Flucht über die Nordsee 63. Jekyll oder Hyde?

ahorn

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63. Jekyll oder Hyde?

Die rechte Hand zur Faust geballt, schlug er derart mit der Linken die Tür zur Pathologie zu, dass der Glaseinsatz zuerst vibrierte, dann zerbrach.

Gab es in dieser Familie normale Menschen? Die Verlobte ein Mann. Ihre – nein – die Schwester oder Tochter ein Junge.
Der Kopf drehte sich ihm, obwohl er fest auf den Schultern ruhte. Seine Schritte beschleunigten. Er rannte. Lief der Wahrheit davon. Die Wissenschaft machte keinen Fehler. Die Ergebnisse eindeutig.

Sie nicht sie. Sie ein er. Er hatte mit einem Kerl das Lager geteilt. Egal, wie er daherkam, war er ein Bursche nicht die holde Prinzessin. Ihm blieb der Atem weg, nahm sich vor, mehr Sport zu treiben, und verweilte.
Betrogen hatte sie – er ihn, doppelt hintergangen, ihm Tanja vorgespielt, eine Frau vorgegaukelt.
Ihm schwand der Verstand. Er hatte keinen Namen für dieses Ding. Tanja gefakt, Verlobte falsch, obwohl versprochen hatten sie sich. Mit dem nächsten Gedanken hob er die Verlobung auf.
Er klopfte zweimal mit dem rechten Zeigefinger an den rechten Nasenflügel, schnippte.
Ex-Verlobtes! Hätte das Ex-Verlobte ihm gebeichtet, dass es ein Kerl sei, hätte er sich in es verliebt? Ja! Er liebte es weiterhin, Vertrauen bestand nicht mehr. Quatsch! Es wäre nie zu ihrer Liaison gekommen, denn Tanja war ein Mädchen gewesen. Nicht weil er mit ihr geschlafen, sondern sein Herz ihn nie betrogen hätte.

Obwohl! Antonia war ebenfalls ein Junge. Hatte er nicht die rechte Hand verwettet, dass er weiblich. Hatte er sie - ihn nicht beim Ballett, Turner, der Akrobatik betrachtet, ihre – seine Grazie bewundern, ihn- sie zwischen die Beine geglotzt – da war nichts!
Wieder stolperte ihn das Problem der Bezeichnung durch den Schädel. Die Lösung in diesem Fall eindeutig. Das Kind! Er hatte es nie nackt gesehen, Tanja dagegen - ihr Liebreiz, ihre Zärtlichkeit, ihre knackigen Brüste und ihr weicher Flaum, der seine Männlichkeit zum Höhepunkt getrieben hatte.
Wenn es nicht Tanja, wer war es dann? Woher kannte es die Geschichte? Er raufte sich die Haare. Stöberte in den Erinnerungen.

Er hatte viele Aussagen gesammelt. War um den halben Globus gereist. Kein Mädchen wollte auspacken. Dann hörte er von der in Lesotho. Inhaftiert im Gefängnis seines Kumpels. Ein Widerling, ein Schwein, gefallen hatte er daran die Häftlinge zu quälen, zu foltern.
Er fuhr hin, erfuhr, dass die Frau verstorben - wieder eine Reise ohne Sinn. Da war sie, die Gefangene, die ihm sein Kamerad als Mörderin des Freundes Anton präsentierte, oder hatte er es nur geglaubt. Es war eine routinemäßige Befragung der Zellengenossin gewesen. Blind vor Schuldgefühle sprach er mit ihr, aber warum? Bereits damals hatte sie – er schlug sich ins Gesicht – er ihn in seinen Bann gezogen.

Er warf sich auf eine Parkbank, vergrub sein Kopf zwischen den Händen. Den schlimmsten Fehler, den man machen konnte hatte er gemacht. Den Gefühlen freien Lauf gegeben, schrie er sie - für das hielt er ihn - an.
Warum sie den Wagen verlassen! Denn Hauptbeweis ihr in den Mund gelegt. Die Erklärungen stichhaltig. Die Zeit in Durban, die Eltern, alles legte sie ihm zu Füssen. Es gab eine Begründung: Sie war Tanja.

