Mit aller Gewalt

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Michele.S

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"Das macht insgesamt 28€".
Onur zögerte kurz.
Schnell blickte er auf die Preistafel:
"Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren: 4,50€"
Sie waren zu viert.
Onur öffnete kurz den Mund, sagte aber nichts. Dann schloß er ihn wieder, holte seinen Geldbeutel heraus und reichte der Kassiererin wortlos einen Zwanziger und einen Zehner. Während er auf das Wechselgeld wartete, blickte er vorsichtig nach seiner Frau. Sie starrte auf einen Punkt hinter dem Drehkreuz.
Aber als Onur die Münzen entgegennahm, trafen sich für einen Moment ihre Blicke. Sie schaute sofort wieder weg.
Aber Onur bildete sich ein, dass in ihren Augen für eine Sekunde lang etwas Ähnliches wie Ekel gewesen war.


Es war ein heißer, wolkenloser Tag.
"Junge, ist das voll, hoffentlich bekommen wir noch einen Platz!" sagte Onur lächelnd zu seinen Kindern, während sie über die Parkanlage des Freibads schlenderten.
Ein paar Minuten später hatten sie es sich auf einem schattigen Platz gemütlich gemacht.
"Komm schon, Bekir, diesmal musst du auch ins Wasser, du kannst doch nicht wieder den ganzen Tag rumgammeln", sagte Sibel mit liebevoll neckender Stimme zu ihrem kleinen Bruder.
"Kein Bock, im Becken ist es viel zu voll, da kann ich doch gleich in Pisse schwimmen".
Sibel wusste, dass das nicht der wirkliche Grund dafür war, dass ihr Bruder bäuchlings auf seinem Handtuch lag und 'Harry Potter und die Kammer des Schreckens' las, während die anderen Kinder sich im Wasser tummelten.
Bekir hatte etwas Übergewicht. Er vermied es, wann immer es nur ging, sein T-Shirt ausziehen.
"Baba ist doch nicht zwei Stunden gefahren, dafür dass du jetzt hier nur rumliegst und liest. Das hättest du auch zuhause machen können. Denk an die Benzinkosten!", versuchte sie ihn zu überreden.
Bekir schien mit sich zu ringen.
"Tamam, ich komm ja schon", sagte er dann zu Sibels Überraschung. Er entblößte seinen Oberkörper und errötete leicht. Die Kinder entfernten sich in Richtung des Beckens.


Zur gleichen Zeit hatte Onur auf dem Weg zum Pommesstand einen alten Schulkameraden getroffen.
"Das gibt es doch nicht!", rief er mit falschem Lächeln. Er fand es immer etwas anstrengend, Leuten von früher zu begegnen. Er sollte Recht behalten. Tobias erzählte ihm von seiner Führungsposition bei Daimler, seinem Roman, der vor einem Monat angenommen wurde und seinem Sohn, der gerade dank eines Stipendiums in England ein Internat für Hochbegabte Kinder besuchte.
"Ich hab keine Ahnung, wo der Junge es herhat. Von mir bestimmt nicht", sagte er und lachte. Onur lächelte schwach.
Für ein paar Sekunden schwiegen beide, dann sagte Tobias rasch:
"Aber jetzt hab ich die ganze Zeit nur von mir geredet"
Onur krazte sich am Kinn.
"Du, ich wollte grade Pommes für alle holen gehen, die fragen sich bestimmt schon, wo ich so lange bleibe"
Aber Tobias ließ sich nicht abschütteln.
"Pommes, das wär jetzt genau das richtige!"
Sie liefen also nebeneinander auf die Schlange zu, die sich vor dem Kiosk gebildet hatte.
Onur musste den Mann übersehen haben.
"Hey, in Deutschland stellen wir uns an!", rief eine ungehaltene Stimme hinter ihm.
Onur ließ den Mann wortlos vorbei und holte schnell sein Smartphone heraus, um Tobias nicht anschauen zu müssen.
"Was hatte der denn für ein Problem?" fragte Tobias und lachte verlegen.
"Keine Ahnung... du, ich hab was vergessen"
Onur und lies seinen alten Bekannten verdutzt stehen und lief mit rotem Kopf in Richtung ihres Platzes.
Auf einmal fühlte er sich müde.


