Fluchtsturz

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Franke

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo Lastro,

da hast du das kleine, aber feine Stück jetzt ja eingestellt.
Die zweite Strophe ist wirklich klasse und allemal die Sternchen wert.

Liebe Grüße
Manfred
 

Lastro

Mitglied
Patrick und Manfred, herzlichen Dank für die Worte und die Sternschnuppenschauer.

Liebe Grüße
Lastro
 

Tula

Mitglied
Hallo Lastro

S2 gefällt mir auch, aber mit S1 habe ich ganz ehrlich einige Probleme. Wie kann etwas, selbst als Metapher, an einem Sog zersplittern? 'Zersplitternde Gedanken' ist sprachlich nicht gerade innovativ, ich würde da etwas einbringen, das für das Gefühl der Unsicherheit steht. 'Gedanken' ist mir in dieser Hinsicht viel zu neutral.

LG
Tula
 

Lastro

Mitglied
Hi Tula,
hier meine vorläufigen Gedanken zu deiner Frage und deinen Bemerkungen:

Wenn ein emotionaler Sog als so dunkel oder stark empfunden wird (muss nicht real sein), dass ein Kontrollverlust droht, kann die Angst vor der eigenen Vernichtung alle anderen Gefühle der Verunsicherung überdecken und zu einem Zersplittern der gedanklichen Kohärenz führen. Als Abwehrreaktion ist das für mich durchaus vorstellbar und wäre nicht ungewöhnlich.

Die Metapher „Splitter“ (spitze Gedankenfragmente) kann als aggressive Antwort (aggressiver als Scherben, nach meinem Empfinden) auf die vermeintliche Bedrohung interpretiert werden, die gleichzeitig Angst vor einer Selbstverletzung (Augenblut) erzeugt. Es folgt der Fluchtversuch.

Eine besondere Innovativität im Ausdruck für „Zersplitternde Gedanken“ war für mich nicht das Ziel. Ich meine, er trifft es ganz gut.

„Fluchtsturz“ ist abgeleitet aus dem Gedicht „Schattendrachen“ und noch zu sehr an ihn gekoppelt, noch im Prozess, so scheint es mir. Da wird sich noch einiges verändern (hört das denn nie auf?). ;)

Ich bedanke mich ganz herzlich für deinen Beitrag!

Liebe Grüße,
Lastro
 

revilo

Mitglied
Hallo Lastro, für mich ist das zu sehr Drama, zu suizidal, aber das liegt sicherlich im Auge des Betrachters...das bezieht sich insbesondere aus Z 2 in S 1....und das Augenblut ist für mich auch zu dick aufgetragen........LG revilo
 

Lastro

Mitglied
Auch nicht so ganz ohne (Risiko-)Schmerz, deine Version. ;)

Vielen Dank dafür, revilo und für dein sharing. Freut mich!

Bei dir klingen S1 und S2 besser ausbalanciert. Mir erscheint Strophe 1 im Verhältnis zu 2 dramatisch etwas schwach. Da will ich selber etwas ändern, nehme deine Anregung mit, werde mir aber Zeit lassen.

Ich stürze ich mich in das Leben (das letztlich immer unbegreifbar und dunkel bleibt, was Angst bereiten kann, und der Sturz deshalb riskant erscheint), lasse meine, mich behindernden Illusionen und Ängste austrocknen, und ich gewinne Ruhe und tiefen Sinn. So interpretiere ich das Gedicht für mich.
Das ist sicher ein idealisierter Vorgang, der sich eher selten so klar in der Realität umsetzt, passiert aber (z.B. das Auswandern). Es ist ja auch „nur“ ein Gedicht.

Gut, wenn es verschiedene Sichtweisen zulässt.

Liebe Grüße
Lastro
 

revilo

Mitglied
Ohne Drama läuft nix . Ich mache nur Vorschläge, will zum Nachdenken anregen. Schön , wenn Du mit meiner Version etwas anfangen kannst !
 

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