Luana Solari

jon

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Ein paar Details (die falschen Leerzeilen lasse ich mal unkommentiert):

Kapitel 1


Mein aschblondes Haar bildet einen schmalen Vorhang entlang meiner Wangen, eine kleine Barriere zwischen mir und dem Rest des sterilen Großraumbüros.
Ich hatte schon mal angedeutet, dass sowas nicht glaubhaft ist. Im Alltag denkt niemand an seine Haarfarbe und Frisur.

Die Global Trust Bank riecht nach Desinfektionsmittel und teurem Kaffee.
Da ich nicht weiß, wie teurer Kaffee (im Gegensatz zu nicht-teurem) - vor allem in Kombination mit Desinfektionsmittel-Geruch - riecht, erzeugt das bei mir keinen "Sinneseindruck".

Aus der Personalküche direkt hinter mir dringt das vertraute Klirren von Porzellan. Und dann fallen die Worte, leise, aber scharf wie Glasscherben, die mich schneiden.
Merkwürdiger Bezug. Wie scharf könnten Glasscherben sein, die mich nicht schneiden?

»Hast du sie heute Morgen gesehen?« , flüstert Marc. Ich höre das unterdrückte Grinsen in seiner Stimme. »Ich wollte ihr nur die Quartalszahlen bringen, aber sie sieht dich nicht einfach an. Sie fixiert dich richtig.»
Ich verstehe das Grinsen nicht. Luana soll doch unheimlich wirken - was ist daran erheiternd?
Zeichenfehler

Ein kurzes, trockenes Lachen von Sarah folgt. »Gott, ich weiß genau, was du meinst. Diese Augen … unheimlich. Als ob sie direkt in dich hineinsieht bis in deine dunkelsten Geheimnisse. Ich trau mich kaum, ihr länger als zwei Sekunden zu begegnen.«
Auch hier: Warum lacht sie angesichts dieser Zumutung (hineinsehen bis in dunkelste Geheimnisse)?
Sich zu begegnen heißt doch noch lange nicht, gemustert zu werden. Aber okay - Menschen reden eben nicht druckreif.


Doch der Mann war unruhig auf seinem Stuhl hin- und hergerutscht, während seine Frau sich aus der Couch erhob.

Verstehe ich das richtig, dass das Paar nicht zusammensitzt? Das wirkt schon komisch.

»Du, Schatz, das Mädchen ist mir irgendwie unheimlich. Wie sie einen anstarren kann … lass Lass uns nach einem anderem suchen.«

Dieser dumpfe, alte Schmerz in meiner Brust, der eigentlich nie ganz weg ist, lässt den Stachel tiefer in mein Fleisch dringen.
Das mit dem Stachel ist ein Bild für Schmerz. Also: Der immer vorhandene Schmerz erzeugt Schmerz. Nein: Es ist nicht der Schmerz, der den Stachel treibt, es sind die Worte der Kollegen.

Eine Abweisung, an die ich mich gewöhnt haben sollte, und die mich doch jedes Mal aufs Neue bricht.

Brechen ist zu stark. Wenn jemand bricht, ist er danach zer-/gebrochen - jemand, der immer wieder bricht, ist nur noch ein Scherbenhaufen aus lauter ganz, ganz kleinen Scherben. So jemand kann keinen Job mehr machen.

Nach meiner Tasche greife ich nicht.
Mal merken!

Ein kleines, bescheidenes Häuschen, aber jeder Ziegel, jede Diele darin gehört mir. Der erste Ort in meinem Leben, an dem mich niemand wegwünschen kann. Kein Waisenhaus, keine Pflegeeltern, kein kahles Büro. Nur ich.
Weder "Pflegeltern" noch "ich" sind Orte.

In meiner Tasche krame ich nach dem Schlüssel, als sich nebenan eine Tür öffnet.
In welcher Tasche? (siehe oben)

Er ist sechzig, hat Lachfalten, die wie kleine Landkarten um seine Augen verlaufen.
Eine Lachfalte kann - auch bildhaft - keine Landkarte sein, mehrere keine Landkarten. Die Falten können wie Linien auf einer Landkarte wirken (wobei das eine merkwürdige Landkarte wäre, wo alle Wege/Höhenlinien auf einen Punkt zulaufen).

»Wie war die Arbeit? Haben sie dich heute wieder mit Akten begraben?«, fragt er mit einem freundlichen Lächeln.
unter Akten begraben oder mit Akten zugeschüttet

Das Bild der Küche flammt wieder auf.
Welches Bild? Luana hat die beiden nur gehört.

Der Schmerz sticht kurz zu, aber ich schiebe ihn mit aller Kraft beiseite.

Wenn er nur kurz zusticht, braucht sie nicht viel Kraft.

