Nacht am Meer

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Trist

Mitglied
Wenn leis die Wellen an das Ufer schlagen,
der Hof des Mondes sich im Wasser bricht,
ertönt von fern des Käuzchens wehes Klagen -
was sanft die Stille dieser Nacht durchbricht.

Der Bug der Boote, er tanzt auf und nieder,
Wind haucht den alten Kähnen Leben ein,
aus ihren Planken klingen sehnsuchtsvolle Lieder,
die Flagge weht, gebleicht vom Sonnenschein.

Es bricht die Nacht. Der Horizont gebärt den Morgen,
der violett sich in das seichte Meer ergießt,
ich fühle mich in diesem Augenblick geborgen,
weil er durch alle meine Sinne fließt ...
 
Zuletzt bearbeitet:

KaGe

Mitglied
Hey Trist,
ich mag deine Bilder. Du hast Gefühl für Meereslyrik. Ich würde hier drei Kleinigkeiten monieren:

Der Bug der Boote, er tanzt auf und nieder,
Wind haucht den alten Kähnen Leben ein,
Mir fällt es schwer, "Wind" und "tanzt" in die unbetonte Silbe zu setzen. Villeicht:

Der (Nord/Süd/West/Ost)wind schaukelt Boote auf und nieder,
er haucht den alten Kähnen Leben ein.


Es bricht die Nacht. Der Horizont gebiert den Morgen,
Diese Formulierungen klingen abgedroschen. Ein Bild, in dem der Horizont als Bruchstelle und Bindeglied zwischen Nacht und Morgen fungiert, fände ich hier spannend.

weil er durch alle meine Sinne fließt ...
Bei "alle meine Sinne" ist dir eindeutig die Luft ausgegangen. Man merkt, dass du zum Ende hin fertig werden wolltest.

Gern gelesen, Kommentiert und den Bildern nachgespürt!

Beste Grüße
KG
 

Trist

Mitglied
Hallo KG,
schön, dass du hereingeschaut und dich in die Verse gelesen hast.
Stimmt, da sind ein paar Formulierungen, die nicht so jungfräulich sind, aber irgendwie ist ja alles schon mal irgendwo geschrieben worden.
Ich habe mal ein paar Veränderungen vorgenommen.


Wenn leis die Wellen an das Ufer schlagen,
der Hof des Mondes sich im Wasser bricht,
ertönt von fern des Käuzchens wehes Klagen,
was sanft die Stille später Nacht durchbricht.

Der Seewind schaukelt Boote auf und nieder,
er haucht den alten Kähnen Leben ein,
aus ihren Planken klingen sehnsuchtsvolle Lieder,
die Flagge weht, gebleicht vom Sonnenschein.

Ein Schweifstern zieht mit seiner Fackel in den Morgen,
der violett sich in das seichte Meer ergießt,
hier hat die Ruhe sich vor dieser schnellen Welt verborgen,
an einem Ort wo alles zeitlos ineinander fließt ...


Da die Metrik von Anfang an mit den Wellen wackelt, lass ich sie im letzten Vers komplett untergehen.
Mehr kann ich vorläufig nicht herausholen, KG, ich danke dir und wünsche eine schönen Abend.

Liebe Grüße
Trist
 

Isbahan

Mitglied
@Trist, mir gefiel schon die erste Version, aber die zweite klingt deutlich besser - soweit ich das als Nichtlyrikerin beurteilen kann: Einfach schön!
 

Oscarchen

Mitglied
Hi Trist,
tja, das Meer...die Weite...Wellen und Wind
...es lässt dich nicht los. Sag aber Bescheid, wenn die Reise losgeht.
Mal wieder stimmungsvoll gedichtet. Schön.
LG
Oscarchen
 
G

Gelöschtes Mitglied 23166

Gast
Servus Trist,
hierzu ist ja schon einiges gesagt worden, und ich schließe mich den Ausführungen von KaGe an.
Was mir noch auffiel: das Käuzchen. Gibt es das nah am Meer? Ich weiß es wirklich nicht, aber ich denke, dann müsste es dort nah am Strand einen Wald geben. Oder sehe ich das zu streng?
Liebe Grüße, Kuniberta
 

Trist

Mitglied
Hallo Isbahan,
wenn jemand, der so flott schreibt wie du ein "einfach schön" unter meine Verse setzt, ist mein Abend gerettet!
Ich danke dir - ebenso für deine Sternschnuppen.


Abend Oscarchen,
schön, dass wir uns immer öfter in unseren Zeilen treffen,
und ja - es wird - es muss mal wieder losgehen.
Wenn die Wogen um Corona sich geglättet haben, suche ich mich wieder das Weite.
Ich bin sowas von Urlaubsreif ...
Ich danke dir herzlich - auch für deine Kometen!

Grüß dich, Kuniberta,

Jawoll, mein Wald liegt nah am Meer - und der warme Nachtwind trägt das wehe Klagen des Käuzchens bis zum Strand.
Doch du liegst gar nicht so falsch, es gibt nicht in allen Meernahen Wäldern Käuzchen.
Aber jede Menge wunderbare Geräusche - anderer Tierwelt.
Du siehst ich würde am liebsten sofort losrudern ...
Hab Dank!

Liebe Grüße in eueren Abend
Trist
 


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