Sommer, Mädchen

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lester

Mitglied
Vom Himmelblauen hat der Sommer niemals viel gehalten,
ihm war nach bunt, nach Schmuck und flatterhaft,
und sehr danach, in Kleiderfalten sich zu wehen,
dabei zu tun, als hätte das der Wind gemacht.

Er zog sie an und dann, wenn eine ihm zu schön,
auch wieder aus und ließ sie vor sich gehn,
und blieb sie stehn und drehte sich,
dann sah er gerne, wie sie im Winde leicht errötet.

September kam und Herbst, die Kleider wurden winterhart,
die Röcke trug man lang, man ging in Hosen und hielt den Mantel überm Arm,
die Mädchen wurden still, es war als gingen durch den Regen nur noch Frauen,
und dann ist Frost und überm Eis, auf dem man läuft in Rock und Schal,
wölbt sich zum ersten Mal der Winter hoch im Himmelblauen.
 
K

Kadra

Gast
Hallo Lester,

dieses Gedicht gefällt mir ausgezeichnet. Ich würde gerne mehr von dieser Art lesen.

Lieben Gruss von
Kadra
 

lester

Mitglied
...danke, Kadra, für deine Anmerkung/Blume. Zustimmung freut natürlich. Mal sehn was sich machen lässt, aber ich fürchte, man kann es nicht zwingen. Nur das Handwerkliche, doch, das kann man zusichern. Und das ist immerhin 90%...

Gruß
lester
 
O

orlando

Gast
Gab es die Lupe schon 1970 (Bewertungen)? *staun -
Wie auch immer, Lester hat eine so lang anhaltende Aufmerksamkeit verdient.

orlando
 

DOSchreiber

Mitglied
Das stimmt -

ein Knaller, vor allen Dingen, weil im September die Klamotten winterhart werden.

Mensch, Leselupe - durch Oliver rückwärts gelesen geht's stramm nach vorne!
 

 
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