Meine Gesichtsmuskeln zwinge ich zu einem Lächeln, das hoffentlich echt wirkt. KEIN ABSATZ
»Ach, alles so wie immer«, antworte ich und zucke leicht mit den Schultern. »Ein Tag wie jeder andere.«
Mr. Sullivan legt den Kopf schief. Sein Blick ist ruhig, nicht bewertend, aber er scheint für einen Augenblick an der Oberfläche meiner Fassade zu kratzen. »Mach dir nichts draus, Kindchen«, sagt er sanft. »Du bist noch so jung und hast dein ganzes Leben vor dir. Lass dich vom grauen Alltag nicht unterkriegen.«
Ein Schauer läuft mir über den Rücken. Als würde er direkt hinter meine Maske blicken, als würde er die Risse sehen, die ich so mühsam verberge.
Entweder der Blick kratzt nur an der Fassade oder er durchdringt die Maske.

Ich nehme einen tiefen Atemzug, vertreibe die Gedanken, löse meine Schuhe, und stelle sie ordentlich nebeneinander, genau parallel, wie ich es immer tue.
… die Schuhe lösen? Die Schnürsenkel kann man lösen, auch Klett- oder andere Verschlüsse.

Meine Tasche landet auf der Kommode.
Welche Tasche?

Ordnung gibt mir Halt.

Dann "landet" die Tasche nicht auf der Kommode, dann heißt, dass sie sie ohne konkretes Ziel von sich geworfen hat.

… das giftige Flüstern aus der Büroküche. Ich will alles im Abfluss verschwinden sehen. ABSATZ Mit langsamen Schritten gehe ich ins Badezimmer und schalte das Licht ein. Die hellen LED-Paneele fluten den Raum mit einem klinischen Weiß. HIER DAFÜR KEIN ABSATZ
Für einen winzigen, grausamen Moment schleicht sich ein Gedanke in mein Bewusstsein, den ich geglaubt habeKOMMA wegsperren zu können:
… anhaben. Ich brauche niemanden. ABSATZ Nur diese Stille. Ich fange an, mich auszuziehen, während der erste Dampf den Spiegel beschlägt und mein unheimliches Ebenbild langsam im weißen Nebel verschwinden lässt.

_______


Das Licht, das durch die Ritzen meiner Jalousien dringt, ist nicht golden.
Warum sollte es auch golden sein, wer hat das warum postuliert?

Ein Gefühl von Ohnmacht überflutet mich, gepaart mit einer Morgenübelkeit, die mich in das Kissen drücken.
drückt

Wenn ich nicht dazugehören kann, will ich wenigstens funktionieren. ABSATZ Mit einer Anstrengung, die mich meine gesamte Kraft kostet, schäle ich mich aus der Decke. Die kühle Zimmerluft beißt in meine Haut.
DAFÜR HIER KEIN ASBATZ
Wie ein Schlafwandler bewege ich mich. Im Badezimmer angelangt, schalte ich das Licht nicht ein, nur das Morgenlicht scheint durch das kleine Fenster.
Nur ein kurzer Blick in den Spiegel, um zu prüfen, ob ich noch da bin.
Das ist der mit Abstand beste Teil in dem ganze Text.

Aber ich verbiete es mir. Nicht heute. Ich weiß, was mich dort erwartet: Diese diese Augen, die mich wie zwei Eindringlinge aus meinem eigenen Gesicht heraus anstarren würden.
Diese Konfrontation kann ich heute Morgen nicht gewinnen.
Man kann Konfrontationen nie gewinnen, Kämpfe schon. Davon abgesehen: Wie würde denn der Sieg aussehen? Wie die Niederlag?

Jeder Schritt auf dem Asphalt fühlt sich an wie ein der Gang zum Schafott.

Die Glocke über der Ladentür schrillt hell und schneidend, als ich die Bäckerei betrete.
in der vermittelten Aussage doppelt gemoppelt
Bitte merken: Sie schrillt. (Wobei das bei einer Glocke nur schwer zu erreichen ist.)

Ein Geruch, der eigentlich Geborgenheit verspricht. Als sich mein Magen schmerzhaft zusammenzieht.

Sprachlich falsch. Zu "als" gehört ein zweites Ereignis.

Auf dem Tresen, zwischen ihr und der Verkäuferin, liegen zwei Kirschplunder und ein dampfender Becher.
Der Becher liegt??


Sie sieht so menschlich aus. So verletzlich. Ein törichter Impuls schießt durch meinen Körper. Ohne nachzudenken, greife ich in meine Tasche. Meine Finger schließen sich um das glatte Leder meines Portemonnaies. In meinem Kopf formt sich ein verzweifelter Plan, ein letzter Versuch, die Brücke zu schlagen, die sie gestern eingerissen haben. Wenn ich jetzt großzügig bin, flüstert eine kindliche Stimme in mir, wenn ich sie aus dieser Peinlichkeit rette, wird sie sehen, dass ich kein Android bin. Dass ich ein Herz habe. Und dann vielleicht ...
Viel zu viel! Es ist ein Impuls - keine sorgsam geplante Aktion, kein "Plan", der sich erst noch formt. Zu "Impuls" passt besser:
Sie sieht so menschlich aus. So verletzlich. Ein törichter Impuls schießt durch meinen Körper. Ohne nachzudenken, greife ich in meine Tasche und hole mein Portemonnaie heraus. »Ich kann das für dich zahlen, Sarah«, sage ich.


