ins blaue

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Mondnein

Mitglied
Danke den beiden Wertern!

Zwei sind ja schon was, so mitten im Sommerloch - (aber hier in Sachsen wird wieder fleißig beschult und gearbeitet).
 

Mondnein

Mitglied
Herzlichen Dank, Patrick!
Herzlichen Dank auch Dir, HerbertH!

Es freut mich, daß Ihr's offensichtlich gern gelesen habt.
 

Mondnein

Mitglied
Danke, Molly,

ich bin sicher, daß es zu den besten Gedichten gehört, die sich zum "Blau"-Wettbewerb des sogenannten Literaturpodiums eingefunden haben.

Aber es ist dort nicht einmal auf die Listen der Nichtbepreisten gekommen. Als hätte ich es nie eingesandt.

Das bedeutet: Die Dichtkunst im deutschen Sprachraum ist auf solche Höhen gelangt, daß dieses Lied hier im Prekariat des Ungedruckten, Ungelesenen, Ungeschätzten unterginge, wenn es nicht die Ekagold- (d.i. Roentgenium-) Medaille für den Nullten Preis bekäme. Und Medaillen aus dieser höchstedelmetallischen Substanz hält (wie uns die Physiker melden) gerade mal unscheinbar winzige Sekundenbruchteile.
https://www.leselupe.de/lw/titel-die-roentgenium-medaille-127396.htm

Habe dieses Lied deshalb zum Scherz hier hochgepuscht,

grusz, hansz
 
C

Christian Jyren

Gast
Mondnein

... das ist ziemlich billig und a priori gedacht ... dieses zynisch-ironische Literarturbetriebbashing: "Dichtkunst im deutschen Sprachraum ist auf solche Höhen gelangt" würde als Rechtfertigung voraussetzen, dass es sich bei deinem Gedicht um Dichtkunst handelt ... gleichwohl handelt es sich um Renterlyrik und das ist für den geübten Leser ziemlich schnell zu erkennen. Wobei ich anerkenne, das es sich um, für mich, eines deiner mit Abstand besten Werke handelt. Das liegt aber daran, dass ich einen sentimentalen Hang zu solcher antiquierter Lyrik habe und so abgedroschene Worte wie "Schwingen, schweben, durchbrandet" etc. aus einer schrägen Neigung heraus in der Lyrik nicht gänzlich verloren geben möchte, in der Hoffnung immer noch einen Kontext zu finden, den sie nicht kennen. Eine Haltung, die ich mir in meinen bezahlten Texten nie leisten würde, ...

Außerdem: Du hast letztens dem armen DOS Schwulst vorgeworfen. Nun hier hast du Schwulst par excellence . Schwulst, der durchaus originellen Sorte, wie ich finde ... aber immer noch Schwulst.

MfG
Christian Jyren
 

wüstenrose

Mitglied
nun ja, nun kam auch ich in den Genuss des Gedichts.
Kann man "Schwulst" am Gebrauch einzelner Wörter festmachen? Wohl kaum. Das gleiche Wörtchen kann in dem einen Text schwulstig daherkommen und in dem anderen unaufdringlich wirken und fein eingebettet sein.
Hier sind die Worte gut eingebettet und der Text fließt. Vielleicht hilft es ja manches Mal, die Gedichte daraufhin abzuklopfen (jaja, auch das ist subjektiv): ächzt und rumpelt es, schleift es, holpert es, sträubt und windet es sich, kratzt und beißt es, tut es weh - - - oder fließt es?

Es fließt, Mondnein. Es fließt. :)
 

lapismont

Foren-Redakteur
Teammitglied
M O D E R A T I O N

Hallo Christian,

bitte mäßige Dich im Ton!

gleichwohl handelt es sich um Renterlyrik und das ist für den geübten Leser ziemlich schnell zu erkennen.
Das ist diskriminierend und anmaßend zugleich. Du kannst gern Deine Meinung zu Werken anderer äußern, aber bleibe sachlich und vermeide ad hominem Angriffe.

Ich werde das hier nicht dulden.

lap
 

Mondnein

Mitglied
So falsch ist das mit der Rentnerlyrik nicht (oder sollte der Verschreiber "Rentierlyrik" meinen?), denn es beschreibt eine Sehnsucht nach dem Tod, die Rentner gewiß besser verstehen als der jüngere Mensch, der das hier geschrieben hat. Für Rentner geeignet, von einem Spätpubertier geschrieben. Kindskopf im Rentnerpelz. Mystiker mit Philosophenbart.
 
C

Christian Jyren

Gast
Lieber Lapismont,

Ad hominem ist ein Angriff auf die Hintergründe einer Person. Ich bin nicht davon ausgegangen, dass Mondnein schon Rentner ist. Das wird wahrscheinlich auch nur er selbst beantworten können.

Rentnergedichte sind eine Kategorie! Ich habe schlicht deduziert:
Jeder Gedichtwettbewerb wird damit zugemüllt und aussortiert. Sie zeichnen sich in der Regel durch: Reim, metrische Übererfüllung, Naturbildhaftigkeitserbrechen, Gottesbezüge, Überbetonung des lyrischen Ichs, Belehrung und Altkugheiten, Ewig-gestriges-Denken, antiquierte Bilder, schwülstige Formulierugnen und Allgemeinplätzen aus. Hinzuzufügen wären Kitsch, der erhobene Zeigefinger, elegische Ansätze und angestaubte Pseudomodernität, und Worte, die kaum einer mehr kennt aus (-gamben).
Fast alles, ich sage bewusst nur fast, davon ist im Werk von Mondnein im Überfluß vorhanden. Daher dann die Analogie.