Wie, wo, wann spielte keine Rolle mehr. Obwohl sie Tanja nicht ähnlichsah, Größe, Statur passten, der Rest der Folter geschuldet, aufgedunsen übersät mit Hämatomen. Der Beweis des Unrechts unumkehrbar.
Ein Liebespaar hatte beobachtet, wie sie Anton durchs Fenster erschoss. Darauf musste er aufbauen - obwohl gelogen. Er stellte sich. Nahm die Schuld auf sich, erklärte, das der Tod des lieben Freundes ein Unfall. Er ein Zeuge des anscheinen Verbrechen, er unter Eid schwor das Ableben ein Unglücksfall. Dass er gehört, gesehen hatte, wie das Kind unerfahren mit Gewehren, die Schrotflinte Anton durch Fenster reichen wollte, dabei sich der Schuss löste.

Sie wurde entlassen. Seine Strafe – Einreiseverbot für ein Jahr, damit konnte er Leben. Tanja lebte.
Er weiterhin überzeugt ihrer Identität, fand heraus das Klara gestorben, am selben Tag, am selben Ort des Unfalls. Die Logik klar, dass sie sich als Tanja ausgab. Es wusste warum. Denn sie hatte auf Anton geschossen, war ihrer Strafe, an der er nicht unschuldig, entflohen.
Der Zufall half. Eine ihm Unbekannte wurde mit internationalen Haftbefehl gesucht – Aufenthaltsort Südafrika. Sie schwarzhaarig und stämmig gebaut, trotzdem zweifelte niemand an seiner Aussage. Die Schleusung perfekt. Dass er die Gesuchte am Flughafen von Antwerpen verloren hatte, nur ein Eintrag in der Personalakte wert.

Er schlug an die Stirn. Einen Mörder hatte er in die Freiheit verholfen. Sein Bruder hatte recht, mit seiner Aussage des dritten Schusses, dass er einen Mann weglaufen sah. Der Zeuge der Täter gewesen! Eine Transe hatte Anton die tödlichen Kugeln verpasst. Von der Strafverfolgung gerichtet – und er, er hat ihm zur Freiheit verholfen.
Es hatte seine Freiheit. Warum spielte es das Spiel weiter? Die Antwort kannte er. Es war ein Niemand, hatte keine Identität!
Die Geschichte mit Klaras Tochter passte nicht ins Bild. Er hatte sie von ihr – er schlug gegen seine Stirn - ihm erfahren. Es gab mehrere in diesem Spiel! Wer? Egal, der Sinn plausibel. Es hätte nie direkt erreicht Tanja zu werden. Der einfachste Test hätte bewiesen, dass es männlich. Es gab für ihn eine Lösung. Ein Verbrechen, das Klaras Identität zum Vorschein brachte, ihn an ihre Position spülte. Niemand würde die Aussagen in Zweifel ziehen, den er. Er klopfte an sein Brustbein. Würde die Fakten bestätigen. Auf einmal machte der Brief einen Sinn. Es hatte ihn geschrieben, denn es wusste von der Entführung. Er hatte die Geschehnisse erzählt - wieder ein Fehler.

Die Welt drehte sich. Er spürte dieses Verlangen, das unerklärliche Bestreben sich wie Dr. Jekyll in Mr. Hyde zu wandeln. Die schwärzten Mächte in sich auszuleben, alles zu unternehmen, was er sich verbat.
Er spurtete, er rannte sein Ziel vor Augen. Sein Adrenalinspiegel stieg, seine Leydig-Zwischenzellen schüttete Unmengen Testosteron aus. Heute war der Tag. Hatte er sich vorgenommen, nicht zu erscheinen, revidierte er den Entschluss. Die Hände zitterten ihm, in erquicklicher Begierde die Schandtat umzusetzen.

weiter zum nächsten Teil 64. Verkauft nach Sibirien
 

ahorn

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4. Akt Der Mast brich, der Bug schlägt leck.

Gelenkt von den Sirenen,
steuert der Entdecker in den Nebel,
ignoriert die Zeichen, verdrängt den Verstand.
Er nimmt den Kampf auf
mit dem Zyklopen,
der nichts anderes,
als ein Fels in der See.

