Im Saal 600

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seefeldmaren

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Im Saal sechshundert sitzt, in grauer Jacke,
der letzte Schluck von einem Reichsmarschall.
Die Leinwand zeigt die Bilder der Baracke,
er hört nicht hin. Es ist nicht mehr sein Fall.

Er sagt es Gilbert, abends, in der Zelle:
das Volk will keinen Krieg, in keinem Land.
Doch dass es folgt, ist keine Kunst, die Schwelle
ist niedrig, und das Werkzeug liegt zur Hand.

Man meldet nur, das Land sei angegriffen,
das wirkt in Reich und Rat und Republik,
ein Handgriff, über Jahre eingeschliffen:
wer fragt, verrät. So einfach ist der Trick.

Er starb durch Gift, bevor die Stricke fielen,
das Urteil traf den Wahn und die Gestalt.
Er schleicht durchs Land, um wieder zu erzielen,
was einst gelang: das Nicken für Gewalt.
 

klausKuckuck

Mitglied
Hey Maren,
ein beeindruckender Text! (In einem kurzen Augenblick des Abschweifens habe ich mich gefragt, ob dein Gedicht nicht noch stärkere Wirkung auslösen könnte, wenn du die ganze vierte Strophe weglassen würdest.)
KK
 

Scal

Mitglied
ein Handgriff über Jahre eingeschliffen ...

Sehr prägnant und reimgewandt benannt!
"meldet" oder "melde" ?

Lieben Gruß
 



 
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