Um es kurz zu machen, ich wollte ihm durchaus zu nahe treten (!), nachdem er seinen abwertenden Rundumschlag gestartet hat, auf das, was heute Dichtkunst im deutschen Sprachraum an Niveaulosigkeit darstellt, weil sein Gedicht nicht berücksichtigt wurde, (wäre ich wirklich rabulistisch, hätte ich ihm im Umkehrschluss sogar bösartig eine "undeutsch"-Meinung in Bezug auf die heutige Lyrik unterstellt, aber das unterstelle ich ihm gar nicht,) trotzdem hat er hier diskriminiert, nicht ich, - weder direkt (und wenn dann nicht absichtlich, weil ich das gar nicht wissen kann) noch rabulistisch indirekt.

Und ich wundere mich mittlerweile sehr, dass du die ganze Zeit mich angehst, und nicht ihn.

MfG
Christian Jyren
 

DOSchreiber

Mitglied
das blaue

eine Verheißung, die schon im Titel verpufft

der süße gambensog
der sterne
ein verrätseltes Angebot, mit dem keiner was anfangen kann

springen...schwingen nicht nur das, dann geht es ins schweben

wo alles endet alles fließt in eins
alles und eins - um Himmels Willen: Was ist das?

Über die vermurkste letzte Zeile will ich nichts mehr sagen...

Aber über eines möchte ich doch noch was sagen: Ich habe in einem anderen Zusammenhang davon gesprochen, wie schwer es ist, ein Gedicht zu schreiben, das nur aus zwei Quartetten besteht. Mein Liebesgedicht An uns hast du lächerlich gemachst...Jetzt sage ich dir: Mein Gedicht ist richtig stark, deins hingegen hilfebedürftig. Da helfen dir auch nicht die buckelnden Punktegeber weiter!

Es grüßt
Dyrk
 

DOSchreiber

Mitglied
Ich habe es befürchtet, nur: Das AllEine ist längst diskutiert und abgelegt worden. Es in einem Gedicht zu zitieren ist haarsträubend schwach. Ein bloßes (fast hätte ich gesagt: zartes) Andeuten mit eigenen Worten hätte ausgereicht. So gerät das Blaue zur Karikatur, oder anders: Das Gedicht driftet in eine Selbstverletzung durch Komischwerden ab.

Es grüßt
Dyrk
 

Mondnein

Mitglied
[ 4][ 4][ 4][ 4][ 4][ 4]Vera-Lena gewidmet

[ 4]ins blaue


wie schmerzlich zieht der süße gambensog
der sterne mich hinaus - ich möchte springen
empor ins blaue - breiten meine schwingen
und schweben hoch wie noch kein vogel flog

wo alles endet alles fließt in eins
die echoseufzer stranden in der stille
die allen klang durchbrandet - satte fülle
zu sein ist: nichts zu sein - voll reinen seins
 

Vera-Lena

Mitglied
Hallo Mondnein,

[blue]die satte Fülle ist nichts zu sein - voll reinen Seins.[/blue]

Ich lese das so: Wenn man es schafft derartig in die Stille zu gelangen, so dass man gänzlich selbstvergessen wird, dann kann man alles Schöne in sich wahrnehmen, was vielleicht außen ist, was man aber auch in seinem Inneren hat.

Mir gefällt Dein Gedicht und ich danke Dir für die Widmung.

Liebe Grüße
Vera-Lena
 
C

Christian Jyren

Gast
... oder der Tod und eine daran anknüpfende glückliche Vorstellung vom Jenseits. Vielleicht auch die "reine Liebe" ... so wie ich sie denke ... wie gesagt, ich mag das Gedicht.

MfG
Christian Jyren
 

Mondnein

Mitglied
Sehr gern, Vera-Lena, habe ichs Dir zugeeignet.

Denn ich denke, Du kennst gut diese Sehnsucht und die schwer vermittelbare Erkenntnis, daß die Identität von dichter Fülle und reifem Verzicht, von selbstgenügsamem Sein und erwartungslosem Nichts eine Art von Seligkeit bedeutet, die jenseits von Lust und Leid liegt, wie auch Trakl (1909) singt:
Nicht Tag und Lust, nicht Nacht und Leid
Ist Melodie der Ewigkeit,
Und seit ich erlauscht die Ewigkeit,
Fühl nimmermehr ich Lust und Leid!
Und so, wie die Identität von Sein und Nichts den Anfang in Hegels "Wissenschaft der Logik" bildet, so ist die Diskussion darüber wohl kaum aus, vorbei und abgetan, sondern sie fängt da erst an. Er, der aufbrechende Logos, fängt sein Leben da erst an: das Gedanke-Sein des All-Ein-Seins in sich. Und kommt an kein Ende, wie besonders Novalis es treffend formuliert (in "Blütenstaub"):
Der Geist führt einen ewigen Selbstbeweis
Oder John Lennon (im poetischen Wortspiel mit einem merkwürdigen Churchill-Zitat):
All play the game existence to the end
of the beginning, of the beginning,
of the beginning, of the beginning
of the beginning, of the beginning
of the beginning, of the beginning ...
grusz, hansz
 

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