mit einem satz

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Perry

Mitglied
Hallo Herbert,

könnte was in Richtung "Religion" gemeint sein, alternativ könnte aber auch ein blauer Brief oder Ähnliches gemeint sein.
LG
Manfred
 
D

Die Dohle

Gast
Hallo HerbertH,

1.) kommt es anders
2.) als man denkt

gefällt mir, der kurz&knapp-zeiler

lg
die dohle
 
Lieber Herbrrt,
mir fehlt wenigstens eine Zeile, um zu erfahren aus dem Himmel welcher Hoffnung da jemand geworfen wurde...
Herzlich Grüße
Karl
 

HerbertH

Mitglied
Lieber Manfred, liebe Dohle,

freut mich sehr, dass diese Minimallyrik Eure Phantasie anregen konnte.

Liebe Grüße

Herbert
 

MarenS

Mitglied
Fein!

Welche Hoffnung? Nun das ist nicht wichtig, der Mensch hofft im Grunde genommen ständig und ebenso ständig werden Hoffnungen zerstört. Dass dabei etliche dieser Zerstörungen eigentlich zum Vorteil des ehemals Hoffenden ausfallen steht in einer anderen Geschichte und wird auch von den meisten Menschen nicht realisiert.
In Erinnerung bleibt der Rausschmiss aus den Höhen des Hoffnungshimmels und den hast du für meine Begriffe fein festgehalten.

Grüße von der Maren
 

HerbertH

Mitglied
Liebe Maren,

danke für die aufmunternden Worte.

Dein Gedanke, dass fehlgeschlagene Hoffnungen auch ihr Gutes haben können, bietet Stoff zum Nachdenken und für eine lyrische Bearbeitung.

Vielleicht lesen wir ja bald etwas darüber :)

Liebe Grüße

Herbert
 

Mondnein

Mitglied
Satz

Da dieser Zweizweiler selbst keinen Satz bildet, besteht die Hoffnung offensichtlich noch - oder?
 

Mondnein

Mitglied
Ja, danke - ich hab viel Freude an der Klugheit der Antwort - und der Frageoffenheit des Zweiverse-Wurfs.
 

Vera-Lena

Mitglied
Lieber Herbert,

wie habe ich mich erschrocken, als ich diese Zeilen las.

Ich habe sie nämlich so gelesen:

[blue]Mit einem Satz wurde ich aus dem Himmel der Hoffnung geworfen[/blue].

Was für eine große Hoffnung und was für ein schlimmer Satz muss das gewesen sein!!!

(Da fallen mir dann die ewig tröstenden Worte meines Schwiegervaters ein:"Man muss ja nicht immer gleich an das Schlimmste denken.") Das habe ich eben aber doch.

Letztlich ist das alles nicht wichtig, wichtig ist, dass Deine zwei Zeilen einen enormen Spielraum lassen für jeden Leser und das gefällt mir.

Liebe Grüße
mit dem Wunsch auf erneute Hoffnungen :)

Vera-Lena
 

HerbertH

Mitglied
Liebe Vera-Lena,

ich denke, es war gut, die genauen Umstände nicht aufzunehmen in das Gedicht. Denn es gab einen konkreten Anlass.

Er hatte nicht die Dimension dessen, weshalb Deine Lesart - nach meiner Lesart - Dich wohl erschreckt hat. Das kann zutiefst erschrecken.

Wichtig ist und bleibt die Hoffnung, an die man sich schliesslich erinnern muss ...

Liebe Grüße

Herbert
 

Antilope

Mitglied
und ich dachte immer, meine Gedichte wären kurz...

Für mich klingt es so ein bißchen wie ein ... Fragment von etwas, aber so wie du es beschreibst ist es ein Ganzes. Mutiger Ansatz.

lg
 

Label

Mitglied
Lieber Herbert

so gefällt mir dein Gedicht noch besser. Ich hatte zur Ursprungsform einen Kommentar angesetzt, (ich tue mich manchmal ein wenig schwer mit Kommentaren, besonders wenn ich feinfühlig sein will und es nicht wie ein Enigma-Text aussehen soll) aber dann hatte sich die Situation geändert.
Jedenfalls ist es für mich ein Paradebeispiel, wie gut es einem Text tun kann, wenn er nicht speziell ausgerichtet, sondern offen ist.
So kann ein Leser sehr viel leichter eine Verbindung zu seiner Erfahrungswelt herstellen.
Das war eine wertvolle Erfahrung für mich - danke dafür.

lieber Gruß
Label
 

Cellist

Mitglied
mit einem satz

aus dem himmel
der hoffnung geworfen
Lb. Herbert,

wie du weißt, bin ich selbst Freund und Verfasser von Kürzestlyrik.

