liebe mich

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Mimi

Mitglied
liebe mich
auf Haut
zart
ist dein Atem
feucht leuchtet der Pfirsich
Formen aus Samt
süßlich betörend
gleitet deine Hand
durchströmt mich dein Name
dein Geschmack ist so laut
liebe mich so endlos
durchstoß mein Gewand
dein Auge das schaut
dein Beben dein Heben
ein tosender Stoß
das Pochen der Vene
das Prasseln von Schweiß
liebe mich im Leben
liebe mich bloß
 

revilo

Mitglied
hmmmmm...zu viel Aufzählung...zu viel Direktheit.......dein geschmack ist so laut ist allerdings genial.....
 
Sehnsucht nach Liebe bringt solche Texter hervor.
Es ist eine persönliche Information zur Gefühlswelt
eines einzelnen Menschen. Das ist auch gut so.
Aber, muss es so Aussendarstellen !!!
Das ist die Frage der Liebe ?
LG Volker

P.S. Bloß lieben ist zu einfach.
 

Mimi

Mitglied
Hallo revilo,

danke für die Wertung... und ja... manche Worte ,manche Texte müssen so direkt ... obwohl ich so oft die verborgenen, die versteckten Worte doch favorisiere...
Sind es auch nur oberflächlich betrachtet (oder nüchtern?) Aufzählungen... vielmehr eine Synchronisierung der inneren Begierde... nach allem wonach der Mensch... das Individuum sich verzerrt in einem Augenblick und mehr...

Sei gegrüßt, revilo !

Mimi
 

Mimi

Mitglied
Auch dir , Volker, vielen Dank fürs Kommentieren...
ich bin mir nicht... sicher... Definition deiner Außendarstellung...Außendarstellen...
Was ist Liebe... ? für den Menschen... das Wesen mit einem komplizierten, ja einzigartigen Gefühlsleben... definiert sich doch seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte jeder selbst, was ihn ausmacht...
dennoch die Sehnsucht nach Liebe , körperlicher oder geistiger Natur, nach Anerkennung, nach Macht, materiellen Dingen und Status... haben wir dies nicht alle... unterschiedlich ausgeprägt gemeinsam?
... liebe mich bloß... nicht das " nur" ... nein, das meinte ich nicht, lieber Volker...

auch dir ein Gruß

Mimi
 

Mondnein

Mitglied
Das mit dem "Prasseln von Schweiß" offenbart eine Sportart. Weit entfernt von spielerischer Erotik und Zärtlichkeit.
 

Mimi

Mitglied
"Diese Musik schwitzt nicht"...
das ist eine gute Entgegnung!
Spricht Nietzsche doch damit Bizets Selbstzweifel weg...

Erstaunlich lehrhaft... fast schon lehrerhaft, Hansz, dieses Zitat in diesem Kontext. Ob mir die Adaptation zu meinem Gedicht gelingt? Dieses Zitat zu adaptieren??..
Hmmm...
fast so, als tippe der Zeigefinger eines Mentors behutsam genau auf die Stelle in einer Textarbeit, die überdacht und genauer analysiert werden sollte... quasi um seinen Lehrling anzuregen nochmal nachzudenken zu überdenken ....

Apropos Philosophie,
das Philosophiestudium ist im Idealfall meist Selbstzweck... wie alle Geisteswissenschaften..leider.
Die zusätzlich benötigte Zeit in die Wissenschaftstheorie in Kombination mit Altgriechisch setzte der "Liebe zum Wissen" dann ganz pragmatisch Grenzen .
Vielleicht ist die Kombination aus Nerd und Freak einfach auf die Dauer sehr anstrengend...


Aber nochmal zum Gedicht:
'schwitzt nicht' weil...
unaffektiert ?? ... aufrichtig??... gar liebenswert??... was darf ich mir aussuchen?

Retro-Reflektiert betrachtet:
(ich bin ja auch nur Leser und das Gedicht ist bestimmt bereits drei Jahre "alt")... ist das Prasseln von Schweiß zu polternd ?... an der Stelle nicht mehr heiter?, im Sinne des Wortes vom griechischen Aither, reine Luft also... kein unendlicher Atem mehr??

???
 

Franke

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo Mimi,

seit Tagen beschäftige ich mich mit diesem Gedicht.

Bitte ändere nichts.
Wie bei einem Liebesakt steigert sich die Sprache bis zum "Pochen" und "Prasseln" und endet in einem gehauchten"liebe mich bloß".

Das stelle ich mir in einer Lesung als absoluten Gänsehautmoment vor.

