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Schüchtern

anemone

Mitglied
Die Musik dröhnt. Sie bewegen sich im Rhythmus, drehen sich, stampfen, die verkleideten Leiber, freudig im Takt der Musik. Am Rande der Tanzfläche tippt jemand sie an, mit einem Lächeln im Gesicht zwinkert er ihr zu: „Tanzt du mit mir?“ seine freundliche Frage. „Warum nicht?“ kommt ihre Antwort zurück und sie tanzen, tanzen toll, zusammen.

Da wechselt die Musik, ein neues Lied ertönt. Immerhin, es ist Karneval: „20 cm sind zu wenig lieber Peter! 20 cm sind in Wirklichkeit viel größer.“ Oh, das ist ihr jetzt aber peinlich. Sie schaut überall hin, nur nicht auf ihn. Dabei scheint er immer noch zu lachen. „Suchst du jemanden?“ Seine nächste Frage. „Ja“, stammelt sie „meine Freundin, ich schaue, wo sie steckt. Ach sie wird zur Theke sein“, beantwortet sie sich selbst und gibt sich wieder der Musik hin. Sie wagt es nicht ihn anzusehen, doch sicher grinst er immer noch. Ob sie wohl auch noch rot geworden ist?

Endlich ist das Lied zu Ende und schnell begibt sie sich zurück auf ihren Platz. Ihre Freundin kommt zurück, „kommst du mit, Britta zum Bahnhof bringen, damit sie den letzten Zug noch erwischt?“ „Klar doch, mach ich doch glatt!“
 
J

Jean Bleibtreu

Gast
20 Zentimeter zuviel

20 Zentimeter zuviel
Liebes Buschwindröschen,

ist das eigentlich dein bitterer Ernst oder eine Parodie oder eine Anleitung nach dem Motto Wie-schreibe-ich-innerhalb-einer-Minute- die-schlechteste-Kurzgeschichte-der-Welt? Schön, es ist dir gelungen! Du hast wahllos ein paar Wörter aneinandergereiht, ein paar Satzzeichen dazwischengeworfen und... ja, einfach umwerfend! Da sagt Jean Bleibtreu: Was du schreibst, ist nichts anderes als die blinde Zufallsbewegung deiner Finger auf der Tastatur deines Computers - nein, das Ergebnis wäre gewiss amüsanter. Könnte es sein, dass du erst einmal im stillen Kämmerlein ein paar Fingerübungen machen solltest - nicht zu schüchtern? Dir fehlt jede Individualität im Sprachlichen, kein Satz, der auch nur 2 Zentimeter weit trägt. Schön, Jean Bleibtreu muss ja deine Banalitäten nicht studieren, nun ist es aber geschehen - du hast deinen Text publiziert! - und ich kritisiere das nur aus einem Grund: Es gibt einige hoffnungsvollere Literaturproben in der Leselupe und ich sehe, dass diese untergehen im Wust sich übertrumpfender Plattheiten. Denkt doch einmal an den armen Leser. Du hast eigentlich schon mit dem Beitrag „Dem Geheimnis auf der Spur“ den Vogel abgeschossen. Bist du Aufseherin beim katholischen Jugendkreis deiner Heimatstadt? Glaubst du, ich bete nun für deine läppischen Maler, heiligen Nonnen und Schüchternen, dass sie alle unbefleckt in den Himmel kommen?
Und für den Obersittenwächter Rote Socke sei noch angefügt: Ich habe mehr positive Kritiken als negative verfasst: Man schaue unter „Das Politische im Privaten“ oder „Kohls Tod“.

Herzliche Grüße
Jean Bleibtreu
 

flammarion

Foren-Redakteur
Teammitglied
nu,

eine kleine alltagsgeschichte. jbs kritik dazu ist mm ebenso lang wie scheußlich. jetzt mag ich die von ihm angeführten sachen gar nicht lesen. sicher werde ich sie nicht verstehen, wenn sie soooo gut sind. halt dich senkrecht, anemone. ganz lieb grüßt
 
L

loona

Gast
Moin anemone,

Deine Geschichte hat einen Knackpunkt:
Oh, das ist ihr jetzt aber peinlich.
Weder wird klar, was ihr peinlich ist (schließlich ist doch Karneval - da gibt's lauter Lieder dieser Art), noch ist verständlich warum sie flüchtet (ausgerechnet erst dann, als das Lied vorbei ist). Das Ende ist irgendwie... belanglos. Dabei sollte eine so kurze Geschichte doch irgendwo einen Kick haben.