10. Kapitel Unbekannte Gewässer

Jekyll oder Hyde?
Die rechte Hand zur Faust geballt, schlug er derart mit der Linken die Tür zur Pathologie zu, dass der Glaseinsatz zuerst vibrierte, dann zerbrach.

Gab es in dieser Familie normale Menschen? Die Verlobte ein Mann. Ihre – nein – die Schwester oder Tochter ein Junge.
Der Kopf drehte sich ihm, obwohl er ihm fest auf den Schultern ruhte. Seine Schritte beschleunigten. Er rannte, lief der Wahrheit davon. Die Wissenschaft machte keinen Fehler. Die Ergebnisse waren eindeutig.

Sie nicht sie. Sie ein er. Er hatte mit einem Kerl das Lager geteilt. Egal, wie er daherkam, er war ein Bursche nicht die holde Prinzessin. Ihm blieb der Atem weg, worauf er sich vornahm, mehr Sport zu treiben, und pausierte.
Betrogen hatte sie – er ihn, doppelt hintergangen, ihm Tanja vorgespielt, eine Frau vorgegaukelt.
Ihm schwand der Verstand. Er hatte keinen Namen für dieses Ding. Tanja gefakt, Verlobte falsch, obwohl versprochen hatten sie sich. Mit dem nächsten Gedanken hob er die Verlobung auf.
Er klopfte zweimal mit dem rechten Zeigefinger an den rechten Nasenflügel, dann schnippte er, gefolgt von einem Lächeln.
Ex-Verlobtes! Hätte das Ex-Verlobte ihm gebeichtet, dass es ein Kerl sei, hätte er sich in es verliebt? Ja! Er liebte es weiterhin, aber Vertrauen bestand nicht mehr. Quatsch! Es wäre nie zu ihrer Liaison gekommen, denn Tanja war ein Mädchen gewesen. Nicht, weil er mit ihr geschlafen, sondern sein Herz ihn nie betrog hatte.

Obwohl! Antonia war ebenfalls ein Junge. Hatte er nicht seine rechte Hand verwettet, dass er weiblich. Hatte er sie - ihn nicht beim Ballett, dem Turnen auf der Wiese, der Akrobatik betrachtet, ihre – seine Grazie bewundern, ihn- sie zwischen die Beine geglotzt – da war nichts!
Wieder stolperte ihn das Problem einer Bezeichnung durch den Schädel. Die Lösung in diesem Fall eindeutig. Das Kind! Er hatte es nie nackt gesehen, Tanja dagegen - ihr Liebreiz, ihre Zärtlichkeit, ihre knackigen Brüste und ihr weicher Flaum, der seine Männlichkeit zum Höhepunkt getrieben hatte, schon.
Wenn es nicht Tanja, wer war es dann? Woher kannte es die Geschichte? Er raufte sich die Haare, dabei stöberte er in seinen Erinnerungen.

Er hatte viele Aussagen gesammelt. War um den halben Globus gereist. Kein Mädchen wollte auspacken. Dann hörte er von der in Lesotho. Inhaftiert im Gefängnis seines Kumpels. Ein Widerling, ein Schwein, der gefallen daran hatte die Häftlinge zu quälen, zu foltern.
Er flog hin, erfuhr, dass die Frau verstorben - wieder eine Reise ohne Sinn. Dann war sie da, die Gefangene, die ihm sein Kamerad als Mörderin des Freundes Anton präsentierte, oder hatte er es nur geglaubt. Dabei war es eine routinemäßige Befragung der Zellengenossin gewesen. Blind vor Schuldgefühle sprach er mit ihr, aber warum? Bereits damals hatte sie – er schlug sich ins Gesicht – er ihn in seinen Bann gezogen.

Er warf sich auf eine Parkbank, vergrub seinen Kopf zwischen den Händen. Den schlimmsten Fehler, den man machen konnte, hatte er gemacht. Den Gefühlen freien Lauf gegeben, schrie er sie - für eine sie hielt er ihn damals- an.
Warum sie den Wagen verlassen hatte! Damit hatte er ihr den Hauptbeweis in den Mund gelegt. Die Berichte von ihr anschließend stichhaltig. Die Zeit in Durban, die Eltern, alles legte sie ihm zu Füssen. Es gab für ihn nur eine Erklärung: Sie war Tanja.

