eulers maddertong (gelöscht)

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moja

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Weiß gar nicht, was Du hast, das Gedicht ist doch herrlich anspielungsreich...simsalabim!
Gruß, Monika
 

Mondnein

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"pi zum quadrat geteilt durch sechs"

Das ist eine kluge Summenformel, die Euler gefunden hat.

Formuliert in seiner Muttersprache (mother tongue).
 

moja

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Bevor das Gedicht verschwindet, lieber Hans, möchte ich mein Vergnügen ausdrücken - ein anspielungsreiches Wortgebilde, impliziert neben Dialog und Situation schönste Assoziationen über den Wortklang hinaus, ganz Spiel & Sprache!

Erheitert, Monika
 

Mondnein

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Danke, Monika, so lese ich es auch.

Mir kommt es auch darauf an, daß sich eine Art von Offenheit der Assoziationen und Bedeutungen auftut, vielleicht auch Türen in unbewußte Bereiche, die Subkulturen unseres Geistes. Ich wollte erst schreiben "Seele", aber ich suche Strukturen über das Gefühlige hinaus, ins musikalisch-geometrische sich wissende "Wissen", und das nennen wir eher "Geist".

Das hat einige Entsprechungen zu den abstrakten Bildern, die ich male, und wenn ich nicht malen würde: zu Klee, Kandinsky, Nay, Pollock, de Koning und all den anderen abstrakten vor über fünfzig Jahren. Da sieht man mal, wie alt mein Kram schon klingt und aussieht. Lauter alte Meister, längst schon tot.

Mich wundert immer, wenn ich auf der Leselupe als "modern" beschimpft werde, oder ein wenig in der Ecke stehe, wenig gelesen, wenig beachtet (verglichen mit den vielen Kitschreimern). Deshalb bin ich Dir besonders dankbar, Moja-Monika,

grusz, hansz

P.S.: Die Scherze von Avakedavra machen mir Spaß, die sind lustig, zumal er ziemlich oft ziemlich gute Lyrik schreibt. Nicht schlecht!
 

moja

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Wie mögen dann erst Deine Bilder aussehen, Hans?

Ich finde den Moment des Visualisierens beim Lesen so spannend, konkret schoss mir beim Titel blitzschnell durch den Kopf:
Euler-Mathematik, maddertong-mother tongue + mapplethorpe (erotische Blume, weiß-schwarz), dann die nächste Ebene, Szene, der Dialog usw., der letzte Vers spielerisch gesteigerter Silbensalat, sorry, für mich purer Jazz, Ella, Lullaby - hörte ich eingelullt von creme & crime, lachte... Du erzeugst sinnliches Kopfkino vom Feinsten! Natürlich nix für Poesiealbumpoeten. Wo passen Deine Texte rein? Sind sie nicht zeitlos modern?

Danke für Deine Antwort,
und Grüße!

Monika
 

Mondnein

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Ja, das wäre mir lieb, "zeitlos modern" zu sein, aber Wunsch ist nicht gleich Geltung.

Das gibt es durchaus "bei anderen": Zenkunst z.B. ist zeitlos modern, weil sie extrem reduziert ist auf "das Wesentliche".
Das "Satyrikon"-Romanfragment von Petronius, weil es Alltagssprache mit Geschmacklosigkeiten kreuzt.
Catulls Lyrik.
Der Isenheimer Altar von Mathis Nithart (Grünewald) seiner psychedelischen Farbgebung wegen (Antoniusfeuer-Halluzinationen), und eigentlich alles, was "klassische" Geltung hat.

Meine Bilder: http://12koerbe.de/hansz/mondnein.htm
Und die dort angelinkten Aquarelle.
 

Veil

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Fakultative Lyrik, fein vokabularisiert. Nicht meine Sprache, nicht meine Art, aber dennoch schön zu lesen, zu kombinieren, zu betrachten - ich liebe Mathematik (soweit ich ihr folgen kann).

Bewundernswert.

Veil
 

moja

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Danke für den Link, Hans, das schaue ich mir in Ruhe an - erster Eindruck: Sphärengesänge, Myriaden von kosmischen Molekülen, Rausch, Strömung, Wirbel - und so zart!

Ja, ich ahne, was Dir vorschwebt; was bleibt, wird sich in Jahrzehnten herausstellen, vermutlich - ohne uns.
Gruß, Monika
 

Mondnein

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Das mit der Mathematik sieht vielleicht etwas spröde aus -

bloße Struktur ist es nicht, was mich daran gereizt hat, eher das Erstaunliche von Eulers Formel, das Staunen über dieses (mir) kaum begreifliche Wunder, wie die Summe aller Kehrwerte der Quadrate (1/4 + 1/9 + 1/16 + 1/25 ... 1/n quadrat ins Unendliche) auf pi quadrat Sechstel hinausläuft.
So geheimnisvoll wie schlicht.
Wie wunderbar! Wie schön!

Und ästhetische Reize sind die "springenden Punkte" jedes Kunstwerks, jedes Gedichts - (metaphorisch sind das die "nackten Weiber" von Abrakadabra, witzig.)
 

Mondnein

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Auch hier ist die Eins stehengeblieben.

Ich lösche auch dieses Stück.

Die Lelu stirbt offensichtlich. Ermordet von einem Troll, der "experimentelle Lyrik" haßt und sich hier austoben darf.
 

Mondnein

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GrüßDich, Veil!

Die Leselupe stirbt vor sich hin. Es ist nicht nur der anonyme Troll, der moderne Lyrik haßt, sondern z.B. auch die Seite mit dem "Ausschreibungen": Es gibt keine für Lyrik (außer einer "kids"-Ausschreibung, wo man keinem über Dreißig traut), die Moderatoren und Redakteure, oder wie sonst die Organisatoren hier heißen, halten uns nicht auf dem Laufenden. "Ist mir egal" ist deren Motto.

Dichter, die - weil sie genau so, wie alle Schreiber hier in der Lupa - es mit einem Selbstverlag versuchen und sich auf die Frankfurter Buchmesse wagen, werden mit einem Kurzgedicht im Ungereimten verspottet, und das gilt dann als "bestes Lyrik-Werk des Monats" aufgrund der großen Bewertungsliste.

Ich habe keinen guten Stand hier; die zwei drei Freunde, die immer wieder mal ihren Haken unter meine Gedichte setzen, sind mir zu wenig. Zu viele Freunde, um zu gehen, zu wenige, um hier "öffentlich" zu werden.

grusz, hansz
 
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