Schlangenschicksal

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onivido

Mitglied
Gerade war er bei seinem Ferienhäuschen am Dorfrand zwischen Busch und Strand angekommen. Gerne hätte er sich in die Hängematte unter dem Vordach gelegt, sich in der angenehmen Brise in den Schlaf geschauckelt, aber heute kam Maria zum ersten Mal in sein lauschiges Versteck. Gute drei Wochen war er nicht hier gewesen. Wegen des lang ersehnten Besuchs musste gründlich sauber gemacht werden.
So fasste er entschlossen einen Besen und begann Scharen von Cucarachas, Spinnweben und münzengrosse Spinnen mit behaarten Beinen aus dem Haus zu kehren, zertratt einige Skorpione, verscheuchte ein paar Geckos und ging ins Bad, um den restlichen Staub mit etlichen Kübeln Wasser hinauszuschwemmen.
In der Dusche lag eingeringelt eine ellenlange Mapanare. Seit der Geschichte mit Eva und der Schlange im Paradies sind diese Würmer allgemein unbeliebt. Mapanares aber sind gefürchtet. Ihr Biss befördert einen Menschen in zwanzig Minuten ins Jenseits. Die Schlange in der Dusche war noch sehr jung. Offensichtlich war sie durch die fingerbreiten Ritzen zwischen Fussboden und Türen ins Haus gelangt. Hans konnte es nicht übers Herz bringen sie mit dem Besenstil zu erschlagen. Juan Cupamo, ein alter Indio , Grossonkel Marias, hatte ihm einmal verraten, dass ihn nie eine Schlange gebissen hätte, weil er nie eine getötet hatte, so meinte er. Das war ein weiterer Grund, um das Schlangenkind flugs in einen Kübel zu kehren, anstatt es umzubringen. Das kleine Reptil versuchte vergeblich sich im Eimer aufzurichten, um über den Rand zu entkommen. Nach einer Weile gab es die Versuche auf und blieb regungslos auf dem Kübelboden liegen
Hans stellte den Kübel vor den Beifahrersitz in sein Auto. Dann fuhr er vorsichtig, immer darauf bedacht, dass der Eimer nicht kippte, auf einem Schotterweg ein Stück in den Busch hinein. Auf einer kleinen Lichtung machte er halt, fasste den Kübel und schlenzte die Schlange heraus. Sie fiel auf einen Stein, zuckte einen Herzschlag lang und war tot.
 

Ji Rina

Mitglied
mh...schneller Schlangentod.
Wieso kam die Schlange denn nicht aus dem Kübel raus? Das würd mich jetzt interessieren...
 

onivido

Mitglied
Gerade war er bei seinem Ferienhäuschen am Dorfrand zwischen Busch und Strand angekommen. Gerne hätte er sich in die Hängematte unter dem Vordach gelegt, sich in der angenehmen Brise in den Schlaf geschauckelt, aber heute kam Maria zum ersten Mal in sein lauschiges Versteck. Gute drei Wochen war er nicht hier gewesen. Wegen des lang ersehnten Besuchs musste gründlich sauber gemacht werden.
So fasste er entschlossen einen Besen und begann Scharen von Cucarachas, Spinnweben und münzengrosse Spinnen mit behaarten Beinen aus dem Haus zu kehren, zertrat einige Skorpione, verscheuchte ein paar Geckos und ging ins Bad, um den restlichen Staub mit etlichen Kübeln Wasser hinauszuschwemmen.
In der Dusche lag eingeringelt eine ellenlange Mapanare. Seit der Geschichte mit Eva und der Schlange im Paradies sind diese Würmer allgemein unbeliebt. Mapanares aber sind gefürchtet. Ihr Biss befördert einen Menschen in zwanzig Minuten ins Jenseits. Die Schlange in der Dusche war noch sehr jung. Offensichtlich war sie durch die fingerbreiten Ritzen zwischen Fussboden und Türen ins Haus gelangt. Hans konnte es nicht übers Herz bringen sie mit dem Besenstil zu erschlagen. Juan Cupamo, ein alter Indio , Grossonkel Marias, hatte ihm einmal verraten, dass ihn nie eine Schlange gebissen hätte, weil er nie eine getötet hatte, so meinte er. Das war ein weiterer Grund, um das Schlangenkind flugs in einen Kübel zu kehren, anstatt es umzubringen. Das kleine Reptil versuchte vergeblich sich im Eimer aufzurichten, um über den Rand zu entkommen. Nach einer Weile gab es die Versuche auf und blieb regungslos auf dem Kübelboden liegen
Hans stellte den Kübel vor den Beifahrersitz in sein Auto. Dann fuhr er vorsichtig, immer darauf bedacht, dass der Eimer nicht kippte, auf einem Schotterweg ein Stück in den Busch hinein. Auf einer kleinen Lichtung machte er halt, fasste den Kübel und schlenzte die Schlange heraus. Sie fiel auf einen Stein, zuckte einen Herzschlag lang und war tot.
 

