Hey!
.... aaaalso...

Ich will gerne noch ein bisschen was zu Euren vielfältigen Anregungen schreiben:
Zunächst lieber noch mal ein doppelgenätes Spezialdankeschön an Deine Adresse, liebe Ubertas, weil Du in die Extraarbeit der Feinaufschlüsselung gegangen bist. Du hast es, finde ich, geschafft einerseits durchaus ganz nah am Text zu bleiben aber andererseits doch ein paar zarte Sinnverbindungen in die Welt des fast schon Nachvollziehbaren zu knüpfen.
Wenn ich der Text wäre, den ich da geschrieben habe, dann wäre ich ein Teenager und Du, liebe Ubertas, wärst meine Eltern, und der Teenie verkündete freudestrahlend, dass er/sie/es sich von den Eltern völlig verstanden fühlt, woraufhin dann ein gütig in die Kamera nickender Erzähler den dicken Märchenband zuklappte und "mehr davon beim nächsten Mal" verkündete.

Was mir übrigens bei Deiner Analyse aufgefallen ist, Ubertas, ist dass es eine Fastwortanklingung gibt, die mir noch nicht so gut gefällt, nämlich das verzeichnete Nein und weiter unten dann die Verzeichnisse. Ich werde daher Letztere ein bisschen umformulieren.
Und weil Du auf die etwas unübersichtliche Pronomisierung in der letzten Strophe hinweist, liebe Ubertas: Tatsächlich ist von einer Kriegerin die Rede, die um den Hals "
deine Haare" trägt und irgendwie bleibt unklar, wie das lyrische Du bzw. seine Haare nun in kriegerinnenhalsnähe gelangt sind (und was das überhaupt soll). Tatsächlich stelle ich mir da tendenziell so ein bisschen was wie eine Art Skalp-Schmuck vor, also ziemlich martialisch und für das lyrische Du irgendwie eine schlechte Nachricht. Andererseits könnte (und soll) man sich da auch gerne Kuscheligeres unter diesem gemischten Haar-Ensemble vorstellen.
Sodann auch nochmal ein liebes Dankeschön an Dich, Tula! Ich mag es sehr, dass Du in Deiner Deutung ganz ins Konkrete gehst und dem Text keine Ausflucht in den Unbestimmbarkeitsbereich des Allgemeinen durchgehen lässt. Ich hatte kein so konkretes Bild vor Augen, wenn ich ehrlich bin, aber mir gefällt Deine Vorstellung sehr.

Ganz besonders gefällt mir, dass Du die Möglichkeit aufwirfst, dass die verschiedenen Akteure des Textes womöglich ein und die selbe Person sind, die sich z. B. im Spiegel betrachtet (bei dieser Variante hast Du nach meinem Eindruck durchaus Blickkontakt zu Uberas' Sichtweise, nach der am Schluss ja auch wir und ich und du und Kriegerin einigermaßen zusammenfließen).
Und jetzt vielleicht noch was zu Punkt des "Unernstes" dieses Textes: Vielleicht sind meine Äußerungen bzw. Stichworte (Monty Python, Selbstzerstörungsknopf, Lockerungsübung, Mitlacheinladung) tatsächlich noch etwas unglücklich missverständlich im Sinne von: "Ätsch! Wenn Ihr Euch über den Text die Köpfe zerbrecht, hab ich Euch aber schön reingelegt - ist doch alles nur Spaß". So hab ich es aber nicht gemeint und den Text auch nicht konzipiert. Ich wollte nur darauf hinaus, dass er grundsätzlich
spielerisch aufzufassen ist, aber mit allem
Ernst, der eben auch dem Spiel durchaus innewohnt. Insofern hab ich mir beim Schreiben schon Mühe gegeben (im Rahmen meiner Möglichkeiten) und z. B. ziemlich genau auf den Sprachrhythmus geachtet, der zwar keinem "klassischen" Metrum folgt und auch strophenweise gewisse Rhythmuswechsel zeigt, aber doch in gewisser Weise "komponiert" ist (nochmals: im Rahmen meiner Möglichkeiten

).
Damit - last but not least, lieber A. Tell: Ich kann natürlich nicht nur die positiven Geschmacksurteile goutieren, ohne auch die negativen dankend entgegen zu nehmen - also sei Dir Dein Erstickungsgefühl völlig unbenommen (und ich hoffe sehr, dass Du dank Texten, die mehr nach Deinem Geschmack sind, wieder ins respiratorische Gleichgewicht zurückgefunden hast)!
Bei Deinem Finalverdickt "wenig Ähnlichkeit mit Literatur" kommt es mir aber so vor, als ob Du mit einer zu dicken Kanone auf einen harmlosen Spatzen schießt, wobei weder die Kaliberstärke dem Zielobjekt angemessen erscheint noch der Rückstoß auf die Kapazitäten des Artilleristen angepasst wurde.

Aber vielleicht kommt mir dieser Gedanke auch nur, weil der Begriff der "Literatur" ein recht schwammiger ist.
Wenn Du hier also gar nicht als Richter über literaturzeitschriftenwürdige Textwertigkeit auftreten wolltest, sondern den L-Begriff durchaus weitherzig angewandt wissen wollen würdest, dann ist mir wiederum nicht ganz klar, warum dann "Literatur" keinerlei schwitzhüttenhafte Qualmigkeit in Tateinheit mit selbstverliebtem Bildungsgehubere beinhalten darf (ich lass Deinen Lese-Eindruck an den Punkt mal so im Raum stehen, ohne ihn mir damit zu eigen zu machen).
LG!
S.