Ich warf das Wort
Erbarmen
in den hohen Raum.
Er löste sich aus meinem Mund
und schwebte allein
durch das Gewölbe.
Liebe Chandrika,
ganz sicher nicht wird das eine Lyrikanalyse werden

. Vielleicht halte ich hier an nichts fest und werfe Jedwedes ebenso in den Raum.
Ich habe gerade nur die ersten zwei Strophen herausgenommen, dein Gedicht geht viel weiter und tiefer. Da sitze ich und lese und begriff, begreife ich es?
Es ist kein Spiel, das du mit dem "Ruf" einfügst, er liegt noch unbestattet in uns. Vor uns? Uns fürbittend, uns! Ihn unter der Zunge tragend, "ich nahm ihn wieder", ein Spiel mit der Wahl, ein Spiegel der Wahl,
Ringsum
die geschlossenen Münder
des Chors.
Ich weiß nicht, ob das die Stelle in einem öffentlichen Forum ist, um diesen geschlossenen Mündern wieder Leben einzuhauchen, ob es möglich ist? Da mag ich es trotzdem probieren, ohne Ruf, ohne Zuruf.
Nur im Klang deines Gedichts.
Und es ist der Boden. Dein Gedicht verhält sich für mich wie ein Grund und Boden, den man nicht per Quadratmeterpreis erwerben kann, man muss ihn sich im Fühlen erschließen.
Ich weiß nicht, die geschlossenen Münder, sie bleiben so lange im Chor, so lange sie glauben, die eigene Stimme verloren zu haben.
Und reden sich nach, bis sie wund sind davon. Sie müssen das nicht tun. Mussten es nie.
So naiv es klingen mag nach Außen: wir sind nicht der Chor, wir sind unsere eigene Stimme.
Wenn wir Chor sind, dann als Mensch, dann nicht als Schatten eines Raubtiers, zu dem wir uns bestatten, Stück für Stück, und kein Tier wäre in der Lage, sich selbst so zu berauben wie wir Menschen es tun: um Herz, Verstand und Seele.
Das ist jetzt lediglich mein Blick auf dein Gedicht, ganz sicher nicht der letzte.
Es ist großartig in jeder Facette!
Liebe Grüße,
ubertas