Irgendetwas war passiert.
Um ihren Platz herum hatten sich mehrere fremde Menschen versammelt und redeten erhitzt. Ein Junge weinte. Er blutete aus dem Mund.
"Ne oldu?" fragte er seine Frau mit nervöser Stimme.
"Gut, dass du kommst! Bekir hat einen anderen Kind eine Zahn ausgeschlagen!"
"Das war aus Versehen, Baba, ich schwöre", stotterte Bekir. Er kämpfte offensichtlich mit den Tränen.
"Er hat die ganze Zeit auf mich gezeigt und gelacht und als ich vom Dreier gesprungen bin hat er gesagt: Jetzt muss man gleich das Becken neu füllen. Ich wollte ihn nur ins Wasser schupsen, aber er ist auf dem Rand aufgeschlagen".
Jetzt meldete sich der Vater des Jungen zu Wort:
"Es ist doch normal, dass Kinder sich ein bisschen ärgern! Aber mein Sohn hat dir nichts getan, und du bist einfach so auf ihn losgegangen. Gewalt ist doch nie eine Lösung!".
Er klang wie ein Priester.
Bekir schaute eingeschüchtert an dem Mann vorbei. Dem blutenden Jungen wurde schwindelig und er setzte sich unter großer Beachtung der Umstehenden auf den Boden.
Gülten stotterte:
"Es tut mir so leid. Das sein eigentlich nicht sein Art. Geben Sie mir ihren Telefonnummer, dann wir zahlen Geld für die Zahn".
Onur hätte seine Frau in diesem Moment am liebsten in den Arm genommen.
Wenn sie unter Stress stand, konnte sie kein richtiges Deutsch mehr sprechen, das hatte er schon oft beobachtet.
Jetzt hatte sich die Aufmerksamkeit des aufgebrachten Vaters auf Gülten gerichtet: "WIESO DU NICHT BESSER AUFPASSEN AUF DEINE SOHN?" fragte er herrisch, und sprach dabei langsam und lächerlich deutlich.
Auf den benachbarten Plätzen waren die Gespräche verstummt.
Onur hatte einen seltsam metallischen Geschmack auf der Zunge. Er schaute zu seiner Frau und sein Gesicht wurde ganz heiß.
Er hörte seine eigene Stimme sagen:
"Jetzt hör mal zu du. ,... du Hund".
Er hatte das Gefühl irgendwo außerhalb seines Körpers zu stehen.
"Was fällt dir ein , so mit meiner Frau zu reden?"
Der Mann blickte ihn verblüfft an.
"Und wenn du deinem hässlichen Kind nicht beibringst, kein Arschloch zu sein, werden ihm die anderen scheiß Zähne hoffentlich auch noch rausgeschlagen".
Das war zu viel für den Vater. Er bewegte sich mit einer fürchterlichen Grimasse auf Onur zu und stieß ihm mit beiden Händen gegen die Brust.
Onur holte aus und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht.
Einige Umstehende schrien erschrocken auf.
Der Mann blutete aus der Nase.
Rasend versuchte er, sich auf Onur zu werfen, aber die anderen hielten ihn zurück.
Jetzt war auch ein Bademeister auf die Szene aufmerksam geworden.
"Wo ist denn das Problem?", fragte er.
Sofort vergaß der Mann, sich die blutende Nase zu halten.
"Der Junge da hat meinem Sohn einen Zahn ausgeschlagen und danach ist sein Vater auf mich losgegangen". Seine Stimme überschlug sich vor Entrüstung.
Der Bademeister betrachtete zuerst die blutende Nase des Mannes, dann den verletzen Jungen am Boden.
Dann wandte er sich an Onur und sagte ruhig aber bestimmt:
"Ich muss Sie bitten, das Bad zu erlassen. Ich erteile Ihnen außerdem ein Hausverbot"
Onur bemerkte unklar, dass seine Kinder ihn schockiert anstarrten.
Er machte eine wegwerfende Handbewegung und begann, Handtücher und Sonnencreme achtlos in die mitgebrachte Tasche zu werfen. Die Gespräche der Sitznachbarn waren noch nicht wieder in Gang gekommen.
Eine Minute später liefen sie unter den Blicken aller Leute mitsamt ihrem hastig verstauten Gepäck zum Ausgang.


