die mich immer auf meinen Reisen begleitet. Ich wühlte sie mehrmals durch, aber die Karte war nicht zu finden. Dabei war ich mir absolut sicher, dass ich sie auf dem Zimmer in die Tasche gesteckt hatte.
HIER GEHÖRT EIGENTLICH KEIN ABSATZ HIN.
„Nun, ehrlich gesagt, ich habe keine Landkarte,“ “, rückte ich mit der Wahrheit heraus. „Aber wozu brauchen wir eigentlich die Karte? Wir werden ständig die Donau entlang gehen, wir können uns nicht verirren.“ habe verirren", tat ich die Sache abgetan.
Nun ja: Tóno hat eine Karte – nur nicht hier. Vorschlag: … hatte. „Ehrlich gesagt habe ich sie wohl vergessen/sie wohl nicht eingepackt", rückte …

So gingen wir den kürzesten Weg zur Donau. Dort finden wir einen Pfad, ihn entlang und immer gegen den Strom der Donau sollten wir nach Weltenburg bequem gelangen, soviel merkte ich mir noch von zu Hause. Eine Weile schritten wir schweigend und etwas verlegen.
  • Der zweite Satz klingt im Denk-Teil nicht ganz ganz rund, im Inquit-Teil klingt er echt falsch.
    Vorschlag 1 (nicht kursiv!): Dort würden wir sicher einen Pfad finden. Ihn entlang und immer gegen den Strom der Donau - so kämen wir bequem nach Weltenburg.
    Vorschlag 2: Ganz streichen - dass sie an der Donau lang wollen, steht schon in der wörtlichen Rede
  • Was meinst du damit, sie gingen verlegen? Vielleicht schlägst du die Bedeutung nochmal nach. Ich versuche mal, es zu umschreiben: Verlegen ist man, wenn man sich ein bisschen schämt - weil man etwas falsch gemacht hat oder weil von etwas geredet wird, über das man nicht gern redet (viele werden verlegen, wenn sie über ihren Sex reden sollen).

Unser Weg führte durch den Wald, wich sich oft vom Fluss ab und dann näherte sich ihm näherte sich ihm dann wieder. Schon etwas unversichert, kamen wir auf eine Wiese.
Hier meinst du wohl: wandte sich vom Fluss fort
Nach den Aussagen über den Weg fehlt die Verbindung zur Unsicherheit. Vorschlag: … dann wieder. Es war wirklich schwer, die Orientierung zu behalten. Schon …

Dort sammelte eine ältere Frau zusammen mit einer Jüngeren jüngeren, offensichtlich ihrer Tochter, Wildkräuter. Das Mädchen war behindert. Ich grüßte beide und fragte nach dem Weg zum Kloster. Das alte Weib richtete sich auf und antwortete kurz: „Jeder kommt dorthin, wo er hinsoll.“ Danach setzte sie das Sammeln fort.
Wofür ist es wichtig, dass es behindert war? Und wenn es von Belang ist: Inwiefern behindert?


(Sorry, ich muss hier Schluss machen.)
 



 
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