Liebe Anita,
ich kann vollkommen nachvollziehen, was Dich zu dieser Veränderung veranlasst hat. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass sich zwischen affektivem und reflektivem Lesen etwas verschoben hat.
Jetzt ist es für mich eher eine Symbiose, wo vorher automatisch eine Pause im Lesen entstand – eine Bestätigung, eine Frage, eine Irritation ...
Du nennst das sehr treffend eine Pendelbewegung. Mir kam beim Lesen nun der Gedanke: Ein Pendel und ein Kreis haben etwas gemeinsam, aber ein Pendel bleibt für mich ein Werden. Jeder Ausschlag trägt ein Stück Vergangenheit mit sich, ohne mit ihr identisch zu sein. Ein Kreis dagegen ist bereits vollständig vorhanden; er geschieht nicht mehr, sondern ist nur noch räumlich.
Vielleicht empfinde ich deshalb die erste Version anders. Mit dem doppelten „erwidern“ vollzog Dein Gedicht diese Pendelbewegung affektiv, mit dem einfachen „erwidern“ beschreibt es ihre Möglichkeit eher reflektiv.
Ist ein Kreis vielleicht ein gewordenes Pendel – ein gewordenes Werden?
(Ein faszinierender Gedanke, wie ich finde, der mir durch eure Kommentare gerade kam und den ich hier unbeantwortet einfach anschneiden wollte.)
Das ist natürlich Meckern auf extrem hohem Niveau und vielleicht reagiere ich auf Veränderungen auch empfindlicher, als es angebracht wäre.
Wie auch immer – sehr gerne gelesen.
Liebe Grüße
Rufus