onivido

Mitglied
hola Jirina,
die Schlange ist doch nur ellenlang.Sie kann sich hoechstens 20cm aufrichten und das reicht nicht um aus dem Kuebel herauszukommen.
@GelbeHuehner, da sieht man wieder , was man als mitleidiger Mensch alles falsch machen kann
 
K

Karn Hardt

Gast
Hhhmmm, onivido, so richtig vermag ich mir das nicht vorzustellen: Da ist eine Schlange, die heraus geschlenzt wird, auf einen spitzen Stein fällt - und tot ist.
Hatte sie eventuell eine besondere Wirbelverkrümmung? In der Regel sind die Tiere enorm biegsam und behände. Muskulös ohne Ende. Die überleben in der Regel meterhohe Stürze.
Auch der "Schlangen"-Vergleich mit "Würmern" geht wohl biologisch nicht ganz auf. Würmer sind ja wirbellos.

Mich persönlich stören in der Kürze des Textes Fremdwörter wie Cucarachas, Mapanare - und (für mich) fehlende Absätze.

Insgesamt (für mich) ein nettes Textlein, das sich so weg liest ohne Tiefgang und Anspruch - und ohne Happy-end.

Aus meiner Sicht kannst du das bewiesener Maßen viel besser.

So long, ein ehrlicher Leser ;-)
 
Hallo Karn,
aus meiner Sicht handelt es sich nicht um einen Tatsachenbericht, bei dem man auf biologische Korrekheit zu achten hätte. Auch was so alles beim Großreinemachen zur Vorbereitung eines Dates aus dem Haus gefegt wird, wäre so gesehen unglaubwürdig, entbehrt aber gerade deswegen nicht eines gewissen Witzes.
Ich sehe den Text als eine sarkastische Miniatur, bei der Übertreibungen nicht nur erlaubt, sondern wesentlich sind.
Der arme Kerl will eine Schlange nicht totschlagen, weil er die Rache der Artgenossen fürchtet. Und dann das...
Ich glaube, jedem von uns ist schon Ähnliches passiert. Man will etwas besonders gut machen - und dann geht es noch gründlicher in die Hose.
Viele Grüße
GH
 

Ji Rina

Mitglied
GH
Auch was so alles beim Großreinemachen zur Vorbereitung eines Dates aus dem Haus gefegt wird, wäre so gesehen unglaubwürdig, entbehrt aber gerade deswegen nicht eines gewissen Witzes.
Ich sehe den Text als eine sarkastische Miniatur, bei der Übertreibungen nicht nur erlaubt, sondern wesentlich sind.
Also cucarachas, Spinnen, Geckos und Skorpione sind (je nachdem wo man lebt) nichts ungewöhnliches im Haus. Man kann sogar Schlangen finden, die sich durch irgendein geöffnetes Fenster geschlichen haben. Meiner Meinung nach kann auch ein "Schlängchen" sich in einem Kübel problemlos hochwinden; aber das ist ja pillepalle.
Nur, dass dieses Schlängchen dann aufgrund eines Sturzes so schnell "dot" ist - lässt vermuten, dass es wirklich nicht ihr Tag war...:D
Aber das wichtigste:
Keine Geister können dem Mann böse sein, denn seine Intention war gut. Er hat die Schlange ja garnicht umgebracht, sie ist allein gestorben.
 

onivido

Mitglied
Hallo Karn,
Danke dafuer, dass du dich so ausgiebig mit dem Textlein befasst hast.
Nun zu deinen Einwaenden:
Ich bin kein Schlangenexperte, aber ich weiss, dass Schlangen weitaus mehr empfindlich sind als man allgemein annimmt. Wie ungluecklich eine Schlange auf einen Stein fallen muss, dass sie daran stirbt, entzieht sich meiner Kenntnis, aber dass es moeglich ist, weiss ich – leider.
Das wort “cucaracha” gebraucht zu haben war gedankenlos. Das ist eine Amerikanische Grossschabe. Das passt nicht so richtig in den Text, aber Kakerlake haette es auch getan. So wichtig ist ja das auch nicht.
Mit der Mapanare habe ich schon eine groessere Schwierigkeit. Dieses Reptil gibt es nicht in Europa und ich habe auch keinen volkstuemlichen Namen gefunden. Bothrops atrox habe ich beim googeln gefunden.
Schlangen mit Wuermern zu vergleichen ist biologisch nicht korrekt. Da muss ich mir was anderes einfallen lassen.
Dass die Geschichte kein happy end hat, aergert mich selbst am meisten.