Liebe Grüße
Manfred
 

Mondnein

Mitglied
Hinter Manfreds klare Worte, dear Mimi,

sollte ich nichts hinterherkleckern. Aber vielleicht möchtest Du noch was als Antwort lesen:

Apropos Philosophie,
das Philosophiestudium ist im Idealfall meist Selbstzweck... wie alle Geisteswissenschaften..leider.
Aller Wissenserwerb ist in erster Linie Selbstzweck. Das "leider" ist nicht gut. "Gottseidank" wäre richtig.
"Wissen" ist nicht der einzige Selbstzweck, die Neugier, die die Wissenssuche entzündet, ist auch Selbstzweck.
Der "Mensch" ist Selbstzweck, deshalb verbietet sich Sklaverei.
"Liebe" ist Selbstzweck, seit sie nicht mehr der Fortpflanzungspflicht unterliegt.
"Freiheit" ist Selbstzweck.
Die zusätzlich benötigte Zeit in die Wissenschaftstheorie in Kombination mit Altgriechisch setzte der "Liebe zum Wissen" dann ganz pragmatisch Grenzen .
Vielleicht ist die Kombination aus Nerd und Freak einfach auf die Dauer sehr anstrengend...
Wenn ich in ein paar Wochen in Rente gehe - und auch jetzt schon, wo ich (seit gestern) in Quarantäne sitze, weil die Fünftklässler, die ich in Kunst unterrichte, einen Corona-Fall haben - also nächstes Jahr werde ich bestimmt etwas Zeit finden, wissenschaftlich zu arbeiten. Ich habe mir die Sânkhya-Karikâ vorgenommen. Das wäre dann nicht Altgriechisch, sondern Sanskrit.

Aber nochmal zum Gedicht:
'schwitzt nicht' weil...
unaffektiert ?? ... aufrichtig??... gar liebenswert??... was darf ich mir aussuchen?
Ich habe den Nietzsche aus dem Gedächtnis zitiert, ich glaube es ist in den späten Wagnerverrissen, wo Bizet (der war glaubich schon tot) als leicht, erotisch und zigeunerexotisch dem surrealistischen Symbolismus Wagners entgegengehalten wird. Siehe mein kürzlich eingebrachtes Gedicht über den "Wagnerianer", wie auch den älteren "dionysos".

Retro-Reflektiert betrachtet:
(ich bin ja auch nur Leser und das Gedicht ist bestimmt bereits drei Jahre "alt")... ist das Prasseln von Schweiß zu polternd ?... an der Stelle nicht mehr heiter?, im Sinne des Wortes vom griechischen Aither, reine Luft also... kein unendlicher Atem mehr??
Ja, trifft. Ich bin ein Sporthasser. Und verabscheue die Sexszenen in amerikanischen Filmen, wo die baseballsauren "Männer" so angestrengt schwitzen, daß man vorm Fernseher eine FFP-Maske tragen muß.

grusz, hansz
 

Mimi

Mitglied
Hallo Manfred!
Hallo Hansz!

Dankeschön für die Bewertung meines Gedichtes und Eure Kommentare dazu.
Ja,... ich lese es auch wie Manfred, als sprachliche Steigerung, ähnlich einem Liebesakt ... es wäre sicherlich eine Einbuße an Intensität und Authentizität das "Prasseln von Schweiß" aus dem Text zu streichen.
Erotik, Leidenschaft und der Liebesakt als solcher... sind ja sicherlich nichts "klinisch reines" sondern evolutionärers Bedürfnis und Ausdruck von Menschlichkeit ... und Menschen schwitzen nun mal...

Das "bloß-lieben" meint hier im Gedicht die ultimative Steigerung der Resonanzbeziehung zweier Liebenden... der ursprünglich physikalische Begriff bedeutet hier nichts anderes als tiefe Berührung in wechselseitiger Interaktion... denn Resonanz impliziert hier Verletzlichkeit ... die menschliche Fähigkeit sich verletzlich zu machen.


Ja, trifft. Ich bin ein Sporthasser. Und verabscheue die Sexszenen in amerikanischen Filmen, wo die baseballsauren "Männer" so angestrengt schwitzen, daß man vorm Fernseher eine FFP-Maske tragen muß.
Ich war jahrelang Tänzerin, hauptsächlich lateinamerikanische Tänze, neben dem Linguistikstudium... Tango ist eine meiner größten Leidenschaften... ist dieser Tanz doch wahrlich der vertikale Ausdruck eines horizontalen Verlangens...
Ohne eine ordentliche Portion Bewegung... kann ich gar nicht erst einschlafen...
Und Hansz, warum denn um Himmels willen amerikanische Filme? ... wo es doch viele schöne und sinnliche französische Filme gibt... mit deutlich weniger Schweiß in den Sexszenen... da kannst Du die Maske getrost weglassen, wenn Du denn willst...

Liebe Grüße Euch
Mimi
 

Mondnein

Mitglied
Genau. Die französischen haben Schönheit. Die französischen Vorlagen späterer Holliwoodadaptionen sind wunderbar ästhetisch, vor allem in ihrer Musik, ihrer Erzählweise, ihren Dialogen, in ihrem Liebesverständnis - gestern noch habe ich einen Truffaut-Film gesehen "Der Mann, der die Frauen liebte" - und über diesen Unterschied nachgedacht.