Dieser Text allerdings widerspricht dem, was ich von einem extrem kurzen Text erwarte. Es muss irgendwo einen Aufhänger geben, so dass er für den Leser fassbar wird. Das vermisse ich hier. Offenheit, Freiheit für den Leser ist ja gut und schön und das vertrete ich auch, aber einen Fixpunkt sollte es schon geben.

Hier, in deinem Text, sind aber alle drei Zeilen Unbekannte. Natürlich lässt sich hier viel hineininterpretieren. Aber ist es die Aufgabe des Lesers, sich einen sinnvollen Text aus lauter Variablen selbst zusammenzustellen? Zumindest eine Konstante sollte schon da sein, und die vermisse ich. Ansonsten würde ich meinen, dass es dir völlig schnuppe ist, was der Leser aus und mit deinem Text macht.

Du schreibst, dass es einen konkreten Anlass zu diesem Text gab. Den musst du gewiss als Lyriker nicht offenlegen. Aber wenn du es nicht tust, so solltest du zumindest einen Fixpunkt anbieten. Ansonsten wird dieser Text am Ende wohl nur von dir verstanden.

LG
BeBa
 

Mondnein

Mitglied
ohne Pfeil?

Wenn "Fixpunkt" eine Wendung ist, von der aus das Ganze eines Textes beleuchtet wird, dann ist hier doch jedes Wort solch ein Fixpunkt. Ich habe z.B. den Begriff "Satz" auf das ganze Gebilde bezogen, gerade weil es kein Satz ist (es sei denn, man faßt "geworfen" als ein eliptisches Perfekt-Prädikat auf), und das ergibt eine sich mitteilende Paradoxie, abgesehen von der Vieldeutigkeit des Wortes. Oder der Schluß "geworfen", der in mehreren Dimensionen mit dem "aus" zusammengelesen werden kann: bedeutungslos sind diese Lesarten gewiß nicht, sondern werden durch diesen Text in einer Binnenspannung zusammengeschlossen. Wesentlich ist, ob sie sich jeweils auf den gesamten Text beziehen.
Die erste Zeile hatte ich als Überschrift gelesen; es ist aber wohl kein Zweizeiler, sondern hat drei. Und die nichtgrammatischen Bedeutungen von "Satz" geben eine kräftige Initialzündung. Ein durchgezogener Spannungs-Bogen.
 

HerbertH

Mitglied
Lieber Bernd,

ich biete als Fixpunkt an, dass dieses Gedicht einen Augenblick hoher Emotionalität beschreibt, ausgelöst durch eine Kommunikation, einen Satz.

Dieser Augenblick und diese Emotion sind das, was ich beschreiben wollte.

Und das wurde auch schon so gelesen, wenn ich die Kommentare Revue passieren lasse.

Der konkrete Anlass sollte nicht das Thema sein.

Wem ein solcher Augenblick bisher nicht - in welchem Zusammenhang auch immer - begegnet ist, tut sich mit dem Hineinspüren in dieses Gedicht vielleicht schwer.

Das kann man aber in der Lyrik kaum vermeiden.

Lieber mondnein,

wie oft spürst Du jedem Wort nach. Satz als Sprachäußerung, Satz als Sprung. Dies ergibt eine Lesart, dass ein Sprachsatz einen anspringt, was einerseits Plötzlichkeit und den Augenblick signalisiert, aber auch Gefahr, wie bei einem Raubtier. Solch ein Anspringen kann auch umwerfen, hinausstoßen. Und das wiederum kann aus dem Himmel, dem Paradies vertreiben, und das erschrickt, was wieder zu Vera-Lenas Lesart passt.

Danke für die durchdachten Kommentare Euch beiden.

Liebe Grüße

Herbert
 

HerbertH

Mitglied
Liebe Antilope,

ganz kurze Gedichte sind immer eine Gradwanderung und bergen die Gefahr des Scheiterns.

Ob sie verstanden werden und auch wie, das ist immer wieder spannend - für mich :)

Liebe Grüße

Herbert
 

HerbertH

Mitglied
Liebe Label,

Jedenfalls ist es für mich ein Paradebeispiel, wie gut es einem Text tun kann, wenn er nicht speziell ausgerichtet, sondern offen ist.
So kann ein Leser sehr viel leichter eine Verbindung zu seiner Erfahrungswelt herstellen.
Das war eine wertvolle Erfahrung für mich - danke dafür.
Dem kann ich nur beipflichten und ergänzen, dass es auch für mich immer wieder wertvoll ist, welche Erfahrungen anderer sich in ihren Lesarten und Kommentaren herausschälen.

Für mich wird Lyrik so oft ein Dialog, der über die reine Textarbeit hinausgeht (so wichtig die für mich ist).


Liebe Grüße

Herbert
 

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