@GH,
Danke fuers Lesen und den Kommentar.
“Auch was so alles beim Großreinemachen zur Vorbereitung eines Dates aus dem Haus gefegt wird, wäre so gesehen unglaubwürdig,….”
Dem muss ich leider widersprechen. Grund:Erfahrung. Bei uns gibt es vielleicht mehr Ungeziefer als anderswo und da man es bei einem Ferienhaeuschen nicht so genau nimmt beim Einpassen der Tueren, bleibt immer ein Spalt zwischen Boden und Tuere, der gerne von allem moeglichen Getier benuetzt wird , um im Haus Schutz zu suchen.
Hola Jirina,
bitte halte mich nicht fuer rechthaberisch, aber eine Schlange hat nicht die Eigenschaften eines Geckos. Wenn sie nirgendwo Halt findet, kann sie sich an einer glatten Kuebelwand nicht hochwinden, es sei den sie ist gross genug , um sich selbst soweit aufrichten zu koennen.
Das Wort “ pillepalle” ist mir fremd, vermute aber es heisst “egal” und die Insekten werden ja nur erwaehnt , um die Kroenung der Invasion mit einer kleinen Schlange vorzubereiten.
Du hast recht, der Schlangengeist hat eingesehen, dass der Totschlag nicht beabsichtigt war und der Taeter lebt noch.
Beste Gruesse an alle///Onivido
 

onivido

Mitglied
Gerade war er bei seinem Ferienhäuschen am Dorfrand zwischen Busch und Strand angekommen. Gerne hätte er sich in die Hängematte unter dem Vordach gelegt, sich in der angenehmen Brise in den Schlaf geschauckelt, aber heute kam Maria zum ersten Mal in sein lauschiges Versteck. Gute drei Wochen war er nicht hier gewesen. Wegen des lang ersehnten Besuchs musste gründlich sauber gemacht werden.
So fasste er entschlossen einen Besen und begann Scharen von Cucarachas*, Spinnweben und münzengrosse Spinnen mit behaarten Beinen aus dem Haus zu kehren, zertrat einige Skorpione, verscheuchte ein paar Geckos und ging ins Bad, um den restlichen Staub mit etlichen Kübeln Wasser hinauszuschwemmen.
In der Dusche lag eingeringelt eine ellenlange Mapanare. Seit der Geschichte mit Eva und der Schlange im Paradies sind diese Würmer allgemein unbeliebt. Mapanares aber sind gefürchtet. Ihr Biss befördert einen Menschen in zwanzig Minuten ins Jenseits. Die Schlange in der Dusche war noch sehr jung. Offensichtlich war sie durch die fingerbreiten Ritzen zwischen Fussboden und Türen ins Haus gelangt. Hans konnte es nicht übers Herz bringen sie mit dem Besenstil zu erschlagen. Juan Cupamo, ein alter Indio , Grossonkel Marias, hatte ihm einmal verraten, dass ihn nie eine Schlange gebissen hätte, weil er nie eine getötet hatte, so meinte er. Das war ein weiterer Grund, um das Schlangenkind flugs in einen Kübel zu kehren, anstatt es umzubringen. Das kleine Reptil versuchte vergeblich sich im Eimer aufzurichten, um über den Rand zu entkommen. Nach einer Weile gab es die Versuche auf und blieb regungslos auf dem Kübelboden liegen
Hans stellte den Kübel vor den Beifahrersitz in sein Auto. Dann fuhr er vorsichtig, immer darauf bedacht, dass der Eimer nicht kippte, auf einem Schotterweg ein Stück in den Busch hinein. Auf einer kleinen Lichtung machte er halt, fasste den Kübel und schlenzte die Schlange heraus. Sie fiel auf einen Stein, zuckte einen Herzschlag lang und war tot.
*Kakerlake
 

Moppel

Mitglied
Hallo Onivido,

muss man jetzt Angst um den armen Mann haben? :). Wie wäre es mit einer Fortsetzungsgeschichte in der man erfährt wie es weiter geht?. Würde ich gerne lesen. Kann aber jetzt nicht weiter schreiben, muss kurz schauen ob sich bei mir was eingeschlichen hat^^.

Augenzwinkernd, Moppel
 

onivido

Mitglied
hallo Moppel,
wie es weitergeht? Das traue ich mich nicht zu beschreiben. Die Rubrik "Erotische Geschichten" ist fuer mich tabu.
Beste Gruesse
 

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