Während der Heimfahrt redete niemand ein Wort .
Auf dem Rücksitz blickten die Kinder betroffen aus dem Fenster.
Onur umklammerte das Lenkrad.
Aus dem Augenwinkel beobachtete er seine Frau auf dem Beifahrersitz.
Sie versuchte seinem Blick auszuweichen und starrte aus dem Fenster.
Aber als sie kurz ein Taschentuch aus der Seitenschublade holte, konnte Onur sehen, dass sie lächelte.
 

jon

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… und noch so ein fleddriges fehlerstrotzendes Ding. Statt den Leselupenlesern alle Nase lang Ideenskizzen vor die Füße zu werfen, solltest du dir ein wenig Zweit nehmen und erstmal einen Text fertigmachen. So viel Respekt sollte man als Autor seinen Lesern entgegenbringen.
 

Michele.S

Mitglied
Auch hier wäre ich dankbar, wenn du ganz konkret werden würdest. Ich war eigentlich der Meinung, der Text wäre schon fertig.
Ich finde es auch etwas hart einem Text, der deiner eigenen Meinung nach noch nicht fertig ist, einen Stern zu geben. Das "primet" die anderen Leser, so dass sie keine Lust mehr haben werden, die Geschichte zu lesen. Und ich finde eigentlich schon, dass sie zumindest einen interessanten Kern hat.
 

jon

Mitglied
Auch hier wäre ich dankbar, wenn du ganz konkret werden würdest. Ich war eigentlich der Meinung, der Text wäre schon fertig.
Ich finde es auch etwas hart einem Text, der deiner eigenen Meinung nach noch nicht fertig ist, einen Stern zu geben. Das "primet" die anderen Leser, so dass sie keine Lust mehr haben werden, die Geschichte zu lesen. Und ich finde eigentlich schon, dass sie zumindest einen interessanten Kern hat.
… keine Sorge, so schlechte Wertungen ziehen Leser an. Viele wollen wissen, wie schlecht der Text tatsächlich ist. Es sei denn, sie haben beim Autorennamen schon "Nee, les ich nicht" im Kopf.
 

Shallow

Mitglied
Hallo @Michele.S,

eine Geschichte über die Diskriminierung einer türkischen Familie in einem Schwimmbad. Die Idee ist nicht schlecht, insbesondere das Verhältnis zwischen Vater und Mutter wäre m.E. noch ausbaufähig, aber mir hat die Grundidee gefallen. Manche harschen Kritiken sollte man einfach wegstecken, es gibt Kritiker, die meckern immer und grundsätzlich. Aber lieber ein paar Gedanken zum Text:

"Das macht insgesamt 28€".
Onur zögerte kurz.
Schnell blickte er auf die Preistafel:
"Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren: 4,50€"
Sie waren zu viert.
Onur öffnete kurz den Mund, sagte aber nichts. Dann schloß er ihn wieder, holte seinen Geldbeutel heraus und reichte der Kassiererin wortlos einen Zwanziger und einen Zehner. Während er auf das Wechselgeld wartete, blickte er vorsichtig nach seiner Frau. Sie starrte auf einen Punkt hinter dem Drehkreuz.
Aber als Onur die Münzen entgegennahm, trafen sich für einen Moment ihre Blicke. Sie schaute sofort wieder weg.
Aber Onur bildete sich ein, dass in ihren Augen für eine Sekunde lang etwas Ähnliches wie Ekel gewesen war.


Im ersten Satz startest du gleich mit drei Fehlern: Das letzte Anführungszeichen gehört hinter den Punkt, das erste gehört nach unten und achtundzwanzig Euro kann man entweder ausschreiben, oder aber mit Leertaste (28 €) schreiben. Das ist für einen so kurzen Satz tatsächlich sehr viel. Vielleicht solltest du eine fertige Geschichte über ein Rechtschreibprogramm laufen lassen.

