Liebesgeständnis (gelöscht)

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Walther

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hi hansz,
danke für deine wertung. vielleicht liefert der werter ja noch eine begründung samt verbesserungsvorschlägen. ich würde mich freuen, lernen zu dürfen ...
lg W.
 

Walther

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och,

lb hansz,

wenn es den a.s zu wohl wird, lösch ich den text. keiner braucht was lesen, das ihm nicht gefällt. :)

lg W.
 

Benjamin

Mitglied
Da es sonst niemand zu wagen scheint, musst du wohl mit meiner Kritik auskommen.

Soweit ich verstehe, verwechselt ein Jugendlicher Liebe mit Sexualität oder hält Sexualität irrtümlicher Weise für Ausdruck von Liebe. Das ist auch gut durch die Pointe getroffen.

Mir erschließt sich jedoch diese Assoziation mit dem Wald nicht.

Der Wald bringt Leid und nicht das Glück.
Der Wald ist zwar Schauplatz, aber was hat er hier mit Glück, Leid oder dem Geschehenen zu tun? Der Übergang zu der Lichtung und den Wipfeln funktioniert auch ohne recht gut.

Sie läuft allein den Weg zurück.
Er bleibt und sitzt und muss sich sammeln.
[red]Der Wald bringt Leid [/red]und nicht das Glück.
Der Traum wird auf der Bank vergammeln.
Fände: [blue]So wahr ihm Leid und nicht das Glück.[/blue] besser.
 

Mondnein

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Der Wald ist Hintergrund der Situation. Glück und Pech erscheinen sitationsgebunden, man verbindet sie mindestens assoziativ mit dem Erfolg oder Mißerfolg.

Das ist natürlich Projektion, genau so wie auch die Liebe des Verliebten. Eigentlich schlicht und klar in dem Zusammenhang, in der knappen Folge der Wendungen.
 

Benjamin

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Mein Vorschlag war Blödsinn seh ich grad, nicht nur grammatikalisch.

Irgendwie funktioniert das für mich aber nicht richtig.
Er sammelt sich/geht in sich, dann bringt der Wald...
Mit dem bringt wird der Wald auch Ursache, oder man kann es so missverstehen. Nachdem der Protagonist in sich geht erwartet man doch eher eine Reaktion. Dann gleich auf den Wald und zurück auf die Bank finde ich einen harten Schnitt.

Aber ich bin viel zu müde für das hier. Man versteht ja hoffentlich was ich meine.
 

Walther

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hi Benjamin,

danke fürs reinlesen und besprechen.

der wald spielt in diesem gedicht eine zentrale rolle. wenn du dir zeit nimmst, wird dir auffallen, daß er nicht weggelassen werden kann. auch s2v3 nicht. und genau da scheint dein problem zu liegen.

ich möchte dir ein wenig aufklärung geben. wer sich mit der poesie eines sprachraums beschäftigt, solle ein wenig in den bezugsraum eintauchen. daher ist das lesen von guter poesie ncht nur wichtig für die geschmacksnerven, was metren und formen angeht; vielmehr schafft es ein verständnis dafür, welche bedeutungsebenen bestimmte bilder sozusagen huckepack mit sich herumtragen.

der wald und der baum sind in der deutschen literatur regelrecht "bedeutungsschwanger". wenn also ein lyriker, der ein bißchen etwas auf sich hält, ein humoristisches textchen verfaßt, dann sollte man vorsicht walten lassen. es könnte sein, daß er den leser ein wenig an der nase herumführen will.

lg W.
 

Walther

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Hi hansz,

in der tat ist das richtig. ich habe zu s2v3 noch ein wenig hintergrund gegeben. :)

danke für deinen eintrag!

lg W.
 

Tula

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Hallo Walther

etwas abwesend in den letzten Tagen (ich), aber ich hatte es dennoch gelesen und gebe zu, dass mir die 'mässäge' ebenfalls nicht total klar war.
Was mich etwas verwirrte, ist eigentlich die erste Strophe:

...
Sie gibt ihm einen Kuss zum Dank;
Beim Mehr bekommt er Stunk und Hiebe.


Der Kuss ist eigentlich vielversprechend, ein guter Anfang und kein Grund zum Verzweifeln. Da der Held des Gedichtes die Schöne aber im Nu wieder vergisst, könnte (als Rechtfertigung) die Ablehnung der Dame unwiderruflicher sein. Vielleicht:

Im Wald, auf einer kleinen Bank
Gesteht er ihr die große Liebe.
[red]Berührt die Hand ... Doch kommt als Dank
ein Schrei, ein 'Nein!' dann Stunk und Hiebe.[/red]

Aber da du dir das Ganze ja sicher genau durchdacht hast, komme ich zur Deutung, dass es dem Jüngling nur um das 'Mehr' (denn er liebt sie ja gar nicht wirklich) ging, der 'Traum' war nur fleischlicher Natur, beim 'Schmerz' geht es allein um den verletzten Stolz des jungen Mannes.


LG
Tula
 

Walther

Mitglied
Lb Tula,

danke für den eintrag. was ich gedacht habe, ist weniger wichtig als das, was du als leser denkst. als autor möchte ich dem leser die freiheit der interpretation belassen. warum den inhalt weiter einschränken?

deine formulierung macht den deckel zu, interpretieren ist erledigt. genau das will ich nicht. daher paßt dein vorschlag auch nicht in den leichthändigen duktus des restlichen gedichts. und um dieses spielerische, lakonisch antupfende, darum geht es hier.

lg W.
 
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