sommer schreiben

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Franke

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo Anita,

das ist ein wunderschönes Sommergedicht!

Ein wenig meckern auf sehr hohem Niveau möchte ich aber doch. Nach meiner Meinung ist ein "erwidern" entbehrlich.

Vielleicht so:

nur sonnenblumen
sattgelb
in den pupillen

erwidern

wo sommer ist



So würde sich eine doppelte Lesart ergeben und der Leser hat die Wahl, ob er "erwidern" zu den Pupillen stellt oder zum Sommer.

Liebe Grüße
Manfred
 

Ubertas

Mitglied
Ein sommerliches Hallo in die Runde:)
und einen ganz lieben Dank für euer Lesen, für die wunderbaren Worte und Bewertungen!

Ich freue mich mehr als sehr und schicke ein Dankeschön auf Reisen:
@klausKuckuck @trivial @Scal @wiesner @Chandrika Wolkenstein @Aniella @Rachel @Franke

Und @Franke, lieber Manfred,
ich danke dir von Herzen für dein "Meckern":D. Es hat mich gut ins Nachdenken gebracht, weshalb ich das Gedicht so geschrieben habe wie es dasteht. Dabei ist mir etwas sehr Interessantes aufgefallen: Was ich in dem doppelten "erwidern" ausdrücke, verschwindet nicht, wenn ich es wegnehme. Im Gegenteil, in der von dir vorgeschlagenen Version legt es "erwidern" in einen Schwebezustand und es wird zum Pendel. Ich würde sogar annehmen wollen, dass es sich heimlich doppelt liest, ohne es über den Text sichtbar werden zu lassen.
Das ist ein großartiger Verbesserungsvorschlag, den ich gerne übernehme. Ich danke dir:)

Ich wünsche Euch ein Wochenende mit Sommer!

Liebe Grüße,
ubertas
 

trivial

Mitglied
Liebe Anita,

ich kann vollkommen nachvollziehen, was Dich zu dieser Veränderung veranlasst hat. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass sich zwischen affektivem und reflektivem Lesen etwas verschoben hat.

Jetzt ist es für mich eher eine Symbiose, wo vorher automatisch eine Pause im Lesen entstand – eine Bestätigung, eine Frage, eine Irritation ...

Du nennst das sehr treffend eine Pendelbewegung. Mir kam beim Lesen nun der Gedanke: Ein Pendel und ein Kreis haben etwas gemeinsam, aber ein Pendel bleibt für mich ein Werden. Jeder Ausschlag trägt ein Stück Vergangenheit mit sich, ohne mit ihr identisch zu sein. Ein Kreis dagegen ist bereits vollständig vorhanden; er geschieht nicht mehr, sondern ist nur noch räumlich.

Vielleicht empfinde ich deshalb die erste Version anders. Mit dem doppelten „erwidern“ vollzog Dein Gedicht diese Pendelbewegung affektiv, mit dem einfachen „erwidern“ beschreibt es ihre Möglichkeit eher reflektiv.

Ist ein Kreis vielleicht ein gewordenes Pendel – ein gewordenes Werden?

(Ein faszinierender Gedanke, wie ich finde, der mir durch eure Kommentare gerade kam und den ich hier unbeantwortet einfach anschneiden wollte.)

Das ist natürlich Meckern auf extrem hohem Niveau und vielleicht reagiere ich auf Veränderungen auch empfindlicher, als es angebracht wäre.

Wie auch immer – sehr gerne gelesen. :)

Liebe Grüße
Rufus
 

wiesner

Mitglied
gemeint ist das reth. Stilmittel Apokoinu
die Vereinzelung hier 'pendelt' allerdings eher nach unten zur letzten Zeile, so, wie die Doppelung es auch tat
in der neuen Version würde ich fast von einem EinWortVers sprechen, seine Kraft entfaltet sich ganz neu

Gratulation zur Empfehlung!
 

trivial

Mitglied
... bitte entschuldigt die Nachfrage, da ich „Apokoinu“ selbst erst einmal recherchieren musste, aber wäre bei einem Apokoinu das geteilte Wort nicht stabil als „Scharnier“ eingebunden, was es hier ja gerade nicht ist bzw. nicht sein soll?
 

wiesner

Mitglied
Ubertas hat zunächst 'erwidern' zu den Pupillen gestellt und auch zum Sommer, also

in den pupillen
erwidern

erwidern
wo sommer ist


die Vereinzelung von 'erwidern' ergäbe das Scharnier

ob man es so lesen möchte, scheint mir Geschmackssache zu sein
ich neige dazu, 'erwidern' als Zäsur oder dem Sommer zugehörig zu lesen

Manfred hatte wohl eine stilistische Veränderung im Sinn, sie wäre mit einem Apokoinu gegeben
 



 
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