Stilistisch ist es natürlich häufig eine Geschmacksfrage: "Onur zögerte kurz./Schnell blickte er auf die Preistafel: Wäre nicht auch alles drin in:
Onur zögerte kurz, blickte auf die Preistafel.

Dagegen finde ich das lapidare Sie waren zu viert sehr gut!

Dann wieder etwas umständlich: Onur öffnete kurz den Mund, sagte aber nichts. Dann schloß er ihn wieder, ...
Vielleicht besser kürzer und unbedingt mit Doppel-S? Onur öffnete kurz den Mund, schloss ihn dann wieder. Das würde implizieren, dass er nichts sagt.
Wie gesagt, Geschmackssache. Ebenso wie der Folgesatz:
... blickte er vorsichtig nach seiner Frau. Nicht eher zu?
Dann kommen zwei Sätze, die beide mit Aber beginnen, das könnte evtl eleganter.

Ich mache es kurz, grundsätzlich hat mir die Geschichte gefallen, auf die Form könnte/sollte man etwas mehr achten, stilistisch kann ich nur Anregungen geben, das sieht jeder anders.

Gern gelesen!

Schönen Gruß von
Shallow
 

Michele.S

Mitglied
Hallo Shallow

Danke für die Bewertung und den Kommentar. Mit deinen Vorschlägen hast du Recht. Danke auch dafür. Allerdings ist Fremdenfeindlichkeit eher das Nebenthema der Geschichte, nicht der Kern. Die Geschichte hätte theoretisch auch mit einem "biodeutschen" Protagonist funktioniert. Es geht eher um Scham, Status und vor allem um Männlichkeitsbilder. Der letzte Satz der Geschichte ist ganz zentral.
 

jon

Mitglied
Vorab: Dieser Plot ist besser und glaubhafter als der mit dem Pfarrer. Deutlich besser und glaubhafter. An ihm würde ich nichts ändern.

"Das macht insgesamt 28€ (1)".
Onur zögerte kurz. KEIN ABSATZ
Schnell blickte er auf die Preistafel:KEIN ABSATZ
"Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren: 4,50€ (2)"
Sie waren zu viert.
Onur öffnete kurz den Mund, sagte aber nichts. Dann schloß schloss er ihn wieder,(3) holte seinen Geldbeutel heraus und reichte der Kassiererin wortlos einen Zwanziger und einen Zehner. Während er auf das Wechselgeld wartete, blickte er vorsichtig nach seiner Frau (3). Sie starrte auf einen Punkt hinter dem Drehkreuz. KEIN ABSATZ
Aber als Onur die Münzen entgegennahm, trafen sich für einen Moment ihre Blicke. Sie schaute sofort wieder weg.KEIN ABSATZ
Aber Onur bildete sich ein, dass in ihren Augen für eine Sekunde lang(6) etwas Ähnliches wie Ekel gewesen war.


Es war ein heißer, wolkenloser Tag.(7)
1 28 Euro
2 4,50 Euro
3 Vorschlag für kürzere/griffigere Version: Onur öffnete den Mund, schloss ihn aber gleich wieder. Wortlos holte er … (Das "wortlos" nach vorn holen, näher an die Mundbewegung.)
4 Semantikfehler. Man blickt zu jemandem/etwas. "Nach" benutzt man bei einer Richtung: Man blickt nach oben/unten/Süden … (Ergänzung: Man kann auch in die Ferne oder in einen Raum sehen.)
5 Die Dopplung von "Aber" wurde schon erwähnt. Das erste ist nicht ganz logisch, das würde ich weglassen: … Drehkreuz. Als Onur …
6 Entweder für eine Sekunde oder eine Sekunde lang
7 Der Satz stört. Ich würde auch keinen neuen Abschnitt schreiben; ich würde generell die Leerzeilen aus dem Text streichen.
 

