Mond in leeren Gassen

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Trist

Mitglied
Nachts spiegeln sich die Sterne und der gelbe Mond im Meer;
in Seligkeit verharrt die Zeit - so mancher Augenblick
lässt wie das Mondlicht in den Wellen nur den Glanz zurück -
der Glanz aus deinen braunen Augen streichelt mich nicht mehr.

Tags laufen die Gedankenbilder in mir hin und her;
am Morgen, wenn die erste Welle an die Planken klopft,
wenn still ein Tropfen Tau vom sonnenbleichen Segel tropft,
such ich erwachend deine Hand - ich spüre sie nicht mehr.

Die Stunden zwischen Nacht und Tag, sie geben nichts mehr her,
ich taumle, stürze durch die leeren Gassen meiner Welt,
bin blind geworden für den gelben Mond im Sternenzelt,
blind für dein liebliches Gesicht; ich sehe es nicht mehr ...
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gelöschtes Mitglied 22727

Gast
Anscheinend geht es heute noch - das traurige Liebesgedicht, weil es den Anderen nicht mehr gibt. Dafür aber das Meer, der Mond, die leeren Gassen ...

Die stattliche Hebungskette ist selten und sehr mutig!

In Zeile 7 sollte es ...vom sonnenbleichen Segel... heißen.

Toll gemacht, Trist!

Alles Gute
dmity
 

Trist

Mitglied
Hallo dmity,

das freut mich!
Das Segel habe ich gleich ausgebessert, danke.
Die etwas traurige Schreibweise hat es mir angetan, ich mag diese Melancholie.
Ich bedanke mich auch für deine Sterne!

Beste Grüße
Trist
 
Hallo Trist,
herzlich willkommen.
Das Gedicht hat mir gut gefallen.
Es spielt mit großen Bildern ohne sie zu überziehen oder abgedroschen erscheinen zu lassen. Das ist gut gelungen.
Viele Grüße,
Tommy
 

Trist

Mitglied
Hallo Tommy,

danke für deinen Willkommensgruß.
Es ist ein schmaler Grat zwischen Liebesgedichten und Kitsch.
Vor allem dann, wenn die Melancholie den Ton angibt.
Ich danke dir herzlich für dein Lesen, kommentieren und für deine Bewertung.

Beste Grüße
Trist
 


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