Es gibt ein dreieckiges Gedicht über französische, amerikanische und indische Filme hier:

 
Zuletzt bearbeitet:

revilo

Mitglied
Hallo revilo,

danke für die Wertung... und ja... manche Worte ,manche Texte müssen so direkt ... obwohl ich so oft die verborgenen, die versteckten Worte doch favorisiere...
Sind es auch nur oberflächlich betrachtet (oder nüchtern?) Aufzählungen... vielmehr eine Synchronisierung der inneren Begierde... nach allem wonach der Mensch... das Individuum sich verzerrt in einem Augenblick und mehr...

Sei gegrüßt, revilo !

Mimi
Danke sehr
 

revilo

Mitglied
liebe mich
auf Haut
dein Atem ist zart
feucht leuchtet der Pfirsich
Formen aus Samt
betören mich süß

deine Hand gleitet
jetzt durchströmt mich dein Name
dein Geschmack ist so laut

liebe mich endlos
durchstoß mein Gewand
dein Auge schaut
du bebst

ein tosender Stoß
mitten ins Pochen
unser Schweiß prasselt
liebe mich
liebe mich bloß


Ich hab mal gebastelt.................
 

Mimi

Mitglied
Grüß Dich Oliver!
Vielen Dank für Deine Anregungen zu meinem Gedicht.
Wenn ich es heute... (oder gerade eben erst) lese... bin ich doch relativ zufrieden damit, so wie es ursprünglich "aus mir gekommen ist " ... trifft es im Kern so ziemlich das, was ich damit ja überhaupt ausdrücken wollte :
Die Steigerung der sinnlichen Begierde in einem Liebesakt.

Liebe Grüße
Mimi
 
G

Gelöschtes Mitglied 21884

Gast
Die Steigerung der sinnlichen Begierde in einem Liebesakt.

Und dann?
Stinkt es! Und draußen auf der Straße lärmen die Autos ...

Es gibt nichts Schlimmeres in der Literatur als Erotik/Sex. Man mache Sex, aber halte das Maul, schreibe kein Wort darüber!


feucht leuchtet der Pfirsich

durchstoß mein Gewand

ein tosender Stoß



Das ist doch Sprachkrampf und mit Fotze und ficken schnell erfasst. Nur wer will das lesen ... und warum?

Soeben erträglich in Sachen verkappter! Erotik sind etwa die Romane Effi Briest und Tod in Venedig.


Béla
 
Lächerlich, Bela.
Lyrik verbietet sich nichts und sollte sich auch nichts verbieten. Das heißt nicht mehr, als dass du es in deinem eigenen Schaffen in Dingen Erotik nur höchstens bis zum Klischee bringen würdest.
 

Mimi

Mitglied
Es gibt nichts Schlimmeres in der Literatur als Erotik/Sex. Man mache Sex, aber halte das Maul, schreibe kein Wort darüber!
Eine Kultur des verordneten "Maul-Haltens" kann (und will ) in der Kunst, sowie in einer freien und liberalen Gesellschaft, nicht mehr gelten, Béla !

Lyrik und Erotik gehörten immer schon zusammen! Vom antiken Griechenland, über die Römer, die Perser, die vorislamische arabische Poesie, Eros des Al-Andalus, bis zum Spätmittelalter über François Villon , weiter zu John Keats und Charles Bandelaire bis an die Wende des 20. Jahrhunderts zu Else Lasker-Schüler und in der heutigen Gegenwart Ulla Hahn und und und....
...ich könnte ganze Seiten füllen!

Das ist doch Sprachkrampf und mit Fotze und ficken schnell erfasst. Nur wer will das lesen ... und warum?
Sehr eindimensional! ... und so phantasielos eingeschränkt und rückwertsgewandt, ja ich meine schon klischeehaft-grausig ...
Wir haben heute in Deutschland (nicht nur in der Lyrik), die Möglichkeit, relativ frei von sogenannten Tugendwächtern und Moralisten zu schreiben...

Und Béla:

Wer sich angestoßen fühlt, greife doch sofort zur hilfreichen Collection von schwarzen Zensurbalken, die sich in passender Größe über die Zeilen schieben lassen...

Nur so als Tipp...
 

Franke

Foren-Redakteur
Teammitglied
@Béla

Es gibt nichts Schlimmeres in der Literatur als Erotik/Sex. Man mache Sex, aber halte das Maul, schreibe kein Wort darüber!
Wenn dir das Thema eines Gedichtes nicht zusagt, ist dies noch lange kein Grund, der Verfasserin den Mund zu verbieten.
Als Moderator rate ich dir dringend deine Ausdrucksweise hier auf der Leselupe zu überdenken. Sie ist eines Literaturforums absolut unwürdig.
 
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