jon

Mitglied
Es war ein heißer, wolkenloser Tag.
"Junge, ist das voll, hoffentlich bekommen wir noch einen Platz!"KOMMA sagte Onur lächelnd zu seinen Kindern, während sie über die Parkanlage des Freibads schlenderten.
Ein paar Minuten später hatten(1) sie es sich auf einem schattigen Platz gemütlich gemacht.
"Komm schon, Bekir, diesmal musst du auch ins Wasser, du kannst doch nicht wieder den ganzen Tag rumgammeln", sagte Sibel mit liebevoll neckender Stimme zu ihrem kleinen Bruder.
"Kein Bock, im Becken ist es viel zu voll, da kann ich doch gleich in Pisse schwimmen".
Sibel wusste, dass das nicht der wirkliche Grund dafür war, dass ihr Bruder bäuchlings auf seinem Handtuch lag und 'Harry Potter und die Kammer des Schreckens' las, während die anderen Kinder sich im Wasser tummelten. KEIN ABSATZ
Bekir hatte etwas Übergewicht. Er vermied es, wann immer es nur ging, sein T-Shirt ausziehen.
"Baba ist doch nicht zwei Stunden gefahren, dafür dass du jetzt hier nur rumliegst und liest. Das hättest du auch zuhause machen können. Denk an die Benzinkosten!", versuchte sie ihn zu überreden.
Bekir schien mit sich zu ringen.KEIN ABSATZ
"Tamam (2), ich komm ja schon", sagte er dann zu Sibels Überraschung. Er entblößte seinen Oberkörper und errötete leicht. Die Kinder entfernten sich in Richtung des Beckens.
1 Du machst oft solche Hopser in die kurzfristige Zukunft und sagst dabei das, was in dieser Hopser-Zeit passiert ist. Das stört den Lesefluss. Bleib besser im Fluss: … schlenderten. Sie machten es sich an einem schattigen Platz gemütlich. Wie immer griff Bekir sofort nach seinem Buch und legte sich bäuchlings auf die Decke.
2 Ich weiß nicht, was das heißt/bedeutet. Ist es nötig? Oder kann man das im Interesse von Lesern wie mir weglassen?
 

jon

Mitglied
Zur gleichen Zeit hatte Onur auf dem Weg zum Pommesstand einen alten Schulkameraden getroffen.(1)
"Das gibt es doch nicht!", rief er mit falschem Lächeln.(2) Er fand es immer etwas anstrengend, Leuten von früher zu begegnen. Er sollte Recht behalten.(3) Tobias erzählte ihm von seiner Führungsposition bei Daimler, seinem Roman, der vor einem Monat angenommen wurdeKOMMA und seinem Sohn, der gerade dank eines Stipendiums in England ein Internat für Hochbegabte Kinder besuchte.
"Ich hab keine Ahnung, wo der Junge es herhat. Von mir bestimmt nicht", sagte er und lachte.ASBATZ Onur lächelte schwach.
Für ein paar Sekunden schwiegen beide, dann sagte Tobias rasch:KEIN ABSATZ
"Aber jetzt hab ich die ganze Zeit nur von mir geredet(4)"
Onur krazte kratzte sich am Kinn.KEIN ABSATZ
"Du, ich wollte grade Pommes für alle holen gehen, die fragen sich bestimmt schon, wo ich so lange bleibe"
Aber Tobias ließ sich nicht abschütteln.KEIN ABSATZ
"Pommes, das wär jetzt genau das richtige Richtige!"
Sie liefen also nebeneinander auf die Schlange zu, die sich vor dem Kiosk gebildet hatte.
Onur musste den Mann übersehen haben.(5)
"Hey, in Deutschland stellen wir uns an!", rief eine ungehaltene Stimme hinter ihm.
Onur ließ den Mann wortlos vorbei und holte schnell sein Smartphone heraus, um Tobias nicht anschauen zu müssen.
"Was hatte der denn für ein Problem?"KOMMA fragte Tobias und lachte verlegen.
"Keine AhnungLEERZEICHEN... du Du, ich hab was vergessenPUNKT"
Onur und lies ließ (6) seinen alten Bekannten verdutzt stehen und lief mit rotem Kopf in Richtung ihres(7) Platzes.
Auf einmal fühlte er sich müde.
1 Hier passt es, denn es ist kein Hopser mitten im Lesefluss, sondern sagt, was in der Zeit passierte, in der wir Onur nicht "gesehen" haben.
2 Das ist nicht glaubhaft. Wenn Onur nicht gern Leute von früher trifft, tut er nicht von sich aus so überschwänglich. Idee:
"Das gibt es doch nicht!", begrüßte ihn dieser.
Onur antwortete mit einem aufgesetzten Lächeln. Er fand …

