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Label

Mitglied
Lieber Herbert

gefällt mir gut, dein "Fadengedicht" (Faden, weil sich ein nachvollziehbarer Faden durch die verschiedenen Gedanken zieht)

jede einzelne Zeile bietet Raum für weiterführende Gedanken/Hintergedanken
Dein Gedicht transportiert in einfachen, klaren Worten viel reife Einsicht in das Leben
ja, gefällt mir gut

mit einem lieben Gruß
Label
 

HerbertH

Mitglied
Liebe Label,

die Bezeichnung Fadengedicht finde ich treffend, die kannte ich bisher nicht. Ich freue mich, dass Du diesem Gedicht etwas abgewinnen konntest, denn es ist kein Mainstream Gedicht, sondern etwas eigenwillig und versucht, knapp und doch verständlich zu sein, was nicht immer gelingt.

Herzliche Gr?ße

Herbert
 

Label

Mitglied
öhm Fadengedicht, kein Wunder, dass du davon noch nichts gehört hast, das war meine ad hoc Erfindung als ich dein Gedicht las.

Aber, es ist mir nun schon einige male passiert, dass ich dachte ich hätte etwas erfunden und dann gab es das doch schon.

sondern etwas eigenwillig und versucht, knapp und doch verständlich zu sein, was nicht immer gelingt
das kenne ich nur allzu gut, für mich ist es mit Ausnahme von Ulktexten DIE Prämisse - knapp und verständlich - das "nicht gelingen", jepp, damit kenne ich mich bestens aus, wobei mir Eigenwilligkeit als sehr kleines Übel erscheint. ;)

lieber Gruß
Label
 

HerbertH

Mitglied
Liebe Label im Internet habe ich zum Thema Fadengedicht nichts gefunden, außer einem Gedicht fuer Kinder, bei dem sie mit einem Faden die Formen, die vorgelesen werden, vor nachlegen sollen. Das Du da im Sinn hattest, ist also wohl so noch nie genannt worden.
Liebe Grüße

Herbert
 

Cellist

Mitglied
Hallo Herbert,

ich finde dieses "Fadengedicht" auch interessant, wobei ich es eher mag, wenn diese offensichtlichen Doppelungen nicht ausgeschrieben, sondern nur einmal, dann in Form eines Scharniers geschrieben werden.
Aber auf deine Weise, und das wolltest du hier vermutlich erreichen, erreichst du eine gewisse Intensität.

LG
Cellist
 

HerbertH

Mitglied
Hallo Cellist,

ich hatte mir sogar überlegt, dass die Dopplungen laut gelesen erst die richtige Betonung und damit Intensität erfahren, hatte aber noch nicht den Impetus, eine gesprochene Version anzuhängen.

Die Scharnierfunktion ungedoppelt müsste optisch herausgehoben werden.

Eventuell stelle ich solche Versionen noch hinzu,

Auf jeden Fall hab Dank für Deine Anregung

Herzliche Grüße

Herbert
 

HerbertH

Mitglied
Beide Versionen

Hallo miteinander,

ich habe jetzt beide Versionen zum Lesen und zum Hören aufgenommen.

Welche der beiden Versionen besser ankommt, würde mich interessieren.

LG

Herbert
 

HerbertH

Mitglied
Liebe Label,

danke für Deine Einschätzung. Beim lauten Lesen gefällt mir die ursprüngliche Fassung auch besser.

Liebe Grüße

Herbert
 

Mondnein

Mitglied
Wenn das Doppeltgesagte, lieber HerbertH,

nur einfach da steht, reißt die zweite der beiden Formulierungen, die sich das "Scharnier" teilen, die Bedeutung des (nur einmal) Gesagten an sich, sie geht dem vorher Gesagten leicht verloren.
Das Vorhergesagte ist dann immerhin noch eine Art Vorstufe zur folgenden Formulierung, und diese wird zur bloßen Vorstufe des nächsten Verses, und der dann zur Vorstufe des folgenden, hier vier mal.
Vergleicht man es mit einer Modulationstreppe, z.B. in vier Sequenz-Schritten den Quintenzirkel hinauf etwa von Adur zu (Dedur zu (Gedur zu (Cedur))) - dann scheint in der Musik trotz der Umdeutung der Tonart in jedem jeweiligen Schritt zur Dominante der nächsten Stufe, die selbst von der vorläufigen Tonika in die Dominante der dann folgenden Tonart umgedeutet wird, in einem logisch-fließenden Zusammenhang, es geht nichts an "Sinn" verloren; aber bei Sprache könnte das anders sein.

Durch die doppelte Formulierung des "Scharniers" kann man auf dem Treppenabsatz haltmachen und neu einatmen, bereit zum Sinnwechsel der Worte.

Andererseits ist Dichtung Verdichtung, Verknappung, und Du bist modern genug, das Extrem der Kürze zu suchen.

Ich hoffe, das war nicht zu strukturell-abstrakt. Ich liebe solche Modulationstreppen, gerade in analytischer Sicht, in der Betrachtung des Denkvorgangs, des aufblühenden Begreifens, der logischen Gesetzmäßigkeit.

Wie man das auch in verkofferten Wortreihungen verdichten kann, wie "Erkenntnisbaum" verkoffert mit "Baumkuchen" einen "Erkenntnisbaumkuchen" schichtet, wie der Geist in James Blonds Sandkasten, siehe daselbst. Sinnschichten, Modulationstreppen, Deutungsumschläge, Scharniere.

grusz, hansz
 

HerbertH

Mitglied
Lieber Hansz,

Du hast recht, wenn man es vor sich sieht, ist die Dopplung des Scharniers nicht unbedingt nötig.

Wenn es aber laut gelesen wird, ist die Dopplung sehr viel einfacher zu verstehen.

Bei der Rezitation ist der Effekt ziemlich deutlich, wie ich finde.

Ich schwanke daher noch, denke aber dass ich die Dopplings-Version favorisiere.

Aber wie immer war Dein Kommentar hilfreich :)

Herzliche Grüße

Herbert
 

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