Ich wär so gerne Terrorist

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Walther

Mitglied
Ich wär so gerne Terrorist


Ich wär so gern ein Terrorist,
Weil so was richtig bombig ist.
Davor, da üb ich, spiele Troll
Und rotz im Netz die Foren voll.

Den ganzen Tag, und nicht zu tun,
Geb ich den Tastaturtaifun.
Ich tippe ohne Komma, Punkt,
Bis dass der Läppi nicht mehr funkt.

Dann hol ich Kaffe, Ziehgarette,
Geh kurz einmal auf die Toalette,
Hau mir nen Eimer Chips in’n Bauch
Und schreibe schnell im Kippenrauch

Mich so in Rage, dass es kracht,
Weil sowas geilo Freude macht.
Die Finger gelb, die Zähne braun:
Ich trau mich kaum, mich anzuschaun,

Die Stoppel voller Essensreste,
Der Bauch, den ich mit Pizza mäste,
Verkleckert und die Hose offen.
Ich hacke weiter, wie besoffen:

Ich bin der Troll, den man verflucht,
Vor dem man schnell das Weite sucht.
Am liebsten wär ich Terrorist,
Was‘n Scheiß, dass das so tödlich ist.
 
O

orlando

Gast
Augen auf bei der Berufswahl!
(deutsche Volksweisheit)
Irgendwie kann ich dein LyrI und dessen wildes Treiben jedoch ein wenig verstehen ... ich stelle mir ein solche Existenzform zwar blutdrucksteigernd, andererseits auch jugenderhaltend vor. Zumindestens eine Zeitlang. ;)
Jambus und Paarreim passen hier super, weil das Gedicht dadurch das notwendige Tempo erreicht. - In Versen wie
Davor, da üb ich, spiele Troll
Und rotz im Netz die Foren voll.
spiegeln sich Wut & Witz.
Kurzum: Mir gefällt`s.

orlando
 

Walther

Mitglied
Ich wär so gerne Terrorist


Ich wär so gern ein Terrorist,
Weil so was richtig bombig ist.
Davor, da üb ich, spiele Troll
Und rotz im Netz die Foren voll.

Den ganzen Tag, und nichts zu tun,
Geb ich den Tastaturtaifun.
Ich tippe ohne Komma, Punkt,
Bis dass der Läppi nicht mehr funkt.

Dann hol ich Kaffe, Ziehgarette,
Geh kurz einmal auf die Toalette,
Hau mir nen Eimer Chips in’n Bauch
Und schreibe schnell im Kippenrauch

Mich so in Rage, dass es kracht,
Weil sowas geilo Freude macht.
Die Finger gelb, die Zähne braun:
Ich trau mich kaum, mich anzuschaun,

Die Stoppel voller Essensreste,
Der Bauch, den ich mit Pizza mäste,
Verkleckert und die Hose offen.
Ich hacke weiter, wie besoffen:

Ich bin der Troll, den man verflucht,
Vor dem man schnell das Weite sucht.
Am liebsten wär ich Terrorist,
Was‘n Scheiß, dass das so tödlich ist.
 

Walther

Mitglied
hi orlando,

danke für wertung und kommentar. in der tat ist das eine kleine ballade zu einem immer wieder aktuellen sujet. :) es freut mich, dass sie gefällt!

lg w.
 

Label

Mitglied
Lieber Walther

das hast du aber ganz tief in die Vourteilskiste gegriffen und damit eine schöne Persiflage geschaffen.

mein Eindruck: geistreich, witzig und verspottend

der ein wenig quer stehende Schlussvers gibt dem Ganzen noch zusätzliches Effet

gefällt mir

lieber Gruß
Label
 

Walther

Mitglied
hi Label,

danke für dein statement und die wertung. in der tat habe ich ein grauses bild des prototrolls gemalt. :)

der abschlußvers ist bewußt "falsch". aber rasant (vor)gelesen fällt das gar nicht auf. ;)

lg w.
 

lapismont

Foren-Redakteur
Teammitglied
ich hätte verelft statt des Fäkalausdrucks geschrieben. Aber dieser Moment der Unperfektion ist ja bei Dir gewollt.
;D
 

Walther

Mitglied
Yo, dear Sta.tor,

kamma schreiben. aba: zwei "so"s in einem vers ist m.e. eins zu viel. so kam's zum "was'n". und das fand ich dann auch holpertechnisch gut. :D

lg w.
 

helmut ganze

Mitglied
s.o.

Vorsicht, lieber Walther,

der Innenminister hat dieses Klientel eben verboten und unter strengste Bestrafung gestellt.
Also aufgepasst.

Liebe Grüße

Helmut.
 

Walther

Mitglied
in der tat,

lb Helmut,

du solltest keine schwarzen fahnen mit weißer arabischer aufschrift mehr schwenken. nicht daß sie dich am öhrchen packen und einkasteln. vorsicht ist da die mutter der porzellankiste, solange die mutter keine elefantenkuh ist, selbstredend. ;)

danke für deine geistreiche kommentierung! :)

lg w.
 

Walther

Mitglied
nur,

meen lieba,

wenn ick det "meist" übanehm täte. will ick aba nich, weeeßte, wa, weil't nich paßt. jetz kiekste aba!

jrüsseken w. :D
 
Lieber Walther,
ich kann mich mit deinem Gedicht überhaupt nicht anfreunden.
Schon der Titel hat mich entsetzt. Das Wort „Terrorist“ ist so negativ besetzt, dass man damit keinen Scherz treiben sollte.
Außerdem stelle ich mir Walther jetzt so schlimm vor, wie du ihn beschrieben hast (Ichform)
Trotzdem viele Grüße ,
Marie-Luise
 
Lieber Walther,
eigentlich hat mir das Gedicht an sich ja gut gefallen.
Hätte als Titel da gestanden: „Ich wär so gern ein Troll“ und stünde das Gedicht in der 3. Person, wäre ich sehr zufrieden gewesen.
Terrorist verbinde ich mit so schlimmen Dingen, dass es mir hier deplatziert erscheint.
So, wie du ihn beschreibst, stelle ich mir den Foren-Troll auch vor.

Es grüßt dich (vielleicht mit für dich naiven Gedanken)
Marie-Luise
 

Walther

Mitglied
Ich wär so gerne Terrorist


Ich wär so gern ein Terrorist,
Weil so was richtig bombig ist.
Davor, da üb ich, spiele Troll
Und rotz im Netz die Foren voll.

Den ganzen Tag, und nichts zu tun,
Geb ich den Tastaturtaifun.
Ich tippe ohne Komma, Punkt,
Bis dass der Läppi nicht mehr funkt.

Dann hol ich Kaffe, Ziehgarette,
Geh kurz einmal auf die Toalette,
Hau mir nen Eimer Chips in’n Bauch
Und schreibe schnell im Kippenrauch

Mich so in Rage, dass es kracht,
Weil sowas geilo Freude macht.
Die Finger gelb, die Zähne braun:
Ich trau mich kaum, mich anzuschaun,

Die Stoppeln voller Essensreste,
Der Bauch, den ich mit Pizza mäste,
Verkleckert und die Hose offen.
Ich hacke weiter, wie besoffen:

Ich bin der Troll, den man verflucht,
Vor dem man schnell das Weite sucht.
Am liebsten wär ich Terrorist,
Was‘n Scheiß, dass das so tödlich ist.
 

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