3 Womit? Dass er es immer anstrengend fand? Das steht doch gar nicht in Frage. Meinst du sowas: … zu begegnen. Auch diesmal fühlte er sich schnell fehl am Platz.
4 Entweder geredet … oder geredet.
5 Welchen Mann? Ja ich weiß, das soll das Folgende erklären/vorbereiten, aber der Stolperer ist schon heftig. Ich würde die Erklärung nachlagern, also dorthin, wo auch Onur sie bekommt.
… gebildet hatte.
"Hey, in Deutschland stellen wir uns an!", rief eine ungehaltene Stimme hinter Onur.
Er drehte sich um und sah einen Mann, den er vorher nicht bemerkt hatte. Er ließ den Mann wortlos vorbei und holte schnell sein Smartphone heraus, um Tobias nicht anschauen zu müssen.

6 Da fehlt was. Meinst du … was vergessen", sagte Onur und ließ …
7 Tobias und Onur haben einen Platz? Du meinst wahrscheinlich … zu seiner Familie.
 

jon

Mitglied
Irgendetwas war passiert.
Um ihren Platz herum hatten sich mehrere fremde Menschen versammelt und redeten erhitzt. Ein Junge weinte. Er blutete aus dem Mund.
"Ne oldu?"KOMMA fragte er seine Frau mit nervöser Stimme.
"Gut, dass du kommst! Bekir hat einen anderen Kind eine Zahn ausgeschlagen!"
"Das war aus Versehen, Baba, ich schwöre", stotterte Bekir. Er kämpfte offensichtlich mit den Tränen. KEIN ABSATZ
"Er hat die ganze Zeit auf mich gezeigt und gelacht und als ich vom Dreier gesprungen binKOMMA hat er gesagt: Jetzt muss man gleich das Becken neu füllen. Ich wollte ihn nur ins Wasser schupsen, aber er ist auf dem Rand aufgeschlagen".
Jetzt meldete sich der Vater des Jungen zu Wort:KEIN ABSATZ
"Es ist doch normal, dass Kinder sich ein bisschen ärgern! Aber mein Sohn hat dir nichts getan, und du bist einfach so auf ihn losgegangen. Gewalt ist doch nie eine Lösung!".KEIN PUNKT / KEIN ABSATZ
Er klang wie ein Priester.
Bekir schaute eingeschüchtert an dem Mann vorbei. Dem blutenden Jungen wurde schwindelig und er setzte sich unter großer Beachtung der Umstehenden auf den Boden.
Gülten stotterte:KEIN ABSATZ
"Es tut mir so leid. Das sein eigentlich nicht sein Art. Geben Sie mir ihren Telefonnummer, dann wir zahlen Geld für die Zahn".
Onur hätte seine Frau in diesem Moment am liebsten in den Arm genommen.KEIN ABSATZ
Wenn sie unter Stress stand, konnte sie kein richtiges Deutsch mehr sprechen, das hatte er schon oft beobachtet.
Jetzt hatte sich die Aufmerksamkeit des aufgebrachten Vaters auf Gülten gerichtet: "WIESO DU NICHT BESSER AUFPASSEN AUF DEINE SOHN?"KOMMA fragte er herrisch,KEIN KOMMA und sprach dabei langsam und lächerlich deutlich.
Auf den benachbarten Plätzen waren die Gespräche verstummt.
Onur hatte einen seltsam metallischen Geschmack auf der Zunge. Er schaute zu seiner Frau und sein Gesicht wurde ganz heiß.
Er hörte seine eigene Stimme sagen(1): KEIN ABSATZ
"Jetzt hör mal zu du. ,... (NUR DIE DREI PUNKTE) du Hund". Hund." KEIN ABSATZ
Er hatte das GefühlKOMMA irgendwo außerhalb seines Körpers zu stehen.KEIN ABSATZ
"Was fällt dir ein ,(KEIN LEERZEICHEN VOR DEM KOMMA) so mit meiner Frau zu reden?"
Der Mann blickte ihn verblüfft an.
"Und wenn du deinem hässlichen Kind nicht beibringst, kein Arschloch zu sein, werden ihm die anderen scheiß Zähne hoffentlich auch noch rausgeschlagen".
Das war zu viel für den Vater. Er bewegte sich mit einer fürchterlichen Grimasse auf Onur zu und stieß ihm mit beiden Händen gegen die Brust.
Onur holte aus und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht.
Einige Umstehende schrien erschrocken auf.
Der Mann blutete aus der Nase. KEIN ABSATZ
Rasend versuchte er, sich auf Onur zu werfen, aber die anderen hielten ihn zurück.
Jetzt war auch ein Bademeister auf die Szene aufmerksam geworden.KEIN ABSATZ
"Wo ist denn das Problem?", fragte er.
Sofort vergaß der Mann, sich die blutende Nase zu halten.KEIN ABSATZ
"Der Junge da hat meinem Sohn einen Zahn ausgeschlagen und danach ist sein Vater auf mich losgegangen". losgegangen." Seine Stimme überschlug sich vor Entrüstung.
Der Bademeister betrachtete zuerst die blutende Nase des Mannes, dann den verletzen Jungen am Boden.KEIN ABSATZ
Dann wandte er sich an Onur und sagte ruhig aber bestimmt:KEIN ABSATZ
"Ich muss Sie bitten, das Bad zu erlassen. Ich erteile Ihnen außerdem ein HausverbotPUNKT"
Onur bemerkte unklar(2), dass seine Kinder ihn schockiert anstarrten.KEIN ABSATZ
Er machte eine wegwerfende Handbewegung und begann, Handtücher und Sonnencreme achtlos in die mitgebrachte Tasche zu werfen. Die Gespräche der Sitznachbarn waren noch nicht wieder in Gang gekommen.
Eine Minute später liefen sie unter den Blicken aller Leute mitsamt ihrem hastig verstauten Gepäck zum Ausgang.
1 Eine Stimme sagt nichts, ein Mensch sagt etwas. Also besser: hörte sich selbst sagen
2 Was meinst du? Undeutlich? Ich würde es einfach weglassen - er bemerkt es einfach.
 