Schreib- und Erzähltechnisch hier einige Hinweise:
Es ist besser, den Karneval schon vorher einzuführen, als erst dann, wenn er wegen des Lieds gebraucht wird. So vermeidest Du "nachgereichte" Erklärungen und wechselnde Häppchen-Atmosphäre.
„Warum nicht?“ kommt ihre Antwort zurück und sie tanzen, tanzen toll, zusammen. Warum nicht? ist keine Antwort, sondern eine Gegenfrage. / "sie tanzen, tanzen toll, zusammen" ich kann diesen Kommas und der Reihung leider keinen Pep entnehmen. Ich weiß, daß Du hier was Wichtiges rüberbringen willst, aber es kommt nicht an.
Sie schaut überall hin, [...] „Suchst du jemanden?“ Seine nächste Frage. „Ja“, stammelt sie „meine Freundin, ich schaue, wo sie steckt. Ach sie wird zur Theke sein“, beantwortet sie sich selbst und gibt sich wieder der Musik hin. Eine sehr unlogische Szene:
a) Wieso hat sie ihre Freundin nicht gesehen an der Theke? (Vielleicht war sie auf'm Klo??)
b) "Ach sie wird zur Theke sein" beantwortet sie sich selbst auf welche Frage?
c) ihre Sprache ist keine "gesprochene" Sprache, sondern geschriebene. Und Stammeln entnehme ich dem überhaupt nicht.
d) wie kann sie sich der Musik hingeben, wo diese ihr doch so peinlich ist?
Das Ende... Wer ist Britta? Wie heißt die Freundin (oder: warum wird "Britta" beim Namen genannt, obwohl sie nie vorher auftauchte)? Nichts, was in diesem Ende vorkommt kündigte sich vorher an, also ähnliches Problem, wie mit der Musik-Wahl: nachgereichte Informationen, kein schlüssiger Handlungsstrang, Salami-Taktik.

Es grüßt

loona
 
J

Jean Bleibtreu

Gast
Grandios! Ich finde es bewundernswürdig und sehr konstruktiv, wie loona ins Detail geht, ich hätte es ja bei meiner ersten Kritik tun müssen, aber mir fehlte die Kraft. Oder die Hoffnung? Oder nur die Lust.

Ich habe nicht gesagt, dass die anderen Texte sooo gut seien, ich halte sie lediglich für viel besser.

Und wenn denn Anemone mal eines Tages gute Geschichten schreiben sollte, hätte sie es gewiss nicht denen zu verdanken, die stets ihr Ja-gefällt-mir-sehr anführen und der Autorin suggerieren, sie müsse nur ihre Finger über die Tastatur stolpern lassen, um als Produkt ein lesbare Gesichte zu erhalten.

Was mir ernsthaft an der Leselupe missfällt, es gibt bei einigen Usern so eine Art Intellektuellenhass. Man kokettiert mit der eigenen Dummheit und schreit: Wir wissen ja nichts und wollen auch nichts wissen. Lasst uns unser Hobby. Ja, gut. Jenen darf ich sagen, atmet auf, ich gehe nun weiter und lass euch friedlich reimen und schleimen.
Verzeiht einem Parodisten! Vergesst meine Worte.

Allerliebst grüßt

Jean Bleibtreu
 
R

Rote Socke

Gast
Aber nee, anemone!

Mein kleines Gastspiel war doch nur auf seine Gnaden, den ehrenwerten Marcel Reich Bleibtreu gemünzt.
Schreiber(innen) wie Du, haben vor mir nichts zu befürchten. Sollte MRB tatsächlich die Lupenwelt verlassen, werd ich natürlich den Polizeititel wieder ablegen. ;)

LG
Volkmar
 

Tagmond

Mitglied
Kritik soll doch konstruktiv sein und nicht destruktiv. Wenn diese Geschichte halt nicht so prall ist, ist das noch lange kein Grund seine Aggressionen rauszulassen. So finde ich Bleibtreu's Beitrag schlimmer als den Text an sich.
 
R

Rote Socke

Gast
Tja Tagmond,

haste richtig erkannt und gut, das auch zu sagen. Gegen eine konstruktive Kritik sind sicher die Wenigsten. Manche mögen überhaupt keine Kritik, manche legen großen Wert darauf. Wie auch immer, Bleibtreu war kein Kritiker. Bleibtreu war ein Störenfried, aus dem Nichts erstanden... in ein Nichts geflohen... ein Wellenschlag in Lupanien.

Schöne Grüße
 

anemone

Mitglied
nicht aufregen,

die Geschichte kommt neu in Kurzgeschichten (weiß nicht wo mein Kommentar geblieben ist)Teil 1 ist schon fertig
 

Antaris

Mitglied
Nur nicht aufregen, J.B.

falls es hier einen Intellektuellenhass gibt trifft er Sie nicht. Sie sind kein bisschen intellektuell, Sie tun nur so. Deswegen fallen Sie permanent unangenehm auf.

Gute Besserung

Antaris
 

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