Entführt (gelöscht)

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Ji Rina

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Hallo Onivido,
Bis zu der Stelle auf der Müllhalde (wo Lisa auf die Knie geht und weint) hat mir der Text ausgeprochen gut gefallen. Mit der Beschreibung des (plötzlich) wortkargen Enamorado; die Binde um Lisas Kopf, sowie all ihre (logischen) Gedanken und Zweifel, fand ich es eine gute Beschreibung, um dieses völlig mulmige Gefühl einer solchen Situation darzustellen. Als die Polizisten sie dann mitnehmen, und man als Leser nichts gutes erahnt – war ich noch völlig bei der Sache (da wir ja hier in Südamerika sind) Das Ende habe ich dann nicht ganz verstanden: Die Polizisten steigen ein und der Jeep bewegt sich nicht? (Was meinst Du damit?) Daraufhin sieht Lisa beide Männer in sich zusammengesunken? (Was ist passiert? Hat Lisa keine Schüsse gehört? Hat sie nicht denjenigen gesehen, der sie abgefeuert hat?)
Dann steht El Enamorado pötzlich vor ihr mit der Pistole in der Hand) joh...;) ich finds ein bißken kitschig; es erinnert mich an amerikanische Helden-Filme (nochzumal vorher so garnichts über Lisa und El Enamorado berichtet wird, um seine Aktion zu rechtfertigen). Ich bin mir sicher, da könntest Du noch etwas rumschrauben. Aber wenn Du dieses Ende lassen möchtest, dann könntest Du vielleicht die Ballerszene im Jeep noch etwas verdeutlichen.
(Solo es mi opinión. Nada más)
Lieben Gruß,
Ji
 

onivido

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Hallo Ji,
nach deinem Einwand habe ich einen Satz ein wenig geaendert. “Beide Polizisten stiegen in den Jeep, aber das Fahrzeug bewegte sich nicht.” Der Jeep bewegt sich nicht , weil der Fahrer nicht dazu kommt den Motor zu starten. Er wurde vorher erschossen (Pistole mit Schalldaempfer.) Zum Verhaeltnis zwischen el Enamorado und Lisa ist zu sagen, dass dieser keinesfalls in sie verliebt ist. Er hat diesen Spitznamen, weil seine Kumpane wissen, dass er sentimental ist. Sie halten ihn fuer verliebt, weil er die Geiseln anstaendig behandelt, sie beruhigt, ja sogar troestet. Die Policia Metropolitana hatte einen schlechten Ruf. Die Bevoelkerung traute ihr jedes Verbrechen zu. (Jetzt ist sie aufgeloest.) . El Enamorado sieht die Polizei kommen. Vielleicht kennt er die Agenten sogar. Da kommen ihm “Gewissensbisse”. Der Schluss ist nur meine private Rache an der Policia Metropolitana.
Mal sehen, was mir einfaellt , um ihn zu aendern.
Beste Gruesse///Onivido
 

Ji Rina

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Hallo Onivido,

Findest Du es wichtig, ob das Fahrzeug sich nun bewegt oder nicht? Ob der Fahrer dazu kommt den Motor zu starten oder nicht?
Den Satz: Beide stiegen ein, aber das Fahrzeug bewegte sich nicht – klingt komisch, weil es keine Assoziation zwischen dem Einsteigen und dem bewegen des Fahrzeugs gibt (auf Deine Erklärung kommt man meiner Meinung nach garnicht (Die Bewegung des Fahrzeugs hat ja auch nichts mit dem starten des Motors zu tun, sondern mehr mit dem Einsteigen in den Jeep), deshalb würde ich es einfach weglassen und schreiben: Beide Polizisten stiegen in den Jeep.

Auch der darauffolgende Satz:

Durch das vergitterte Fenster zum Fahrersitz sah Lisa Fahrer und Beifahrer grotesk in sich zusammengesunken.
Nimmt, so geschrieben, die Spannung weg, da die Aufmerksamkeit des Lesers erst auf das vergitterte Fenster zum Fahrersitz und nicht auf das eigentliche wichtige, gelenkt wird. Dass sie hinter einem vergitterten Fenster sitzt, weiß der Leser ja bereits.

Man könnte die Szene vielleicht ein wenig direkter beschreiben: Beide steigen ein. Als der Fahrer den Autoschlüssel betätigen will (oder was immer) sackt er plötzlich zusammen. Erstarrt sieht Lisa wie auch der Beifahrer nach vorne kippt (oder ähnlich; halt chronologischer)

Über diese Information:

Er hat diesen Spitznamen, weil seine Kumpane wissen, dass er sentimental ist. Sie halten ihn fuer verliebt, weil er die Geiseln anstaendig behandelt, sie beruhigt, ja sogar troestet.
Weiß der Leser nichts (kann es auch nicht ahnen). Denn diese Erklärung:

El Enamorado, wie ihn seine Kumpane spöttisch betitelten, hatte ihr Essen und Trinken gebracht, sie auf die “Toilette” dess Kellerlochs, in dem sie eingesperrt war, geführt und ihr von Zeit zu Zeit versichert, dass ihr nichts zustossen würde, vorausgesetzt ihre Familie bezahlte.
Ist zu dünn.

Dazu müsste wohl in der Szene (wo Enamorado und Lisa im Haus sitzen) ein wenig mehr Konversation zwischen beiden eingebaut werden) Ein wenig mehr Handlung an dieser Stelle, würde auch dafür sorgen, dass nicht alles „so plötzlich“ kommt: Der größte Teil der Geschichte erklärt Lisas Gedanken und Ängste – in den letzten drei Zeilen muss der Leser schnell umdenken: Aha, Enamorado war also garnicht so schlecht. Okay, dass ist nunmal die Pointe der Story – aber so kurz, wirkts halt ein bißchen „Heldenhaft“ a la americana. Du könntest an der Stelle (Enamorado und Lisa im Haus) ein Gespräch einführen, in dem der Leser wirklich nicht weiß: Ist dieser Enamorado nun ein Arschloch oder nicht? Das würde für mehr Spannung sorgen und das Ende besser verdauen lassen.

Mir war klar, Du wolltest der Policia eins auswischen. Das ist auch ein guter Punkt der Geschichte.

Lass Dich nicht von mir beirren. Wenn Autoren andere Autoren analysieren...wirds immer kompliziert. :box:

Que tengas un buen día,
Ji
 

onivido

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Hola Ji,
du hast recht mit deinen Einwaenden. Ich warte mal, ob andere Leser noch Hinweise geben. Dann loesche ich die Geschichte und schreibe sie nochmal.
Auch dir wuensche ich einen schoenen Tag.
Onivido
 
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