Lieber Scal,
ich muss gestehen, deine Antwort enttäuscht mich ein wenig. Natürlich nicht in persönlicher Natur, aber dahingehend, dass es für den Möglichkeitsraum den Verlust einer Interpretationsmöglichkeit bedeutet, die ich konstruiert hatte. Ich habe im Text etwas gelesen, das sich in der Antwort nicht wiederfindet. Also eine semantische Ent-Täuschung
Im Text sind es für mich "Fische"...
Etwas passiert mir – ich merke es – ich bin darin. Es läuft durch mich hindurch, bevor ich es deute; „ich bin mittendrin dabei“ – ich bin Teil eines Geschehens, das mich übersteigt und gleichzeitig mit "dabei!" fällt es wieder raus und eben nicht, es wird unbestimmbar.
In deiner Antwort sind wir nun Fischer und es reduziert diese Ambivalenz erheblich, die Spannung wird retroaktiv stabilisiert. Aus einer isolierten Perspektive, aus meiner Selbstbezüglichkeit ohne stabilisierende Drittebene wird ein Gemeinsinn, der Kork, der verhindert, dass das Gespräch zwischen ich und mich in die Tiefe sinkt.
Ich bewege mich durch etwas – ich nehme teil – ich erfahre und sammle – "wir sind alle Fischer".
Vom Bewegten zum Beweger; es ist vielleicht die selbe Betrachtung der Geschehnisse aber eine fast gegenteilige Perspektive.
Retrospektiv erscheint mir dies als eine von mir konstruierte Einsiedlerperspektive, oder um Nietzsche noch mehr zu integrieren:
„Kannst du an deinen Freund dicht herantreten, ohne zu ihm überzutreten?“
Vielleicht ist jede Antwort in diesem Sinn eine notwendige Enttäuschung.
Entschuldige meine ausschweifende Antwort, vielleicht kannst du es ja als Kompliment verstehen.
Liebe Grüße
Rufus