Wie, wo, wann spielte keine Rolle mehr. Obwohl sie Tanja nicht ähnlich sah, Größe, Statur passten, der Rest der Folter geschuldet, aufgedunsen übersät mit Hämatomen. Der Beweis des Unrechts unumkehrbar.
Ein Liebespaar hatte beobachtet, wie sie Anton durchs Fenster erschossen hatte. Darauf musste er aufbauen, obwohl es gelogen war. Er stellte sich und nahm die Schuld auf sich, erklärte, dass der Tod des lieben Freundes nicht weiter als ein Unfall gewesen war. Er damals ein Zeuge des anscheinen Verbrechen, er unter Eid geschworen, dass das Ableben von Anton ein Unglücksfall war. Er gehört, gesehen hatte, wie die junge Frau, da unerfahren mit Gewehren, die Schrotflinte Anton durch Fenster reichen wollte und dabei sich der Schuss gelöst hatte.

Die Justiz entließ sie. Seine Strafe für das jahrelange verschweigen, war ein Jahr Einreiseverbot nach Lesotho. Damit konnte er leben, denn Tanja lebte.
Er war weiterhin von ihrer Identität überzeugt, fand heraus, dass Klara gestorben, am selben Tag, am selben Ort des Unfalls. Die Logik klar, dass Klara sich als Tanja ausgab. Es wusste warum. Denn Klara hatte auf Anton geschossen, war vor ihrer Strafe, von der Tat, an der er nicht unschuldig, geflohen.
Der Zufall half. Eine ihm Unbekannte wurde mit internationalen Haftbefehl gesucht – Aufenthaltsort Südafrika. Sie schwarzhaarig und stämmig gebaut, trotzdem zweifelte niemand an seiner Aussage. Die Schleusung war perfekt und Tanja wieder in Europa. Dass er die Gesuchte am Flughafen von Antwerpen verloren hatte, nur ein Eintrag in der Personalakte wert.

Er schlug sich an die Stirn. Einen Mörder hatte er in die Freiheit verholfen. Sein Bruder hatte recht, mit seiner Aussage des dritten Schusses, dass er einen Mann weglaufen sah. Der Zeuge der Täter gewesen! Eine Transe hatte Anton die tödlichen Kugeln verpasst. Von der Strafverfolgung gerichtet – und er, er hatte ihm zur Freiheit verholfen.
Es hatte seine Freiheit. Warum spielte es das Spiel weiter? Die Antwort kannte er. Es war ein Niemand, hatte keine Identität!
Die Geschichte mit Klaras Tochter passte nicht ins Bild. Er hatte sie von ihr – er schlug gegen seine Stirn - ihm erfahren. Es gab mehrere in diesem Spiel! Wer? Egal, dennoch war der Sinn plausibel. Es hätte nie direkt erreicht Tanja zu werden. Der einfachste Test hätte bewiesen, dass es männlich. Es gab für ihn eine Lösung. Ein Verbrechen, das Klaras Identität zum Vorschein brachte und ihn an ihre Position spülte. Niemand würde die Aussagen in Zweifel ziehen, denn er, er klopfte an sein Brustbein, würde die Fakten bestätigen. Auf einmal machte der Brief einen Sinn. Es hatte ihn geschrieben, denn es wusste von der Entführung. Er hatte ihm die Geschehnisse erzählt - wieder ein Fehler.

Die Welt drehte sich. Er registrierte dieses Verlangen, das unerklärliche Bestreben sich wie Dr. Jekyll in Mr. Hyde zu wandeln. Die schwärzten Mächte in sich auszuleben, alles zu unternehmen, was er sich verbat.
Er spurtete, er rannte dabei sein Ziel vor Augen. Sein Adrenalinspiegel stieg, seine Leydig-Zwischenzellen schüttete Unmengen Testosteron aus. Heute war der Tag. Hatte er sich vorgenommen, nicht zu erscheinen, revidierte er seinen Entschluss. Die Hände zitterten ihm in erquicklicher Begierde, die Schandtat umzusetzen.


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