Gendai Haiku II

5,00 Stern(e) 2 Bewertungen

Ubertas

Mitglied
Lieber Béla,
der Blätter sind viel, während sie fallen oder umgeschlagen werden, Haare ...
Vergänglichkeit, Wachstum, Erwachsen, freier Fall blättert.
Herbste dazwischen und herbste Erinnerung, sie fallen in samtweiches Haar.
Es mögen nur drei Verszeilen sein. Sie besitzen pluralitas.
Und wie, die die!
Lieben Gruß,
ubertas
 

Rachel

Mitglied
Ja, gerade die Zeichensetzung hat was Ausdrückliches - danke johP fürs Beispiel. Mit trennendem Komma von der Natur auf den Körper oder Kopf, die Haare werden irgendwie augenrollend durch die Pünktchen und Herbste dann - dicker Punkt und Aus. Herbste im ungewohnten, eigentlich obsoleten Plural, da kommt die alte gebeugte Form der ganzen Lebensgrammatik auch noch rüber. Klasse!

LG Rachel
 

wiesner

Mitglied
Mit dem Beispiel von johP kann ich wenig anfangen, es wirkt nicht schlüssig, fast unüberlegt. Gendai hat natürlich so seine Freiheiten ...

Die Einlassungen von Ubertas und Rachel haben mich sehr gefreut, sie zeigen ausgesprochen persönliche Sichtweisen, die auf der Autorenseite ein nochmaliges Nachdenken evozieren. Nichts ist also zu Ende geschrieben. Danke Euch beiden.

Gruß
Béla
 

johP

Mitglied
@wiesner

Schade, ich hatte dein haiku nur in der von dir gewählten form weitergedacht.

Der baum bekommt im winter scheehäubchen statt blätter, der mensch stirbt, doch der baum erwacht und bekommt wieder blüten, die extistenz des einen hat einen anderen maßstab, als die des anderen . . .

Fand ich interessant, daß du shiki zitiert hast

Für mich, der geht,
Für dich, der bleibt –
Zwei Herbste.


Er , der für shasei und die 5-7-5 regel vehement eintrat, wird in einem experimentellen gendai zitiert . . .
 



 
Oben Unten