mochi – senryū

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Mimi

Mitglied
am heiligabend
mochis gebiss hängt im fett
geköpfter gänse
:)

P.S.

Profesor el bromista,

Mochi(s) sind kleine Reisküchlein... sehr klebrig diese Dinger und ein typisches Neujahrs-Food ... können einem sehr leicht im Hals stecken bleiben...
(passiert übrigens sehr häufig rund um das japanische Neujahr.)
 

Bernd

Foren-Redakteur
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Mir gefällt es Dein Tanka, mimi. Eine alltägliche einfache Beobachtung. Gut in Worte gesetzt.
 
G

Gelöschtes Mitglied 22727

Gast
Anstatt uns in eine krachige Mordstory durch Ersticken (Klebereis!) einer reichen alten Dame (Erbmotiv!) zu führen, langweilt uns der Autor mit einer blassen Oma überm Teller. Die Japaner haben wirklich was Besseres verdient!
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Anstatt uns in eine krachige Mordstory durch Ersticken (Klebereis!) einer reichen alten Dame (Erbmotiv!) zu führen, langweilt uns der Autor mit einer blassen Oma überm Teller. Die Japaner haben wirklich was Besseres verdient!
Hör auf mit den dauernden Provokationen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 22906

Gast
Diese gilt in Deutsch nicht mehr. Es gibt mehrere Haiku-Adaptionen in Deutsch.
dann ist es keine feste form mehr und auch ohne titel gültig. entweder oder?

falls das stimmt, bernd, dann hat das schreiben eigentlich keinen wert mehr...
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Es stimmt, ich schreibe später mehr dazu. Ich musste das auch erst lernen.
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Im Deutschen werden Haiku meist dreizeilig geschrieben. Bis um die Jahrtausendwende galt zudem die Vorgabe von 5-7-5 Silben. Davon haben sich allerdings die meisten deutschsprachigen Haijin entfernt. Sie weisen darauf hin, dass japanische Lauteinheiten alle gleich lang sind und weniger Information tragen als Silben in europäischen Sprachen. So hat „Stockholm“ zwei Silben, aber sechs Moren. 17 japanische Lauteinheiten entsprechen etwa dem Informationsgehalt von 10–14 deutschen Silben. Deshalb hat es sich mittlerweile unter vielen Haiku-Schreibern europäischer Sprachen eingebürgert, ohne Verlust des inhaltlichen Gedankengangs oder des gezeigten Bildes mit weniger als 17 Silben auszukommen.[3]
Es kommt also eher auf die relative Länge (Kürze) an.

Beide Regeln sind mõglich, also auch 5-7-5.
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gelöschtes Mitglied 22906

Gast
Es stimmt, ich schreibe später mehr dazu. Ich musste das auch erst lernen.
wer hat das abgeändert? die gleichen leute, die unsere muttersprache mittlerweile so verfälscht haben, dass nur noch wenige wissen, wie deutsch geschrieben und gelesen wird?

gerade in diesem silbenschema zu schreiben, zu leben und wiederfinden ist doch der kick dabei...
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
beim neujahrsbesuch
großmutters gesicht ganz blass
über ihrem teller
Jetzt bin ich wieder munter.
Ich denke, das Silbenmaß ist hier "angemessen", Das Werk ist "ausgewogen" und harmonisch.

Man könnte es in 5-7-5 zwängen, das funktioniert, ist aber nicht das Wesentliche beim Haiku.

Das Bild ist gut und anschaulich. Mir gefällt es gut.
Ob alles eingehalten wird? Da gibt es im Forum bessere Experten der Form als mich.
Für mich wirkt es.
 

Mimi

Mitglied
Dankeschön, Bernd, für die gute Bewertung!

Das japanische Kurzgedicht hat sich ja nicht nur im Ausland von seinen ursprünglichen Regeln teilweise entfernt...

Unter den Haijin gilt ein allgemeiner Konsens, der besagt, dass es dem Haiku/Senryū erlaubt sein muss, sich in anderen Sprachen unterschiedlich zu entwickeln.

Das klassische japanische Haiku ist stark von der fragmentarischen, skizzenhaften Auffassung des Zen beeinflusst.
Das trifft im deutschsprachigen Raum eher weniger zu... man kann folglich auch nur von einem sogenannten "Kulturtransfer" , oder der Übtragung einer "Grundidee" sprechen.

Die japanische Sprache ist völlig anders konzipiert im Vergleich zu indoeuropäischen Sprachen.
Japanische Moren sind für das deutsche Haiku erstmal nur eine phonologische Maßeinheit für das "Silbengewicht".
Die japanische Sprache besteht übrigens aus 2 Zeichensystemen (Alphabeten), sie kennt keine Interpunktion. Verben und Adjektive zählen zur gleichen Wortgruppe .

Einen Krimi à la Tatort, wollte ich in diesem Senryū sowieso nicht erzählen.

Grüße
Mimi
 


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