Ein Fluss

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Scal

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Ist da ein Wille, dessen Fluss, gebändigt,
weit in die Luft des Fühlens greift,
der tastet, ob ein Bildreich reift ?
Und kündet, wie er sich verständigt ?

Verständigt hat, mit zögernder Gebärde ?
Vermutlich, ja, - sich einverleibt
vom Stirb und Werde, was noch bleibt,
hat dieser Fluss sich eine Wolkenherde.

Damit ihm Klang und Bildnis lesbar bleiben,
- wohl wissend um ein großes Schweigemeer,
dem Mündungsraum des Irgendwer -
erzählt der Fluss von seinem Lüftetreiben.




"Wir suchten ständig das Ufer,
bis wir bemerkten, dass es nur den Fluss gibt,
nur den Fluss." (Antonio Tabucchi)
 

wiesner

Mitglied
zweifelsohne ein in technischer Hinsicht gelungenes Gedicht, bei dem Rilke vorbeigeschaut hat und eine 'zögernde Gebärde' mitbrachte ;)

inhaltlich droht man zu stolpern, hatte ich anfangs doch den Willen im Auge, um dann in seinen Fluss zu geraten, dessen Einverleibung eine Wolkenherde sei
diese Metapher und ihre Herkunft bereitet mir Probleme
auch dass das anfängliche Fragen dem Dichter am Ende selbst zur Antwort gereicht, allerdings: Lüftetreiben?

Klang und Bildnis sollten stets 'lesbar bleiben', es darf für ein gutes Gedicht aber auch immer etwas mehr sein
schließlich: ich meine, im Titel versteckt Einfluss zu lesen ...

Gruß
Béla
 



 
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