Leberreim

2,00 Stern(e) 2 Bewertungen

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Ein schöner Reim. Er hätte auch in ein Komplimentierbüchlein gepasst.
Das waren Bücher über gutes Benehmen, in denen auch Leberreime veröffentlicht wurden.
 

molly

Mitglied
Danke Bernd für Dein Lob. Du bist ja ein Meister bei den "Festen Formen". Diese verschiedenen Versformen möchte ich jetzt alle mal durchprobieren. Die kleinen Gedichtchen machen richtig Spaß.
Viele Grüße
molly
 
T

Trainee

Gast
Hallo Molly,

ich freue mich schon riesig darauf, vom Zweireiher bis zum Elfchen alles versammelt zu finden. :)

Liebe Grüße
Trainee
 
T

Trainee

Gast
Hallo Molly,

Die Leber ist von einem Hecht
und nicht vom Elefant.
Selbst wenn du philosophisch denkst,
bist du noch lang kein Kant.
ist leider sprachlich nicht ganz gelungen. Es müsste nämlich "vom Elefanten" heißen (n-Deklination).
Hinzu kommt, dass sich mir der Witz nicht erschließt: In der Philosophie geht es um die Stringenz der Gedanken, um logische Konsequenzen und klare Folgerungen.
Nun ist ein Elefant mit Sicherheit ein kluges Tier, das sich vor allem durch sein phänomenales Gedächtnis auszeichnet.
Denkt es deshalb in philosophischen Kategorien? Ist er gar mit Kant vergleichbar? Und wird diese Denkweise per Lebertransplantation weitergegeben?

Mmmh.

Erstaunte Grüße
Trainee
 

Veil

Mitglied
"vom Elefanten" - richtig.
Darüberhinaus *muss sich der zweite Vers inhaltlich nicht unbedingt auf den ersten beziehen. Hier kommt es darauf an, eine Reimzeile mit Pointe zu liefern. Wichtig ist und bleibt dagegen, dass die Silbenanzahl gleich bleibt.
Allerdings sollte der Vers unbetont enden, was ich persönlich auch nicht immer beherzige.

*freie Variation eines Leberreimes.

Ja, die lieben Regularien ... :)

Mit Gruß Veil
 

molly

Mitglied
Die Leber ist von einem Hecht
und nicht vom Elefant'.
Selbst wenn du philosophisch denkst,
bist du noch lang kein Kant.
 

molly

Mitglied
Hallo Trainee, hallo Veil,

Der Reim bleibt so, weil er mich an jeamd erinnert.

Der Elefant mit Kant steht seit 2013 in der LL

Wenn die nicht eingehaltenen "lieben Regularien" zu sehr stören,

bitte ich Bernd, den Vers ins Gereimte zu setzen.


Ich wünsche euch beiden noch einen schönen Abend.

Viele Grüße

molly
 
T

Trainee

Gast
Liebe Molly,

davon wird die Sache mit dem Elefant(en) auch nicht besser. -
Es gab Zeit genug, nachzubessern. Du willst das aber nicht; deshalb gebe ich nun meine persönliche Wertung zum Werk ab.

Vielleicht möchtest du zunächst ein wenig im Leberreim-Übungsfaden mitspielen? Dort lässt sich allerlei lernen.

Liebe Grüße
Trainee
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo, Trainee, was den Elefanten betrifft, hast Du recht im standardsprachlichen Sinn. So wird es auch im Duden als Dativ angegeben: "dem Elefanten." Umgangssprachlich wird aber der Dativ in der Gegenwartssprache oft ohne "en" gebildet.
Welchen Stil haben wir beim Leberreim?
Es ist ein umgangssprachlicher Stil. Inhaltlich ist es ursprünglich ein Gedicht, das als Trinkspruch verwendet wurde.

Ich sehe nicht, dass man keine umgangssprachlichen Formen verwenden kann.

Ich habe nachgelesen, "Elefant" gehört zu den umgangssprachlich schwankenden Wörtern. Bei einigen hat sich die lange Form durchgesetzt, bei anderen die Kurze.

In der dichterischen Freiheit liegt es, zu wählen, welche man möchte.

Wenn wir Elefant etwas weiter sehen, hat es im mündlichen auch die Bedeutung der Gaststätte "Elefant". Hier wird sehr oft die kurze Dativform verwendet.
Im Schriftlichen hätte es dann Anführungszeichen. Man kann solche Doppelbedeutungen durch Homophone oft schriftlich nicht darstellen.
---

Der Vers hat nichts mit der Klugheit des Elefanten zu tun. Es geht um die Leber, von deren Nutzung als Speise der Elefant hier verschont ist, eventuell auch von deren Größe der Esser verschont ist.
---
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
https://books.google.de/books?id=QM...Q#v=onepage&q="dem Elefant" grammatik&f=false

Quelle:

Stefan Müller-Dittloff

Interferenzen des Substandards im Westmitteldeutschen am Beispiel von idar-Oberstein. Eine kontrast- und fehleranalytische Untersuchung
Hiernach tritt der Wegfall der Endungen im Dativ bei standardnaher Sprechweise insbesondere bei schwachen Nomina. Sie werden im Substandard stark dekliniert. Leberreime gehören sprachlich oft zum Substandard.
Substandard bedeutet nicht: schlechtes Sprechen.
Oft klingt Substandard besser, weniger formal. Wäre es nur schlechtes Sprechen, verschwände er schnell.

Das Buch analysiert eine regionale Sprachvariante. Da ich in einer völlig anderen Gegend lebe, erscheint es mir im speziellen Fall eine überregionale Erscheinung zu sein.

Im vorliegenden Fall ist die Form "dem Elefant" bereits sehr alt, die Form "dem Elefanten" entwickelte sich später.
 
T

Trainee

Gast
Lyrik gilt als Krone der Sprachschöpfung.

Ihr Material ist die Hochsprache, ihr Weisungsbefugter der Duden und dessen ausgewiesene Grammatik, nicht aber das Grimmsche Wörterbuch, die Grimmschen Märchen oder Wikipedia (!).
Ausnahmen sind (nur) in besonderen Fällen möglich.
Beispielsweise, wenn ein Werk durchgängig in Mundart verfasst worden ist, in der sog. Jugendsprache etc. Dieser Bezug muss sich aus dem Text oder zumindest aus dem Titel ergeben.
Falsch deklinierte Substantive fallen in keine der Kategorien.
Über den Inhalt des Leberreims habe ich mich bereits weiter oben geäußert.

Mit freundlichen Grüßen
Trainee
 

ahorn

Mitglied
Ihr Material ist die Hochsprache, ihr [red]Weisungsbefugter[/red] der Duden und dessen ausgewiesene Grammatik, nicht aber das Grimmsche Wörterbuch, die Grimmschen Märchen oder Wikipedia.


Viel Spaß bei der Korrektur von mehr als 1000Jahren deutschsprachiger Lyrik! ;)
 

Oben Unten