jon

Mitglied
Während der Heimfahrt redete niemand ein Wort . KEIN LEERZEICHEN KEIN ABSATZ
Auf dem Rücksitz blickten die Kinder betroffen aus dem Fenster.
Onur umklammerte das Lenkrad. KEIN ABSATZ
Aus dem Augenwinkel beobachtete er seine Frau auf dem Beifahrersitz.
Sie versuchte seinem Blick auszuweichen und starrte aus dem Fenster.
Aber als sie kurz ein Taschentuch aus der Seitenschublade(1) holte, konnte Onur sehen, dass sie lächelte.
1 Ich kenne kein Auto, dass Schuladen hat, erst recht nicht an der Seite/der Tür. Seitenfach?
 

wirena

Mitglied
....mir ist vor allem augefallen

Zitat: "Ich muss Sie bitten, das Bad zu erlassen. Ich erteile Ihnen außerdem ein HausverbotPUNKT"

Das Bad ist zu verlassen für ein Hausverbot
 

Shallow

Mitglied
Ich muss jetzt mal ein Kompliment an Jon machen: Auch wenn mir dein Ton häufig nicht gefällt, hast du dir hier sehr viel Mühe gemacht. Ich glaube, so eine Rückmeldung bringt wirklich viel! Große Klasse! Ein bisschen Empathie bei einigen Kritiken und man bräuchte einen Orden. So schnell kommt es zur Verleihung nicht, fürchte ich. Aber solche Kritiken sind unbezahlbar.
 

Michele.S

Mitglied
Ja jon, trotz der schlechten Bewertung, die du gegeben hast, bedanke ich mich sehr für die große Hilfe. Ich werde den Text so bald ich kann entsprechend anpassen.
 



 
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