Marktgeschrei verliert

Mondnein

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[ 4]Marktgeschrei verliert


Marktgeschrei verliert dich Flüstergetüte
Brimborium leise verdorrter Raschelköpfe
Insektengerippe foliert haarblattfeine Govindas
Schmalztrockene Schneckenfühler brummelt
der Monadenstrecker in weichen Wollen

Und schaust heraus so guckelig lieber Zipp
und nicht Hurra nicht Oweh nicht Soso
sondern weniger noch wimperst du mir zu

Mikado spannt sich dein Stufenblick her
Toronto sieben die Preislisten viertens
Tomato müssen Gemüse genießen und heißen
und gelber noch sprießen und spreizen
Potato und Safran beizeiten zurücken
verdottert zirkaden Limonen Onaden
Sieh bald sieh Zen frappant maintenant

Zagen und zäumen elf Maden Mananen
sagen und säumen ananen Plant
Bagen und Bäumen Ramana Mahant
Die alten Alleen säumen vakant
den Zaun deiner Zähne
Athene
 

Mondnein

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da war ich noch jung

Stammt aus meiner Schulzeit. Oder Zivildienstphase in den Siebzigern. Noch vor den gereimten Liedern des "Siebensterns",
http://12koerbe.de/hansz/dicht.htm

Ich kehre erst mit meinen fünf "Hundertliederbüchern" der letzten drei Jahre (das sind all die Gedichte in Kleinschreibung) zu den "alten" Avantgarde-Freiheiten zurück, die mit der Sprache, dem Verstand und den Metaphern spielen,
d.h. seit dem "Neunstern" -
http://12koerbe.de/hansz/9-stern.htm
 

Tula

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Hallo Mondnein

in meiner Schulzeit waren Gedichte eher Pflichtlektüre. Alle Achtung! - Ich vermute, das Marktgeschrei kommt aus Indien, grelle Farben und allerhand merkwürdiges Zeug. Ramana Mahant konnte ich mir nicht ergoogeln, kam aber auf Ramana Maharshi (?)

Ganz nebenbei: dass sich im 'Kometenabschaumrosenstrudel' gleich drei Kompositionen verbergen, darauf muss man erstmal kommen. Ich eher durch Zufall.

LG
Tula
 

Mondnein

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Lieber Tula,
klick lieber den Analyse-Button, das ist besser als der Assoziations-Button. Dann kann der Autor auch auf gleicher Ebene, also per Analyse, darauf antworten. Das gehört zu den Standards der Leselupe. Denn wenn der Autor per Analyse auf die angebliche bloße "Textssoziation" antwortet, wird seine Analyse bzw. sein Selbstkommentar gleich ausgeblendet. Dazu kommt noch, daß der Textanalyse-Button den Text in der Liste nach oben hebt, er versinkt nicht so schnell im Abgrund des Vergessens, d.h. auf der Seite Zwei, wo keiner ihn mehr besucht.
Das kennst Du ja eigentlich aus dem Club der Ungereimten, die einander kommentieren wie nun ja, eben wie Clubmitglieder. Bei festen Formen und Gereimten wird nicht so vernetzt kommentiert, da geben sich die Reimer die Arschkarte.

Also zum "Kometenabschaumrosenstrudel": Meinst Du mit "Kompositionen" die Komposita, die hier zu einem Kompositum zusammengefügt sind? Es ist ja nur ein Kompositum, allerdings ein ziemlich langes - ich zähle die Glieder:
Kometen-Abschaum-Rosen-Strudel - es sind vier Substantive, wobei das zweite (Ab-Schaum) aus einer Präposition plus Substantiv besteht, macht zusammen fünf Kompositionsglieder.

Ich schreibe diese Antwort gleich noch als Kommentar unter dieses Lied, wie es in der Leselupe steht (im eben erwähnten Abgrund des Vergessens), das hebt es hier auf die erste Seite hinauf. Mal sehn, ob mein Selbstkommentar gleich mit Ausblendung bestraft wird. Ist schon möglich, aber einen Versuch wert.
Let's do it.

grusz, hansz
 

Mondnein

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Habs gemacht. Ist im Gereimten gelandet. Titel: "Eingeständnis".

Dort ist als letzter Eintrag damals, vor drei Jahren, schon ein Selbstkommentar gelöscht worden. Zu den Gliedern dieses Kompositums, mit einem Hinweis auf James Joyce, Finnegans Wake, Seite eins ...

haha - déjà vu
 

Tula

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Hallo Mondnein

nun gut, ich werde mich bessern! - D.h. ich klicke normalerweise nur auf "Konstruktive Vorschläge oder eine tiefere Analyse", wenn ich wirklich versuche, auf irgendeine Art Textarbeit zu machen.

Zum Eingeständnis: ich meinte, dass auf deiner Seite allein bei diesem Wort (Kometenabschaumrosenstrudel) drei mp3 'angelinkt' sind. Mir gefiel die Idee und auch wie du sehr oft die Verbindung zwischen Musik und Lyrik herstellst. Mir jedenfalls gefällt das Eingeständnis, auch wenn sich da wieder zwei schlechte Bewertungen eingefunden haben.

Das Marktgeschrei - nun, ist es wirklich ein experimentelles bei dir (weil es nicht gereimt ist)?
Wie gesagt, einige Bilder finde ich fantasie-anregend, anderes ist mir zu weit ab (Onaden - ein Bezug auf die Kriege im alten Rom? - Mananen - fand ich erst gar nicht). - Hier wird der Leser überfordert.

LG
Tula
 

Mondnein

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Ah, ich war ein wenig "überfordert", wie Du es nennst, Tula, wenn man etwas nicht versteht. Du meintest tatsächlich "Kompositionen", und zwar die, die auf der "dicht"-Seite der Zwölf Körbe unter dem Titel "Siebenstern" als links den letzten beiden Verszeilen des Liedes "Eingeständnis" unterlegt sind.

Ja, das ist schon eine ziemliche Matroschka, ein mehrfach ineinandergeschachteltes Paketepaket.

Nun "esperimentell" an diesem Lied hier sind gerade die sinnfreien Neologismen, eine Art Worttrümmerreste mit Assoziationsoffenheit. So, wie auch sonst in diesem Stück hier die Bildern frei miteinander verhakt sind, die Ejektionen, Klänge, die mit ihnen kubistisch mehrdimensional ineinander spiegelnden Assoziationen usw.

Muß nun los, arbeiten, grusz, hansz
 

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