Heftiges Ringen (Limerick)

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Silentius

Mitglied
Lieber Binsenbrecher,
auch ich hasste in der Schule das Versmaß, vor allem bei Gedichtinterpretationen.
Du wirst aber - mit zunehmender Übung - merken, dass der eigentliche Text, für den man selbst viel Mühe aufgebracht hat, nochmals klanglicher besser daherkommt und die Gedanken zum Klingen bringen. Meist lässt sich dies auch durch einfache Satzumstellung (Inversion) erreichen.
Man verschenkt sich auf diesem Gebiet einfach oft "Schönheitspunkte" bei minimalem Aufwand (z.B. Einstreu von "Füllsilben") und einige Versmaße, wie z.B. der Hexameter, stellen sich gerade im Deutschen meist von selbst ein, weil Deutsch stammbetont ist und sich daher dieses Versmaß meist von selbst dichtet, wie gesagt, bei minimalstem Aufwand.
Der Vorteil vom Hexameter ist auch, dass man sich nicht dem Reim untertan machen muss und das Gedicht trotzdem einen Rede-/bzw. Sprachfluss hat.
 
Danke für Deinen Beitrag!
Vielleicht finde ich irgendwann Motivation und Ruhe, mich bzw. meine Sprachkindchen einer besseren (oder auch nur normgerechteren?) Versbemaßung zu unterziehen.

Grüße, Bindenrecher
 

JoteS

Foren-Redakteur
Teammitglied
Form und Inhalt... :rolleyes: Das ist weder gut, noch lustig. Bitte verschone die Leser mit dermaßen geistlosen Spam. Danke.
 
" ... verschone ... geistlos ... Spam ..."

Wow!

Und ich dachte immer, der L. zeichne sich aus durch tiefste philosophische Sättigung und höchste metrische Präzision, wie sie eigentlich nur nach dem 13. Guinnes am Shannon erreichbar ist. Oder trinkt man dort doch eher Ale?

Ein Redakteur der Leselupe
trennt gern die Leut' in bös und Gute.
Da fällt mir nix ein
will lieber bös sein.
Dann ist mir richtig wohl zu Mute.

Bitte.
 

JoteS

Foren-Redakteur
Teammitglied
Ja, sorry, es hätte natürlich "geistlosem" heißen müssen. ;)

Ein Limerick-Dichter aus Winsen (Luhe)
Brach mit seinem Metrum die Linsen (juhe!)
der Leser. Ein Brecher,
ein Kritiker-Stecher!
Doch geht, was er tut, in die Binsen (oweh!).
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Ich habe das Gedicht gelesen. Der Limerick ist in starkem Maße selbstbezüglich, autologisch. https://de.wikipedia.org/wiki/Grelling-Nelson-Antinomie Es sagt über sich aus, was es ist. Es beschreibt sich selbst.
Aus diesem Grunde sind all die sprachlichen Fehler gerechtfertigt.

Das Problem: Es verlässt den Limerick. Es kritisiert sich in hohem Maße selbst, vergisst aber dabei den Spaß. Es vergisst sozusagen die Pointe, die nicht mal als Untertreibung da ist.

Trotzdem finde ich den Ansatz gut.
 
"Trotz längerem Jammern und Klagen
will ich noch 'n Limerick wagen!"
" Denk nicht nur an' Reim,
auch Rhythmus muss sein,
sonst geht's dir hier an den Kragen!"
 

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