… der Angst meiner Kühnheit.

Angst vor der eigenen Kühnheit, das ergibt Sinn.

Als hätte ich ihr keine Hilfe angeboten, und stattdessen sondern sie mit Dreck beworfen.
»Das brauchst du nicht.« Ihre Stimme ist so scharf, dass sie den warmen Duft im Raum schneidet. »Ich werde schon klarkommen.«
»Es tut mir furchtbar leid«, sagt Sarah zu ihr, und ihre Stimme wechselt in einen Tonfall bürgerlicher Höflichkeit, den sie für mich nicht übrig hat. »Ich muss die Sachen hierlassen.«
Wie wäre ein Tonfall bürgerlicher Höflichkeit, den sie für Luana übrig hat?

Ihre grünen Augen strahlen eine Wärme aus, die so echt und ungetrübt ist, dass es mich schmerzt.
Die Türglocke bimmelt ein letztes Mal, dann bin ich mit meiner ausgestreckten Hand und dem nutzlosen Portemonnaie allein.
Entweder die Glocke bimmelt oder sie schrillt.
Sie ist doch gar nicht allein, die Verkäuferin ist doch noch da. Und nutztlos ist die Börse auch nicht - es sei denn, Luana wollte in der Bäckerei nur mal schnuppern.

Der Schmerz in meiner Brust ist kein dumpfes Echo mehr. Er ist akut. Er brennt. Ein echter Schlag ins Gesicht wäre gnädiger gewesen; er hätte wenigstens eine sichtbare Wunde hinterlassen. Aber diese lautlose, soziale Hinrichtung hinterlässt eine Leere, die mich von innen heraus aufzufressen droht.
Zu viel und in diesem Satz auch viel zu viel Kopf für das Gefühl.

Ich stehe in der Wärme der Bäckerei und fühle mich, als wäre ich inmitten der Arktis ausgesetzt worden. Mein Verstand braucht Sekunden, um die Hand wieder zu senken. Das Portemonnaie fühlt sich bleischwer an, ein unnützes Stück totes Leder. Meine Knie zittern, dass ich mich beinahe am Tresen abstützen muss, um nicht einfach in mich zusammenzusacken. Die Stille, die Sarah hinterlassen hat, dröhnt in meinen Ohren wie einsetzender Tinnitus.
… ach du grüne Neune, das "Rumgefühle" geht ja noch weiter. Entschuldige bitte, dass ich das so deutlich sage, aber an dem Spruch "Getretener Quark wird breit, nicht stark" ist schon was dran. Lass doch einfach mal die Situation wirken, statt sie mit Gedanken-Palaver zu übertönen!

Das leise Knistern der Papiertüte wirkt provokativ in der Stille.

Mooooment! Die Teilchen waren in einer Tüte? Wie konnte Luana dann vorhin sehen, dass es Kirschplunder sin?

Der Boden unter meinen Füßen fühlt sich instabil an, als bestünde er aus dünnem Glas, das bei einer falschen Bewegung zerspringt.
Schon wieder so ein seltsamer Bezug. In diesem Fall ist dieser Teil überflüssig - "dünnes Glas" ist Bild genug für ein die Gefahr, dass der Boden einbricht.

Ich räuspere mich hastig, spüre die Hitze der Scham meinen Nacken aufsteigen.
an meinem Nacken oder heraufsteigen

In der verzerrten Spiegelung der Oberfläche klafft mir mein eigenes Gesicht entgegen
?? Ein Spalt kann klaffen oder ein Abgrund. Ein Gesicht nicht, auch nicht als Spiegelbild.

Kaum ist der Gedanke gedacht, trifft mich ein Peitschenhieb des Selbsthasses. Wie tief bin ich gesunken, dass ich eine menschliche Regung, die nicht aus Hass besteht, sofort als Lüge abstempeln muss? Ich verurteile diese Frau für ihre sanfte Natur, nur weil ich selbst verlernt habe, wie es sich anfühlt, ohne Hintergedanken angesehen zu werden.
Unglaubhaft. Luana ist so geschädigt vom ewigen Abgelehntwerden, sie denkt bei jedem erst mal, dass er sie auch ablehnt. Nur Erfahrung mit der betreffenden Person kann sie umstimmen - und es klingt nicht so, als habe sie die Verkäuferin jemals vorher auch nur gesehen.


Sie bietet mir eine Normalität an, die ich nicht annehmen kann, ohne daran zu zerbrechen.
Was zum Teufel soll das heißen? Wie sollte dieses Zerbrechen denn hier aussehen?

»Danke.«, bringe ich hervor.
Meine Worte klingen hohl, wie aus einem unergründlichen Brunnen.
Was ist ein "unergründlicher Brunnen"?

Ich greife nach dem Becher und der Tüte, meine Bewegungen sind hölzern, die einer Puppe gleichen.

Hier stimmt der Bezug auch grammatisch nicht. Außerdem ist der Attributsatz eine komplette inhaltlich Dopplung zu "hölzern".

Als ich den Laden verlasse, stößt mir die warme Morgenluft entgegen.
Luft stößt?
 



 
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