lüg mir die schlehen süß

4,00 Stern(e) 5 Bewertungen
lüg mir die schlehen süß. oder lies mir den schnee. höre
ich habe das meer zu grabe getragen auf den gipfeln der herzen.
aus der tiefe stiegen die tiere zu tisch. ich gab von der leber.
ich gab von den augen. ich gab von den herzen.
lüg mir die schlehen süß. oder zähle die glieder der puppe.
als ich noch lebte waren die hände der bauch. der kopf.
jetzt tanzt du die füße an fäden zu pfaden in felsen die fallen.
lüg mir schlehen süß denn zwölf federn sind die zahlen der uhren.
als ich noch kind war verstand ich die sprache der krähen.
aus der tiefe steigen die tiere zu tisch. ich geb von der leber.
ich geb von den herzen. oder lies mir den schnee wie ein märchen
vom knusperhaus. ich bin die hexe, ich reiche die knochen.
lüg mir die schlehen süß. ich werde sie kosten.
 

juttavon

Mitglied
Lieber Patrick, ein starkes Gedicht, prall von Gefühl ohne eine Spur von Sentimentalität - wirklich ein gelungenes aus der tiefe"

Eine Kleinigkeit: In der 8. Zeile würde ich den Artikel einfügen,so wie im Titel usw. auch:
lüg mir die schlehen süßDer Text ist dicht genug; dieser Satz leihert auch mit der genauen Wiederholung nicht aus.
Herzlichen Gruß, Jutta
 
lüg mir die schlehen süß. oder lies mir den schnee. höre
ich habe das meer zu grabe getragen auf den gipfeln der herzen.
aus der tiefe stiegen die tiere zu tisch. ich gab von der leber.
ich gab von den augen. ich gab von den herzen.
lüg mir die schlehen süß. oder zähle die glieder der puppe.
als ich noch lebte waren die hände der bauch. der kopf.
jetzt tanzt du die füße an fäden zu pfaden in felsen die fallen.
lüg mir die schlehen süß denn zwölf federn sind die zahlen der uhren.
als ich noch kind war verstand ich die sprache der krähen.
aus der tiefe steigen die tiere zu tisch. ich geb von der leber.
ich geb von den herzen. oder lies mir den schnee wie ein märchen
vom knusperhaus. ich bin die hexe, ich reiche die knochen.
lüg mir die schlehen süß. ich werde sie kosten.
 
lüg mir die schlehen süß. oder lies mir den schnee. höre
ich habe das meer zu grabe getragen auf den gipfeln der herzen.
aus der tiefe stiegen die tiere zu tisch. ich gab von der leber.
ich gab von den augen. ich gab von den herzen.
lüg mir die schlehen süß. oder zähle die glieder der puppe.
als ich noch lebte waren die hände der bauch. der kopf.
jetzt tanzt du die füße an fäden zu pfaden in felsen die fallen.
lüg mir die schlehen süß denn zwölf federn sind die zahlen der uhren.
als ich noch kind war verstand ich die sprache der krähen.
aus der tiefe steigen die tiere zu tisch. ich geb von der leber.
ich geb von den herzen. oder lies mir den schnee wie ein märchen
vom knusperhaus. ich bin die hexe, ich reiche den knochen.
lüg mir die schlehen süß. ich werde sie kosten.
 

Blumenberg

Mitglied
Lieber Patrick Schuler,

ich bin eben über dein Gedicht gestolpert und muss mich dem Lob meiner Vorredner anschließen. Dir gelingt ein komplexes Gedicht, dessen Intensität durch den dicht gedrängten Text noch unterstrichen wird. Auch die Wiederholungen stören dabei in keiner Weise, da zwischen ihnen mehr als ausreichend Inhalt geboten wird und sie so das Ausgesagte sinnvoll umklammern statt einfallslos zu wirken.

An einer Stelle in der sechsten Zeile habe ich mich gefragt ob hier nicht ein Komma statt des gesetzten Punkts sinnvoller wäre.

als ich noch lebte waren die hände der bauch. der kopf.
also:
"als ich noch lebte waren die hände der bauch, der kopf."



Beste Grüße

Blumenberg
 
lüg mir die schlehen süß. oder lies mir den schnee. höre
ich habe das meer zu grabe getragen auf den gipfeln der herzen.
aus der tiefe stiegen die tiere zu tisch. ich gab von der leber.
ich gab von den augen. ich gab von den herzen.
lüg mir die schlehen süß. oder zähle die glieder der puppe.
als ich noch lebte waren die hände der bauch, der kopf.
jetzt tanzt du die füße an fäden zu pfaden in felsen die fallen.
lüg mir die schlehen süß denn zwölf federn sind die zahlen der uhren.
als ich noch kind war verstand ich die sprache der krähen.
aus der tiefe steigen die tiere zu tisch. ich geb von der leber.
ich geb von den herzen. oder lies mir den schnee wie ein märchen
vom knusperhaus. ich bin die hexe, ich reiche den knochen.
lüg mir die schlehen süß. ich werde sie kosten.
 

Oben Unten